Ein Boot tuckert über die ansonsten still daliegende Saarschleife unter uns. Inmitten des Waldes bildet die Saar in Mettlach beinahe einen vollständigen Kreis. Von dort unten sind wir eben gestartet. Nach einer kurzen Wanderung, stehen wir am Aussichtspunkt Cloef, hoch oben über der Saar. Noch besser sieht man die eindrucksvolle Schleife, wenn man weiter über den Baumwipfelpfad aufsteigt. Also nichts wie hin!

Lohnt sich die Wanderung zur Cloef an der Saarschleife?

Die Saarschleife bei Mettlach gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Saarland. Sie ist neben der Moselschleife die berühmteste Flussschleife Deutschlands. Um Verwechslungen vorzubeugen, wird sie oft auch als „Große Saarschleife“ bezeichnet. Denn sie hat noch eine kleine Schwester, die sogenannte „Kleine Saarschleife“. Letztere liegt allerdings bei Hamm in Taben-Rodt.

Es lohnt sich, nicht nur die Aussicht von oben auf die Saarschleife zu genießen, sondern tiefer in die Umgebung einzutauchen und die Schleife auch vom Ufer zu bestaunen. Packt also am besten die Wanderschuhe ein und stellt euch auf eine ca. 5 km lange Rundwanderung ein.

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Fototipp: Die beste Aussicht habt ihr definitiv vom kostenpflichtigen Aussichtsturm. Falls ihr dort nicht rauf möchtet, ist die zweitbeste Aussicht an der steinernen Terrasse direkt an der Cloef. Aber nicht da, wo alle fotografieren, sondern etwas weiter unterhalb. Wenn ihr dem Serpentinen-Steig nur eine Kehre bergab folgt, kommt ihr zu einer etwas freieren Aussicht. Dort sind weniger Büsche. Hier müsst ihr beim Fotografieren allerdings auch mehr auf euch achtgeben.

Anreise nach Mettlach

Die Saarschleife liegt weit im Westen Deutschlands, nördlich von Saarbrücken, fast schon an der Grenze zu Luxemburg. Ab Saarbrücken solltet ihr rund 45 Minuten mit dem Auto einplanen. Die Anreise nach Mettlach ist auch mit Bus & Bahn möglich. Mit einem Umstieg in Merzig müsst ihr für die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwa 1:45 bis 2:00 Stunden einkalkulieren. Dann seid ihr schon oben an der Schleife. Hier befindet sich auch der Parkplatz Cloef-Atrium, den ihr ansteuern könnt, wenn ihr keine Wanderung beabsichtigt.

Wir visieren jedoch nicht den Aussichtspunkt direkt an, sondern navigieren zur Saarschleifenlodge, die unten am Flussufer liegt. Dort haben wir übernachtet. Davor befindet sich zusätzlich ein kostenloser, öffentlicher Parkplatz. Auch ohne Übernachtung würde ich das nächste Mal wieder hier starten. Denn so habe ich die Umgebung erst richtig kennengelernt.

Wanderung zum Aussichtspunkt Cloef

Strecke:ca. 5 km
Höhenmeter:ca. 200 hm
Eintritt
Baumwipfelpfad:
11,50 € (Erw.)
Hoteltipp:Saarschleifenlodge
Beste Reisezeit:ganzjährig

Vom Parkplatz schlendern wir zuerst gemütlich zum Ufer. Die Saar liegt ruhig vor uns. So ruhig, dass sie fast wie ein See daliegt. So wirkt es auf den ersten Blick tatsächlich. Denn die Flussschleife ist vom Ufer nicht zu erkennen und es sieht aus, als ende das Wasser im Wald vor uns. Ich weiß natürlich, dass es sich hierbei nicht um ein stehendes Gewässer handelt. Allerdings kann ich nach wie vor mit bloßem Auge nicht ausmachen, in welche Richtung das Wasser fließt.

Wir schlendern am Ufer entlang und wandern auf den Aussichtsturm zu, der schon gut sichtbar oberhalb der Saar in die Höhe ragt. Bis hinauf sind es etwa 200 Höhenmeter. Der Weg führt zuerst am Fluss entlang bis zum Scheitelpunkt der Schleife. Ab da geht es steil bergauf. In mehreren Serpentinen schlängelt sich der Pfad kontinuierlich nach oben. Eine Tafel weist uns darauf hin, dass der Weg nur für Geübte sei. Wenig später weiß ich auch warum.

Teilweise fällt der Hang direkt neben mir steil ab. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier wichtig. Damit hat der kurze, knackige Aufstieg schon fast alpinen Charakter. Wenn euch dieser Pfad zu kritisch vorkommt, könnt ihr alternativ über einen sanfteren Waldweg aufsteigen. Dann geht es im Schatten der Baumkronen über viele kleine Brücken nach oben. Diesen einfacheren Weg heben wir uns für den Rückweg auf.

Je nach Wegstrecke erreicht ihr in 30 bis 45 Minuten die Aussichtsplattform an der Cloef. Leider sind die Büsche vor uns so hoch, dass man die Schleife von hier nicht in ihrer vollen Pracht sieht. Dazu müssen wir also noch weiter über den Baumwipfelpfad aufsteigen.

Über den Baumwipfelpfad zum Aussichtsturm

Von der steinernen Terrasse an der Cloef wandern wir weiter zum Eingang des Baumwipfelpfads. Direkt vor dem sogenannten Atrium befindet sich ein riesiger, kostenpflichtiger Parkplatz. Wer sich also den ersten Teil der Tour sparen möchte, kann direkt bis hier hinauf fahren.

Dann folgen hölzerne Stege. Bereits direkt zu Anfang geht es über eine breite Rampe nach oben, zwischen die Baumwipfel. Rechts und links sind die Baumkronen zum Greifen nah. Wir befinden uns inmitten von Buchen, Eichen und Douglasien, in bis zu 23 Metern Höhe. Dann erreichen wir den Turm. In weit angelegten Kurven führen die hölzernen Stege höher hinauf. Auffällig ist, dass es hier keine Treppen gibt und auch die Steigungen sind moderat. Der Baumwipfelpfad ist damit auch mit Kinderwagen oder gar per Rollstuhl machbar.

Am höchsten Punkt befinden wir uns schließlich 40 Meter über der eigentlichen Cloef. Und von hier ist der Ausblick genial. Wir blicken geradewegs über die Saarschleife. Es wirkt beinahe künstlich, wie der Fluss diese nahezu perfekte Rundung geformt hat. Ein Schiff tuckert langsam darüber. Außerdem sehen wir genau, wo wir hergekommen sind. Und auf der anderen Saar-Seite, mitten in der bewaldeten Fläche, die nach der Innenkurve folgt, kann man mit geschultem Auge eine Burg ausmachen. Da könnte es als Nächstes hingehen.

Fazit

Zurück am Ausgangspunkt kommt ihr nämlich mit der einzigen Fähre der Saar ans andere Ufer. Unweit vom Fährhafen liegt die mittelalterliche Burgruine Montclair. Bereits 500 Jahre v. Chr. haben die Kelten an dem Standort eine erste Befestigungsanlage gebaut. Die Burg, wie sie heute hier steht, geht auf das Jahr 1439 zurück. Wenn ihr in der Gegend seid, würde ich die einen Abstecher zu der mächtigen Festung auf jeden Fall empfehlen. Von dort könntet ihr die Tour sogar noch weiter fortsetzen und über die Tafeltour zum Marktplatz Mettlach wandern. Für den Rückweg geht es dann über eine Brücke wieder auf die andere Seite der Saar und am Ufer entlang zurück.

Aber auch ohne den zusätzlichen Abstecher lohnt sich ein Besuch der Umgebung. Der Blick auf die Saarschleife ist einmalig. Ich glaube auch, dass ich bei meinem nächsten Ausflug in die Region wieder zum Aussichtsturm hinaufgehen würde. In meinen Augen ist das ein Ort, den man auch mehrfach besuchen kann.

Auch für Familien ist die Tour geeignet. Je nach Fitnesslevel der Kinder würde ich direkt am Baumwipfelpfad starten. Während des Aufstiegs gibt’s zahlreiche Stationen mit kindgerechten Infos, Rätseln und Spielen. Und auch eine Rutsche liegt am Wegesrand.

Lage

Praktische Links

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