Schroffe Felsformationen, grüne Bergwiesen, das Läuten der Kuhglocken und ein 360°-Panoramablick über die Gipfel: Die Nagelfluh-Gratwanderung ist ein Paradebeispiel für die Allgäuer Bergidylle. Sie erstreckt sich vom Mittagberg bei Immenstadt bis zum Hochgrat, dem höchsten Berg der Nagelfluhkette, und führt über insgesamt acht Gipfel. Immer wieder wechseln sich steile Abstiege mit steinigen Aufstiegen ab, bis der nächste Gipfel in Sicht ist. Lohnt sich diese anspruchsvolle Höhentour?
Lohnt sich die Gratwanderung der Nagelfluhkette?





Die Nagelfluh-Gratwanderung ist eine der spektakulärsten Höhenwanderungen der Region und liegt direkt im Herzen des Allgäus. Sie führt über die beeindruckende Nagelfluhkette und verbindet den Mittagberg (1.451 m) bei Immenstadt mit dem Hochgrat (1.834 m). Die Tour erstreckt sich über ca. 14 Kilometer und umfasst acht Gipfelüberschreitungen, wobei mehr als 1.300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt werden müssen.
Währenddessen erstreckt sich vor euch das Allgäu-Panorama: grüne Wiesen, tiefe Täler und malerische Gipfel, die in den blauen Himmel ragen. Die Tour kann in zwei Richtungen begangen werden. Start ist daher wahlweise die Mittag- oder die Hochgratbahn. Die Wanderung gilt als herausfordernd und erfordert eine gute Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit, da einige Abschnitte aus schmalen Gratwegen und steilen An- und Abstiegen bestehen.
Fototipp: Beeindruckend sind vor allem die Felsformationen des Nagelfluhgesteins. Einen besonders tollen Blick darauf bekommt ihr vom Stuiben- und Sederer-Gipfel. Während des Abstiegs könnt ihr den Blick über den gesamten Grat mit den blühenden Bergwiesen im Vordergrund einfangen.
Anreise nach Immenstadt zur Mittagbahn
| Strecke: | 14 km |
| Höhenmeter: | 1.300 hm |
| Gehzeit: | 7 Stunden |
| Höchster Punkt: | Hochgrat (1.834 m) |
| Einkehrtipp: | Bergrestaurant am Hochgrat |
Wir starten die Tour in Immenstadt, am Parkplatz der Talstation Mittagbahn. Dieser liegt etwa 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. Die Anreise mit der Bahn von München dauert mit der Direktverbindung nach Oberstdorf nur etwa 90 Minuten. Mit dem Auto erreicht ihr Immenstadt über die A96 und die B19 in knapp zwei Stunden.
Tipp: Wer mit zwei Autos unterwegs ist, stellt am besten eines vor Beginn der Tour an der Talstation der Hochgratbahn ab. So erspart ihr euch am Ende eurer Wanderung die Rückreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mit der ersten Bahn geht es auf den Mittagberg
Für die Gratwanderung ist ein gutes Timing gefragt. Die erste Bahn fährt um 8:30 Uhr, die letzte Talfahrt ist um 17:00 Uhr. Die reine Gehzeit der Wanderung beträgt etwa sieben Stunden. Damit ausreichend Zeit für Pausen und eine Einkehr am Ende bleibt, startet ihr am besten direkt mit der ersten Bahn. Wir waren um 8:30 Uhr am Parkplatz in Immenstadt und haben die Wanderung um 15:30 Uhr am Hochgrat beendet. Da bleibt noch Zeit für eine wohlverdiente Belohnung auf der Terrasse des Bergrestaurants.
Apropos Belohnung: Für die Gratwanderung solltet ihr reichlich Proviant einpacken. Zwischen den beiden Bergstationen der Bahnen gibt es keine Einkehrmöglichkeit. An der Talstation kaufen wir ein Ticket des Verbunds Hochgrat- und Mittagbahn. Inbegriffen ist jeweils eine Berg- und Talfahrt der jeweiligen Bahnen – und somit auf die Nagelfluhkette-Gratwanderung angepasst. Sicherheitshalber solltet ihr vor der Wanderung die Öffnungszeiten der Bergbahnen überprüfen.
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Von Gipfel zu Gipfel mit traumhafter Aussicht
Von der Bergstation der Mittagbahn führt uns der schmale Gratweg in leichtem Auf und Ab weiter zum Bärenköpfle und anschließend steil hinauf zum Steineberg. Bereits von Weitem lässt sich erkennen, dass hier eine kleine Herausforderung wartet: eine 17 Meter lange Metallleiter. Sie führt über den steilen Felsen direkt zum Gipfelkreuz. Wer Lust auf einen kleinen Adrenalinschub hat, wählt diesen Weg – alternativ gibt es einen Umweg zum Gipfel.
Mit traumhaftem Blick über die Allgäuer und Vorarlberger Alpen genießen wir die stärker werdende Sonne auf der Haut. Die meiste Zeit gehen wir direkt auf dem Grat, der nach rechts steil abbricht. Über den Stuiben und Sedererstuiben geht es zum Buralpkopf. Das Gipfelkreuz thront direkt am Grat – eine steile Bergwiese zu unserer Linken und der felsige Abgrund zur Rechten. Ab diesem Gipfel wird die Tour technisch anspruchsvoller: Der schmale Gratweg erfordert Schwindelfreiheit, Trittsicherheit – und die immer müder werdenden Beine versuchen wir zu ignorieren.
Markante Felswände zwischen steilen Abhängen
Über den Gündleskopf wandern wir zum markanten Rindalphorn – einem der schönsten Aussichtspunkte der Nagelfluhkette. Der Weg führt etwas unter dem Gipfelkreuz vorbei, aber der zusätzliche Aufstieg lohnt sich. Eine kurze Verschnaufpause, und wir lassen den Blick zurück über den Grat schweifen.
Bereits sechs Gipfel liegen hinter uns, und unser Ziel ist in Sicht. Nun beginnt der letzte lange Anstieg zum Hochgrat, dem höchsten Punkt der Tour. Der Weg ist steiler und anstrengend, aber oben angekommen wartet das Gipfelkreuz mit einem atemberaubenden Blick auf das gesamte Allgäu. Bei gutem Wetter bietet sich ein Blick bis zum Bodensee und zum Säntis in der Schweiz.
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Fazit
Nach einer wohlverdienten Pause an der Hochgratbahn geht es mit der Gondel wieder zurück ins Tal. Wir blicken zurück auf einen langen Tag in den Bergen, und die Erschöpfung paart sich mit den zahlreichen schönen Momenten. Die Gratwanderung der Nagelfluhkette bietet eine Mischung aus anspruchsvollen Anstiegen, luftigen Graten und einer atemberaubenden Landschaft – eine Kombination, die die dennoch anspruchsvolle Tour zu einem Muss im Allgäuer Bergsommer macht. Von der Talstation fährt die Buslinie 95 nach Oberstaufen (ca. 15 Minuten Fahrzeit). Von dort gelangt ihr mit dem Zug zurück nach Immenstadt. An einem warmen Sommertag wartet der Alpsee in Immenstadt mit einer wohltuenden Erfrischung und bietet einen grandiosen Blick auf den Sonnenuntergang.
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