Der Wind bläst ins Gesicht. Ich kneife die Augen zusammen. Fixiere einen Punkt am Ufer und halte das Steuer gerade. Ja, ich sitze selbst am Steuer und manövriere das Segelboot über den Tegernsee. Dabei habe ich aber natürlich zwei erfahrene Segelprofis mit an Bord. Die kümmern sich um den Rest. So kann ich die Zeit auf dem Wasser ganz einfach genießen.

Lohnt sich die Segeln auf dem Tegernsee?

Der Tegernsee gilt als einer der besten Seen zum Segeln in Bayern und sogar in Deutschland. Das liegt daran, dass der See, der in de bayerischen Voralpen liegt, bei gutem Wetter auch guten Wind hat. Die Bayerischen Alpen liegen nämlich nur auf der südlichen Seeseite des Tegernsee. Das bedeutet, dass es an sonnigen Sommertagen gleich zweimal täglich Wind gibt.

Einmal am frühen Morgen, wenn die kalte, schwerere Luft der Nacht von den Bergen nach unten drückt und sich setzt. Dadurch wird Luft gen Norden verdrängt. Das gibt Wind. Andersherum steigt am frühen Nachmittag die warme Luft nach oben. Diese Thermik nutzen dann besonders die Gleitschirmflieger in der Höhe. Dort, wo nun die Wärme nach oben gestiegen ist, fehlt wiederum Luft. Die strömt dann von Norden kommend hinein. So ändert sich im Laufe des Tages die Windrichtung.

Sailing Center in Bad Wiessee

Ort: Bad Wiessee
Schnuppersegeln:45 Euro
Dauer:2 Std.
Vorwissen:nicht notwendig
Beste Jahreszeit:Mai bis September

Gelernt habe ich das beim Sailing Center in Bad Wiessee am Tegernsee. Von München kommend ist man hier mit dem Auto in einer knappen Stunde. Parken könnt ihr kostenlos eine Querstraße über dem Sailing Center. Von dort sind es dann nur ein paar Minuten zu Fuß zum Einstieg.

Ihr könnt die Segelschule gar nicht verpassen. Schließlich liegen hier bereits einige Boote im Wasser und vor der Tür sind SUPs aufgereiht. Als wir ankommen, steht Inhaber Stefan auch schon lässig am Tor.

Die Qual der Wahl

„Welches Boot wollt ihr denn?“ Stefan sieht uns fragend an. Hm. Ohne großartige Ahnung vom Segeln zu haben, gehen wir nach Optik und wählen ein graues Boot mit Holzverzierung. Das gefällt uns gut. Es sei auch eine gute Wahl. Also werden die Segel gehisst.

Aber erstmal muss ich auf der Schiffchen raufkommen, ohne dabei ins Wasser zu fallen. Ein großer Schritt. Dann bin ich an Bord. Es kann losgehen. Kapitän Marlene übernimmt das Steuer. Unter Anweisung des segelerfahrenen Stefan lenke ich mal nach links und mal nach rechts.

Instatipp: Auf der südlichen Seeseite ist der Tegernsee von Bergen umschlossen. Wenn ihr die Bergwelt im Hintergrund habt, wirkt das Foto noch cooler, als wenn ihr in Richtung der flachen Seite fotografiert.

Volle Fahrt voraus in Schräglage

Sobald wir ausgeparkt haben, geht’s richtig los. Die Segel werden vom Wind erfasst. Das Boot legt sich ins Wasser. Ich sitze hoch oben auf der Rehling, drücke meine Füße gegen die Leisten, die vor dem Wegrutschen schützen sollen. Angeblich kann das Boot nicht umkippen. Aber die andere Seite kommt der Wasseroberfläche gefährlich nahe.

Fahrtwind weht mir ins Gesicht. Meine Haare flattern um meinen Kopf herum. Das fühlt sich alles richtig schnell an und macht richtig viel Spaß. Ein fettes Grinsen macht sich breit. Ich jauchze innerlich und lasse mich vom Wind und meinen Gefühlen gleichzeitig treiben. Das ist ein Stück Freiheit.

Fazit

Das Segeln am Tegernsee hat super viel Spaß gemacht und ich habe kurz darüber nachgedacht, ob ich nicht doch einen Segelschein machen soll. Aber ich glaub, dazu fehlt mir die Zeit. Falls ihr mehr Zeit habt und ein neues Hobby sucht, gibt es beim Sailingcenter auch entsprechende Kursangebote.

Aber auch wenn ihr nicht selbst segelt, sondern euch nur mitnehmen lasst, ist es eine coole Erfahrung. Das Steuer dürft ihr dann auch mal greifen. So fühlt ihr euch gleich schon wie ein Segelprofi und könnt gleichzeitig einen warmen Sommertag nach einer erfolgreichen Wanderung auf dem Wasser ausklingen lassen.

Lage

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