Geheimtipp im Allgäu: Rundwanderung in der Nagelfluhkette

Die Rundwanderung durch die Nagelfluhkette im Allgäu ist noch ein kleiner Geheimtipp. Wir wandern über blühende Almwiesen hinweg. Unterwegs gibt es etliche Hütten, die zum Einkehren einladen. Und es wartet auf dem Premium-Wanderweg ein toller Fernblick bis zum Bodensee. Wer sich zwischen den Viehweiden, urigen Hütten und sanften Höhenmetern wohl fühlt, wird diese Tour lieben. Nichts für Gipfeljäger – aber perfekt für Genießer mit Weitblick.

Lohnt sich der Premiumwanderweg Alpenfreiheit im Allgäu?

Insgesamt 16 Kilometer führt die idyllische Rundwanderung durch die Nagelfluhkette. Startpunkt der Tour ist an der Bergstation der Imbergbahn nahe Oberstaufen. Somit sind unterwegs nur noch rund 600 Höhenmeter zu überwinden. Wir folgen stets den blau-grünen Schildern mit der Aufschrift „Premiumwanderweg Alpenfreiheit“ – verlaufen ist damit fast ausgeschlossen.

Und zwischendurch gibt’s sogar einen kurzen Abstecher nach Österreich, um den Aussichtspunkt am Kojenstein zu erreichen. Was die Wanderung aber meiner Meinung nach besonders auszeichnet, ist die Vielzahl an Hütten und Einkehrmöglichkeiten: Alpe Remelegg, Oberstiegalpe, Alpe Hörmoos, Almhotel Hochhäderich, Alpe Moos und das Imberghaus – die Auswahl fällt nicht leicht.

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Fototipp: Eines der eindrucksvollsten Fotos entsteht am Gipfelkreuz des Kojensteins. Hier steht ihr wie auf einem Aussichtsbalkon – das Kreuz wirkt dadurch besonders exponiert, obwohl ihr euch „nur“ auf 1.300 Metern Höhe befindet.

Anreise zur Imbergbahn in Steibis

Startpunkt:Imbergbahn
Höhenmeter:616 m
Strecke:16 km
Gehzeit: 5 Stunden
Beste Reisezeit:Mai bis September

Die Talstation der Imbergbahn befindet sich in Steibis bei Oberstaufen. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Allgäu gut erreichbar: Mit der Regionalbahn gelangt man sogar direkt bis nach Steibis. Vom Münchner Hauptbahnhof aus ist man mit nur einem Umstieg in rund 2:30 Stunden am Startpunkt der Tour.

Wer mit dem Auto anreist, benötigt ab München etwa 2:15 Stunden. Vor Ort steht ein großer, kostenloser Parkplatz zur Verfügung. Von dort bringt die Bergbahn die Wandernden bequem nach oben. Die Berg- und Talfahrt kostet 22 Euro pro Person (Stand: Sommer 2025). Alternativ kann man auch zu Fuß aufsteigen oder nur hinauffahren und später ins Tal wandern. Wer mit der letzten Seilbahn nach unten fahren möchte, sollte spätestens um 16:30 Uhr wieder an der Bergstation sein.

Leichtes Gepäck dank zahlreicher Hütten

Mein Rücken dankt – der Rucksack ist heute nur halb so voll wie sonst. Regenjacke und eine wärmende Bekleidungsschicht sind natürlich trotzdem dabei. Wasser und Snacks ebenso, aber hier war ich ehrlich gesagt etwas sparsamer unterwegs. Ich verlasse mich auf das breite Hüttenangebot.

Die ersten Meter geht es zunächst bergab – ideal zum Reinkommen, begleitet vom ständigen Klang der Kuhglocken. Nach einer kleinen Flussquerung über den Lanzenbach folgt ein schweißtreibender Anstieg. Und spätestens hier stelle ich fest: Mein Konzept geht voll und ganz auf.

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Von Hütte zu Hütte

Nach rund einer Stunde Gehzeit bin ich bereit für die erste Trinkpause – und passend dazu taucht die Oberstiegalpe vor mir auf. Eine Rhabarber-Limonade schmeckt hier deutlich besser als das lauwarme Wasser aus dem Rucksack. Und wenn man schon einkehrt, kann man auch den selbstgemachten Kuchen probieren.

Gestärkt geht es weiter durch Viehweiden, vorbei an großen Kuhherden. Mit etwas Vorsicht und genügend Abstand führt der Weg sogar teilweise zwischen den neugierig blickenden Tieren hindurch. Wir staunen über beeindruckende, uralt wirkende Bergahorn-Ansammlungen. Nach ein paar sanften Auf- und Abstiegen ist es um 12:30 Uhr erneut so weit: Der nächste Einkehrschwung winkt.

Am kleinen Stausee, gespeist vom Hörmoosbach, liegt der Alpengasthof Hörmoos. Direkt daneben befindet sich übrigens die höchstgelegene Schnapsbrennerei des Allgäus – auf 1.300 Metern Höhe. Tipp: Unbedingt die Öffnungszeiten prüfen! Nachmittags gibt es hier manchmal Verkostungen.

Podcast-Tipp

Rangerin Denise Klein erklärt, was der Naturpark Nagelfluhkette eigentlich ist, wer hier lebt und arbeitet und warum er schützenswert ist. Hier anhören >

Wunderschöner Fernblick am Kojenstein.

Wir sind satt, glücklich und auf dem Weg nach Österreich. Die Grenze ist schnell erreicht – nach einem kurzen Fotostopp lassen wir das Schild hinter uns und steigen einige knackige Höhenmeter zum wohl schönsten Aussichtspunkt der Tour hinauf: dem Kojenstein. Ein Gipfelkreuz markiert das nächste Zwischenziel. Es steht auf einem Felsvorsprung, der wie ein Balkon über das Land ragt.

Der Fernblick ist beeindruckend: Unter uns liegt Oberstaufen, der Blick schweift weit über das Allgäu. Am Horizont erkennen wir die Schwäbische Alb und sogar den schneebedeckten Säntis in der Schweiz. Am meisten fasziniert mich jedoch der Blick auf den Bodensee – ein überraschend großer Ausschnitt ist zu sehen. Wirklich beeindruckend!

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Fazit

Nach dem Kojenstein geht es auf direktem Weg über die Fluh zurück zur Bergstation. Dieses Teilstück ist besonders schön und verläuft größtenteils im Schatten – was unter der warmen Nachmittagssonne durchaus angenehm ist. Und wie könnte es anders sein? Vor der Talfahrt gönnen wir uns noch ein letztes Päuschen im Imberghaus. Zumindest eine Kugel Eis ist auf jeden Fall drin. Dieses vielfältige Hüttenangebot sollte man schließlich ausnutzen.

Ich finde die Tour super schön und angenehm. Die meisten Höhenmeter nimmt man kaum wahr, da es stetig leicht auf und ab geht. Es ist eine Runde für Genusswanderer – für Menschen, bei denen der Weg das Ziel ist. Man darf sich hier Zeit lassen, die Landschaft auf sich wirken lassen und die Sonne genießen.

Und morgen? Da kann es ruhig etwas sportlicher werden. Vielleicht geht es auf den nahegelegenen Hochgrat – oder ihr fahrt noch ein Stück weiter ins Allgäu hinein und sucht euch einen der Bergklassiker aus. Mit Nebelhorn, Rubihorn oder Aggenstein wird hier ja einiges geboten.

Lage

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