Liebe auf den ersten Blick! Ja, das beschreibt ziemlich genau, wie sehr mir der heutige Tagesausflug hier, etwas nördlich von Triest, gefällt. Ich blicke hinunter aufs Meer und habe einen traumhaften Blick auf das Castello di Duino, das hoch oben auf einem Felsvorsprung thront. Italienfeeling pur! Kommt mit auf den Rilkeweg, einem wahren Paradies für große und kleine Wanderer sowie für Fotografen!
Lohnt sich die Wanderung am Rilkeweg in Triest?





Wir sind unterwegs in Richtung Süden. Genauer gesagt wollen wir die Umgebung von Triest erkunden – sozusagen den letzten Ort Italiens vor der slowenischen Grenze, nur einen Katzensprung weiter nach Kroatien. Deshalb habe ich unsere Reiseplanung entlang der Küste von Nord nach Süd gestaltet, und dabei ist mir schnell der Rilkeweg (italienisch „Sentiero Rilke“), ein paar Kilometer nördlich von Triest, aufgefallen.
Die kurze Wanderung direkt an der Felsküste verspricht fantastische Ausblicke auf das farbenprächtige Schloss „Castello di Duino“ sowie Tiefblicke aufs Meer und die traumhaften Buchten vor Triest. Der Name „Rilkeweg“ geht übrigens auf den österreichischen Dichter Rainer Maria Rilke zurück, der 1911 im Castello di Duino zu Gast war und sicher auch auf dem Küstenweg spazieren ging und sich hier inspirieren ließ.
Fototipp: Der Rilkeweg eignet sich perfekt für herrliche Sonnenuntergangswanderungen. Besonders fotogen ist der Blick über die schroffen Felsen zum Castello di Duino auf etwa halber Wegstrecke. Das Nonplusultra ist der Herbst, denn dann ergeben die Farben der Sträucher am Wegrand und an den Felsen ein besonders idyllisches Bild.
Anreise nach Triest
| Strecke: | 5,2 km |
| Höhenmeter: | 90 hm |
| Gehzeit: | 1,5 Stunden |
| Must-See: | Castello di Duino |
| Beste Jahreszeit: | Herbst |
In der Morgendämmerung fahren wir von Salzburg über die A10 Tauernautobahn nach Kärnten und weiter an Udine vorbei. Bei Palmanova orientiert ihr euch an den Wegweisern Richtung Slowenien/Kroatien, und auch Triest ist immer gleich ausgeschildert. Triest kann natürlich auch über Ljubljana erreicht werden. Der Start der Wanderung befindet sich etwa 25 Minuten nördlich von Triest, entweder bei Sistiana oder am anderen Ende des Rilkewegs bei Duino.
Es gibt auch regelmäßige Busverbindungen vom Hauptbahnhof Triest Centrale. Die Haltestelle heißt „Sistiana 59 – Camping“ und befindet sich direkt neben dem Camping Village Mare Pineto.
Die Busse fahren auch nach Duino, sodass ihr euch aussuchen könnt, in welche Richtung ihr den Rilkeweg gehen wollt. Ich würde euch empfehlen, den Rilkeweg auf derselben Strecke wieder zurückzugehen, weil ihr dann einfach noch einmal ganz andere Aussichten und Blickwinkel entdeckt.
Festes Schuhwerk unbedingt zu empfehlen
Wir starten am kostenlosen Parkplatz in Sistiana, der schon früh am Morgen relativ voll ist. Die 2,5 Kilometer lange Wanderung entlang der Felsküste ist zwar relativ einfach und konditionell nicht besonders anspruchsvoll.
Aber kleine Kinder, die noch nicht so trittsicher sind, könnten auf dem felsigen und unebenen Weg Schwierigkeiten haben. Er ist auch nicht für Kinderwagen geeignet. Festes Schuhwerk und natürlich etwas zu trinken sind daher unbedingt zu empfehlen.
Am Rilkeweg direkt an der Felsküste
Nach den ersten Höhenmetern bietet sich gleich zu Beginn ein wunderschöner Aussichtspunkt auf die Bucht und den Hafen von Sistiana. Der Rilkeweg verläuft durchgehend nur wenige Meter von der Steilküste entfernt und bietet immer wieder kleine Rastplätze am Wegesrand mit besten Aussichten in beide Richtungen, aber immer mit direktem Blick aufs Meer.
Verlaufen könnt ihr euch hier kaum, da es allenfalls kleine Seitenwege gibt, die sofort wieder auf den Hauptweg zurückführen. Die meisten Wegabschnitte sind mit Holzgeländern gesichert, und auch wenn es manchmal so aussieht, als wäre der Fotospot dahinter noch viel besser, bleibt bitte auf dem Weg! Hinter der nächsten Ecke bietet sich vielleicht genau derselbe Ausblick – nur in sicherer Entfernung zum Abgrund.
Fantastischer Ausblick zum Castello di Duino
Auf halbem Weg habe ich meinen Lieblingsplatz gefunden: WOW! Vor mir thront auf einem Felsvorsprung das farbenprächtige Castello di Duino. Die Felsküste fällt steil und schroff ab, und die Gischt klatscht gegen die Felsen. Fasziniert von der malerischen Kulisse mache natürlich auch ich mehr als nur ein Foto. Wir setzen uns auf eine Bank und genießen den Ausblick und die frische Seeluft.
Mit jedem Aussichtspunkt, an dem wir vorbeikommen, nähern wir uns dem Schloss und stehen schließlich am Eingang des angrenzenden Schlossgartens. Wer möchte, kann sich hier für € 11,00 eine Eintrittskarte für die Besichtigung des Schlosses kaufen. Wir gehen jedoch lieber noch ein Stück weiter zum Alten Castello und können dort für € 5,00 von Norden aus das Castello di Duino bewundern. Diesen halben Kilometer noch weiterzugehen lohnt sich meiner Meinung nach sehr!
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Fazit
Wir haben leider den Fehler gemacht und sind nicht über den Rilkeweg zurück zum Parkplatz gewandert, sondern über die Hauptstraße – was wirklich nicht schön und für Fußgänger nicht geeignet ist. Daher am besten den gleichen Weg zurückgehen und die Aussicht aus der anderen Richtung genießen oder mit dem Bus zurückfahren. Auf der Weiterfahrt ins Zentrum von Triest haben wir noch einen Zwischenstopp beim Castello di Miramare gemacht – ebenfalls ein wunderschönes Schloss direkt an der Felsklippe in einer Bucht vor Triest.
Sehr empfehlen kann ich neben der wunderschönen Altstadt von Triest natürlich auch die Städte Koper und Piran, die bereits in Slowenien liegen. In Koper habe ich sogar einen Strand entdeckt, der nur aus Muscheln bzw. Meeresschneckenhäusern besteht. Piran wird zu Recht als schönste Küstenstadt Sloweniens bezeichnet. Aber egal, in welche Hafenstadt ihr hier in der Umgebung von Triest kommt: Das südländische Flair ist überall so angenehm zu spüren, das Essen fantastisch und das Meer traumhaft klar.
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