Ich stehe am höchsten Punkt, auf 3.330 m Höhe in Alpe d’Huez, und habe einen wundervollen Blick über die französischen Alpen. Hier kann ich noch einmal tief durchatmen, bevor es gleich auf die schwarz markierte Sarenne geht – die längste schwarze Piste der Alpen. Und schon der Anfang sieht verdammt steil aus. Na, das kann ja heiter werden …
Lohnt sich Skifahren auf der Sarenne in Alpe d’Huez?
Die berüchtigte Piste befindet sich im französischen Skigebiet Alpe d’Huez. Der Startpunkt liegt am Pic Blanc auf 3.330 m Höhe. Von dort schlängelt sich die Abfahrt über insgesamt 16 km ins Tal, wobei 1.730 Höhenmeter überwunden werden. Schon zu Beginn ist die Piste extrem steil: Die ersten Meter führen über den Gletscher hinab, und meist ist die Schneequalität in dieser Höhenlage verhältnismäßig gut und griffig.
Nach dem ersten Steilstück kann man noch einmal kurz durchschnaufen, bevor es als Nächstes in eine Buckelpiste geht. Sobald die Hügel überwunden sind, folgt eine schier endlose, immer wieder geschwungene Abfahrt. Es geht an meterhohen Felswänden vorbei, es gilt, Kurven zu meistern, und die Piste bleibt beinahe gleichmäßig geneigt. Sportliche Skifahrer können hier austesten, wie lange sie wirklich durchhalten. Der Auslauf zum Schluss ist flacher – hier folgt man am Ende einem breiteren Ziehweg.
Fototipp: Wunderschöne Fotos lassen sich von der Aussichtsplattform am Pic Blanc aus aufnehmen. Wenn ihr dann einige Meter nach unten rutscht, könnt ihr die Steilheit der Piste sogar relativ gut einfangen.
Anreise nach Alpe d’Huez
| Startpunkt: | Pic Blanc |
| Länge: | 16 km |
| Höhenmeter: | 1.730 m |
| Pistenkilometer: | 250 km gesamt |
| Skisaison: | Dezember – April |
Zugegeben, die Skigebiete in Frankreich sind von Deutschland aus nur mit einer langen Anreise erreichbar. Für einen Kurztrip lohnt sich das in der Regel nicht. Ab München sind wir mit dem Pkw rund neun Stunden unterwegs.
Bedenkt bei der Planung, dass ihr sowohl eine Schweizer Vignette als auch Mautgebühren in Frankreich zahlen müsst. Je nach Strecke kann zudem eine Vignette für Österreich erforderlich sein. Alternativ wäre die Anreise mit dem Flugzeug zumindest zeitsparender – wenn auch definitiv nicht umweltfreundlicher. Hier könnt ihr wählen, ob ihr nach Genf oder Lyon fliegt. Vor Ort ist dann ein Mietwagen sinnvoll. Ab Genf sind es noch 2:50 Stunden und ab Lyon 2:20 Stunden bis nach Alpe d’Huez.
Wir haben übrigens nicht direkt im Hauptskiort, sondern in Vaujany übernachtet. Das Örtchen ist supergemütlich, ruhig und vor allem für Familien und Paare eine gute Wahl, denke ich – nicht zuletzt, weil es ab Vaujany auch eine direkte Seilbahn ins Skigebiet gibt.
Geniale Aussicht am höchsten Punkt
Wir düsen mit der Gondel zuerst zum Dôme des Rousses (2.800 m) hinauf und nutzen die ersten Meter Piste zum Einfahren. Das ist nicht lang, aber besser als gar nichts. Denn die nächste Abfahrt, die wir nehmen werden, ist bereits die Sarenne. Dazu geht es ab Lac Blanc (2.700 m) hoch zum höchsten Punkt.
An der Kabinenbahn stehen häufig viele Menschen an, sodass es zu langen Wartezeiten kommen kann. Um das zu vermeiden, haben wir uns online einen Platz in der Fast Lane reserviert. Das ist kostenlos, ihr müsst aber vorher die Uhrzeit angeben, zu der ihr reservieren wollt. So können wir an der Hauptschlange vorbeilaufen und direkt nach oben düsen.
Am höchsten Punkt des Skigebiets, dem Pic Blanc auf 3.330 m Höhe, genießen wir einen wundervollen Blick. Unter uns erstreckt sich das gesamte Skigebiet. Ganz klein sehen wir den gleichnamigen Skiort Alpe d’Huez in der Sonne liegen. Und auf der anderen Seite ist am Horizont sogar die Spitze des Mont Blanc zu erkennen – aber man muss wissen, wo er liegt, um sie zuordnen zu können. Und hier oben beginnt dann auch die Abfahrt.
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Die beste schwarze Piste der Alpen?
Wenn ich ehrlich sein soll: Klar, ich fahre schwarze Pisten in Skigebieten und lasse sie selten aus. Aber sie machen mir auch selten richtig viel Spaß. Mit einer ähnlichen Einstellung stehe ich also am Einstieg der Sarenne – und vor mir geht es direkt steil bergab. Na dann, los!
Die ersten Meter führen über den Gletscher hinab. Entsprechend gut ist die Schneequalität. Bei jedem Schwung staubt es, die Piste ist griffig, und trotz des Gefälles sitzt jeder Schwung richtig gut. Ich bin positiv überrascht. Und so geht es weiter. Wir überwinden ein Teilstück mit großen Buckeln und lassen es dann auf einer Art „Pistenautobahn“, die sich zwischen steil aufragenden Felswänden hindurchschlängelt, richtig laufen.
Mir wird warm. Die Beine spüre ich bei jedem Schwung, aber ich habe keine Lust, eine Pause einzulegen. Es macht richtig viel Freude. Ein kleiner Jubelschrei kommt mir über die Lippen. Erst als wir uns dem Auslauf nähern, an dem die steile Piste in einen längeren Ziehweg übergeht, gönne ich meinen schweren Beinen etwas Entspannung. Wir gleiten gemütlich hinaus.
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Fazit
In meinen Augen ist das nicht nur die längste schwarze Piste, die ich jemals gefahren bin, sondern auch eine der besten in den Alpen. Vielleicht ist das nur eine Momentaufnahme, weil die Schneequalität an diesem Tag besonders gut war – eigentlich nicht wirklich, denn es hatte lange keinen Neuschnee gegeben. Vielleicht lässt sie sich aber tatsächlich immer so gut fahren.
Auf jeden Fall ist mein Fazit, dass ich diese schwarze Piste am liebsten noch viele weitere Male gefahren wäre. Aber in Alpe d’Huez gibt es ja abseits der Sarenne noch viel mehr zu erleben. Eine weitere Abfahrt, die mir markant in Erinnerung bleiben wird, ist beispielsweise Le Tunnel. Hier ist der Name Programm: Um zum Einstieg zu gelangen, muss man durch einen 200 Meter langen Tunnel hindurchgleiten.
Für Spaß und Action zwischendurch sorgt Marcel’s Farm. Hier kann man in einer Mini-Halfpipe oder über angelegte Wellenbahnen auch ohne Freestyle-Erfahrung die ersten Sprünge üben. Dieses Terrain ist auch für Kids gut befahrbar.
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