Wie alle kleinen Mädchen war ich schon früh dem Pferde-Wahn verfallen und konnte nicht genug von Ponys bekommen. Wann immer es ging, war ich im Reitstall. Und während ich auf Mimi, meinem Lieblings-Shetland-Pony, im Schritt die ersten Runden durch die Reithalle drehte, fasste ich einen Plan: einmal durch die wilde, unberührte Heimat der Shetland-Ponys galoppieren. Viele Jahre später habe ich es gewagt und mir meinen Kindheitstraum erfüllt. Hat es sich gelohnt?

Lohnt sich ein Reitausflug auf die Shetlandinseln?

Ein alter Spruch sagt: „Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.“ Für mich absolut wahr! Ganz besonders gut ließ sich das Glücksgefühl auf einem Ritt über East Burra, eine kleine, kaum bewohnte Shetlandinsel, erleben. Die Shetlandinseln liegt abgeschieden zwischen Norwegen und den Färöer-Inseln mitten im Nordatlantik und sind für ihre raue, wilde Landschaft bekannt. Sie sind die Heimat der Shetland-Ponys und bieten top Voraussetzungen für eingefleischte Pferde-Fans. Reittouren sind hier im Normalfall von Mai bis Oktober möglich.

#shetland #reiten

Instatipp: Weidende Shetland-Ponys sind natürlich DAS Fotomotiv schlechthin auf den Shetland-Inseln. Die Tiere sind sehr gutmütig. Daher ist es im Normalfall auch kein Problem neben ihnen für ein Selfie zu posen.  

Anreise zu den Shetlandinseln

Während meines zweiwöchigen Urlaubs in Schottland wollte ich auch ein paar Tage auf den Shetlandinseln verbringen. Ich bin mit der Fähre in knapp zwölf Stunden von Aberdeen aus gekommen. Seefest sollte man hierfür auf alle Fälle sein bzw. wer es nicht ist, sollte die Medikamente gegen Seekrankheit griffbereit haben, denn mitunter ist der Seegang recht stark. Der größte Hafen der Inselgruppe ist in Lerwick auf der Insel Mainland. Der rund 7.500 Einwohner zählende Hauptort ist ein guter Ausgangspunkt für einen Reitausflug. Alternativ geht es mit dem Flugzeug auf die Shetlandinseln.

Rundum happy auf „meinem“ Pferd

Schon als ich die Fähre verlassen habe, habe ich gemerkt: Die Shetlandinseln sind nicht mit dem übrigen Schottland zu vergleichen. Der nordische Einfluss ist überall zu spüren. Mich hat vor allem die raue Landschaft und die Weite sofort begeistert. Und als ich dann auf der kleinen Insel East Burra, die mit Mainland über eine Brücke verbunden ist, endlich auf „meinem“ Pferd saß, war ich echt rundum happy. Harmony, eine gutmütige Stute, und ich waren gleich auf einer Wellenlänge. Im Sattel habe ich mich auf Anhieb pudelwohl gefühlt. Der Guide und ich sind dann auch sofort Richtung Meer galoppiert.

Hier regnet es 250 Tage im Jahr

Wer einen Reitausflug auf den Shetlandinseln plant, sollte zumindest in den Grundzügen mit dem Reiten vertraut sein. Im Gepäck darf – neben der Reitausrüstung – auf keinen Fall Regen- und Windschutz fehlen. Hier regnet es rund 250 Tage im Jahr! Auch ich habe den ein oder anderen Wolkenbruch während meines Aufenthalts mitbekommen. Aber mit der richtigen Kleidung und natürlich der richtigen Einstellung ist das halb so schlimm. Es gibt einige Pferdeställe vor Ort, die geführte Reitausflüge anbieten. Ich würde auf alle Fälle empfehlen, vorab Kontakt mit den Reitställen aufzunehmen, um zum Beispiel die Tour zu planen.

Im Galopp am Strand entlang

Während unseres Reitausflugs haben wir die ganze Insel erkundet. Mein absolutes Highlight war dabei der Abstecher zum Strand. Zuerst sind wir gemütlich getrabt, aber dann gab der Guide das Zeichen für Vollgas. Wir galoppierten eine halbe Ewigkeit durch den Sand, während die Wellen der Nordsee den Untergrund umspülten. Als dann auch noch der Sonnenuntergang einsetzte, hätte die Szenerie nicht besser sein können. Die rote Sonne, die raue See und außer uns keine Menschenseele am Strand – das war wirklich filmreif und fast schon ein wenig kitschig.

Fazit

Wer einen Urlaub in Schottland plant, sollte auf alle Fälle einen Abstecher auf die Shetlandinseln einplanen. Und einen Reitausflug kann ich wirklich nur empfehlen. Ich als eingefleischter Pferde-Narr war natürlich begeistert. Aber auch meine Freundin, die mit mir unterwegs war und die Ponys bisher nicht so viel abgewinnen konnte, war ganz angetan. Wir haben für unseren mehrstündigen Ritt knapp 70 Pfund gezahlt. Sicherlich nicht ganz billig, aber das Erlebnis war das Geld wert.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Die Shetlandinseln sind nicht nur für Pferdeliebhaber top. Die Inseln sind (noch) ein Geheimtipp für Naturliebhaber. Neben Reiten kann man auf den Inseln wunderbar auch Wandern, Angeln, Segeln und eine Vielzahl an Tieren beobachten. So gibt es das ganze Jahr über Robben, Seehunde, Otter sowie Delfine und Zwergwale zu sehen. Und Lerwick ist ein schöner Ort mit einem tollen Flair und einer super Pub-Kultur. Vor allem in den Sommermonaten, wenn auf Grund der nördlichen Lage, die Sonne kaum untergeht, sind die Shetlandinseln – finde ich – wirklich eine Reise wert.

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