Auch wenn es nur noch sehr wenige Geheimtipps für Reisen in Europa gibt, Malta ist sicher einer davon. Denn im Lonely Planet, der ganz Europa umfasst, taucht das Land zum Beispiel gar nicht auf. Trotzdem ist die Hauptstadt Valetta Kulturhauptstadt des Jahres 2018 gewesen. Nur einer von vielen Gründen, um Malta zu besuchen – und wie das ganz bequem in nur ein paar Tagen mit dem Hop-on/Hop-off-Bus geht, erfahrt in meinem Erfahrungsbericht.

Lohnt sich Sightseeing auf Malta?

Malta umfasst die drei bewohnten Hauptinseln Malta, Gozo und Comino, wobei die erstgenannte Insel bereits 246 Quadratkilometer der insgesamt 316 Quadratkilometer großen Landesfläche umfasst. Das ganze Jahr über herrscht angenehm sonniges und warmes Wetter, was Malta gerade im europäischen Winter zu einem idealen Reiseziel macht. Vorallem, weil der Ansturm der Touristen noch ein paar Monate auf sich warten lässt. Dank der Hop-on/Hop-off-Busse, die auf Malta und Gozo auf verschiedenen Routen fahren, kann das Land bequem in drei Tagen komplett erkundet werden.

#malta #sightseeing

Instatipp: Die Hafenpromenade von Sliema, die auch ein Stop der Hop-on/Hop-off-Route ist, ist ein idealer Spot, um ein Foto von Valettas traumhaftem Panorama zu machen. Im Vordergrund schaukeln dann idyllisch die bunten Fischerboote auf dem Wasser.

Anreise nach Malta

Malta ist von Deutschland aus in knapp 3 Flugstunden zu erreichen und gerade der Flug von Köln-Bonn mit Ryanair ist etwas für echte Schnäppchenjäger (vor allem weil sich ein paar Tage in Malta locker nur mit Handgepäck überbrücken lassen – ich hab es jedenfalls mit knapp 6 kg geschafft). Von anderen Großstädten in Deutschland ist die Insel zum Beispiel mit Lufthansa oder Air Malta erreichbar. Vom Flughafen, der in der Mitte der Insel liegt, fahren Expressbusse nach Sliema und Valetta, wo die Hop-on/Hop-off-Busse halten.

Erster Eindruck von der Insel

Bunte Fenster, schmale Gassen, Treppen und bunte Fischerboote. So stellt man sich Malta vor und genauso sieht es auch aus. Malta ist klein und beschaulich, zumindest in der Nebensaison. Hier könnt ihr es also langsam angehen lassen und so wie ich eure paar extra Sonnenstunden im europäischen Winter genießen. Obwohl ich zugegeben etwas unterschätzt hat, wie windig es auf Malta werden kann. Wenn ihr doch etwas von der Insel sehen wollte, habt ihr die Möglichkeit der Hop-on/Hop-Off-Busse mit der kürzeren roten Südroute und der längeren blauen Nordroute. Die rote Tour umfasst Stopps wie den malerischen Firscherort Marsaxlokk und die berühmte blaue Grotto, wo ihr eine kurze Bootstour einplanen könnt. Die blaue Route verläuft über die historischen Städte Rabat und Mdina.

Tickets für die Hop-on/Hop-off-Busse

Nach Angaben des Veranstalters ist es (zumindest in der Hochsaison) möglich, zwei Touren an einem Tag zu schaffen. Demnach würde das 1-Tages-Ticket für 20 Euro ausreichen. Allerdings kann es meiner Meinung nach dabei auch recht stressig werden, wenn ihr nicht nur im Kreis fahren, sondern auch tatsächlich aussteigen und Dinge besichtigen wollt. In der Nebensaison fahren die Busse oft auch nur einmal in der Stunde. Entspannter ist deshalb das 2-Tages-Ticket zum Preis von 37 Euro. Dazu gehört auch eine kostenlose Hafenrundfahrt, die knapp eine Stunde dauert. Die Tour nach Gozo kostet 18 Euro. In der Hauptsaison werden auch Nachtfahrten durch Malta angeboten.

Menschenleere Straßen auf Gozo

Der Großteil der maltesischen Bevölkerung verteilt sich auf Valetta und Umgebung, was im Umkehrschluss bedeutet: Auf Gozo ist so gut wie niemand. Vor allem nicht in der Nebensaison. Deswegen fahrt ihr mit dem Hop-on/Hop-off-Bus durch verlassene Orte und menschenleere Straßen und bekommt einen ganz besonderen Eindruck von der Insel. Aber auch wenn diese Tour mein persönliches Highlight war, ist sie wohl diejenige, die wegzulassen ich als erstes empfehlen würde, wenn ihr wenig Zeit habt, denn faktisch gibt es nicht viele Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Das Azure Window, eine gigantische Felsformation und besonderes Highlight der Insel, ist nämlich vor einigen Jahren bei einem starken Sturm eingestürzt.

Fazit

Wer wenig Zeit hat und möglichst effizient vorgehen will, kann mithilfe der Hop-on/Hop-off-Busse auf Malta alle Sehenswürdigkeiten der Hauptinsel in zwei Tagen sehen. Zwar sind alle Orte auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, was aber reichlich Wartezeit und Umsteigen umfasst. Habt ihr etwas mehr Zeit, müssen es meiner Meinung nach nicht die Touristenbusse sein, da diese an den beliebtesten Stopps stellenweise auch recht lange herumstehen. Auch die Informationen, die über Kopfhörer bereitgestellt werden, sind nicht unbedingt sehr umfassend. Demnach lautet mein Fazit: Der Bequemlichkeit halber ja, es lohnt sich, ansonsten muss es nicht unbedingt sein.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Gerade im Sommer ist Malta ein beliebter Ort für junge Menschen aus der ganzen Welt, um Englisch zu lernen. Da kann es durchaus einmal voll werden, was besonders bei einer speziellen Sehenswürdigkeit zu Schwierigkeiten führt, denn das Hypogeum ist eines der ältesten Gebäude der Welt. Dort werden stündlich nur maximal zehn Besucher zugelassen, sodass die Tickets in der Hochsaison schon Wochen im Voraus ausgebucht sind. Deswegen empfehle ich euch dringend, eure Eintrittskarten so früh wie möglich zu reservieren. Am besten gleich dann, wenn ihr wisst, dass ihr nach Malta fliegen werdet.

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