Ski Arlberg gilt als Freeride-Hotspot in den Alpen. In kaum einem anderen Skigebiet gibt es so viele Möglichkeiten zum Tiefschneefahren. Aber ihr müsst nicht unbedingt mit dicken Powder-Latten nach Lech Zürs, Warth-Schröcken und St. Anton am Arlberg kommen. Denn als größtes zusammenhängendes Skigebiet in Österreich ist die Pistenauswahl schier unbegrenzt.

Lohnt sich Skifahren im Skigebiet Ski Arlberg?

Ski Arlberg wird gern als „Wiege des Alpinen Skilaufs“ bezeichnet. Zahlreiche Pioniere des Skisports kommen aus der Gegend. So brachte beispielsweise Pfarrer Müller aus Warth Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Skier an den westlichen Arlberg und fuhr 1894 als erster Skifahrer des Arlbergs auf zwei Brettern von Warth nach Lech. Auch Hannes Schneider aus Stuben ist ein Name, der fest in der Geschichte des Skifahrens verankert ist. Als erster Skilehrer der Region revolutionierte er mit der „Arlberg Schule“ die Technik des Skifahrens und gründete die erste Skischule Österreichs am Arlberg.

Pisten:305 km
Max. Höhe:2.811 m
Längste Abfahrt:11 km
Hüttentipp:MooserWirt
Gletscher:Nein

Heutzutage ist Ski Arlberg mit insgesamt 305 Pistenkilometer das größte Skigebiet der österreichischen Alpen. Neben der Weitläufigkeit ist das Skigebiet mit seinen namhaften Skiorten wie St. Anton am Arlberg, Lech und Zürs, Warth-Schröcken, Klösterle, Zug, St. Christoph und Stuben, vor allem für seine Schneesicherheit bekannt. Wenn es am Arlberg schneit, dann bleibt der Schnee in der Regel liegen. Das liegt auch an der Höhenlage. Denn die Pisten liegen zwischen 1.300 und 2.800 m Höhe. Ich selbst bin bisher noch nie nach Lech Zürs gefahren, ohne von meterhohen Schneewänden begrüßt worden zu sein. Nicht umsonst trifft sich abseits der Piste die Freeride-Szene. Denn irgendwo gibt es immer eine First Line in feinstem Pulver abzustauben.

Nach dem Skitag ist es in Ski Arlberg noch nicht vorbei. Für einige geht es dann sogar erst richtig los. Dabei ist egal, ob ihr eine der einschlägigen Après-Ski-Hütten in St. Anton und Lech aufsucht oder es euch bei einem gemütlichen Dinner gut gehen lasst.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen in Ski Arlberg im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Instatipp: Die besten Fotos habe ich bisher an der Valluga (2.809 m) gemacht. Dort sieht die Landschaft extrem spektakulär aus und die Auffahrt zum höchsten Punkt lohnt sich schon allein für die Aussicht.

Anreise nach St. Anton, Lech-Zürs und Warth

Denkt daran, dass die Skiorte zwar nah beieinander liegen, aber im Winter nicht alle durch unmittelbare Straßen verbunden sind. So kommt ihr aus München kommend beispielsweise über Imst in etwas mehr als 2,5 Stunden nach St. Anton am Arlberg. Von dort geht es weitere 20 Minuten über St. Christoph und Zürs nach Lech am Arlberg.

Obwohl Warth und Lech im Sommer durch eine Passstraße verbunden sind, ist das Befahren in den Wintermonaten nicht möglich. Um mit dem Auto von einem zum anderen Ort zu kommen, müsst ihr in der kalten Jahreszeit einen Umweg über Bludenz und eine Fahrzeit von über zwei Stunden in Kauf nehmen. Überlegt euch also vorher, welcher Skiort der beste Ausgangspunkt für euren Winterurlaub ist.

Denkt auch daran, Schneeketten mitzunehmen. Viel zu oft sind wir schon über eine schneebedeckte Fahrbahn nach Lech eingefahren und da geht es ganz schön steil bergauf. Sofern ihr kein Allrad habt, lohnt sich das rechtzeitige Anlegen der Ketten bereits für die eigenen Sicherheit. Zwingend notwendig wird es, sobald die Schilder mit dem Schneekettensymbol heruntergeklappt und sichtbar sind. Dann sind die Ketten obligatorisch. Und wenn ihr keine dabei habt, kann das teuer werden.

Webcam


Live-Bilder aus Ski Arlberg. Standort der Webcam: Kriegerhorn, 2.070 m. Zum Vergrößern der Cam bitte auf das Bild klicken. Du wirst auf Panomax weitergeleitet.

Riesiges Skigebiet: Wohin zuerst?

Wir wählen Lech als Aufenthaltsort aus. Auf dem riesigen Pistenplan liegt Lech ziemlich zentral. Von dort ist es möglich, jeden Tag einen anderen Teil des Skigebiets zu erkunden. Und ihr könnt direkt auf den Weißen Ring starten. Die die legendäre Skirunde ist 22 km lang und führt einmal rundum um Lech, Zürs und Zug.

Wenn euch der sportlicher Ehrgeiz wichtig ist, solltet ihr vielleicht am gleichnamige Volksrennen im Januar teilnehmen. Ausgestattet mit Startnummern geht es dann auf der Strecke vom Weißen Ring tatsächlich um Ruhm, Anerkennung und Ehre. Und Spaß natürlich!

Eine weitere sehenswerte Skiabfahrt, die nicht zum Weißen Ring gehört, ist die Abfahrt durchs Zürser Täli. Einmal in der Woche gibt es dort die Möglichkeit, bei einem Frühstart teilzunehmen. So kommt ihr vor allen anderen auf die Piste. Ich habe mich der etwa 10-köpfigen Gruppe angeschlossen und bin im Schein der aufgehenden Sonne zwischen den imposanten Felswänden hindurch auf der perfekt präparierten und noch unbefahrenen Piste abgefahren. Bilder von diesem Tag seht ihr oben im Video. Danach gab’s für alle Teilnehmer ein reichhaltiges Frühstück im Bergrestaurant Seekopf. Und als jemand, der ungern mit dem Weckerklingeln aufsteht, sage ich euch: Frühaufstehen hat sich an diesem Tag gelohnt!

Der höchsten Punkt des Skigebiets

Mit der Flexenbahn geht es hinüber auf die Tiroler Seite des Skigebiets nach St. Anton. Dort befindet sich auf 2.811 m die höchste Bergstation des Skigebiets. Schon die Auffahrt zur Vallugaspitze mit der Gondel ist spektakulär, denn es wirkt plötzlich alles sehr hochalpin und schroff. Von oben habt ihr einen genialen Blick bis in die Schweizer und die Bayerischen Alpen. Auch die Zugspitze ist am Horizont zu sehen.

Allerdings führt vom Gipfel keine Piste hinab. Freerider stürzen sich bei guten Schneeverhältnissen dennoch die Hänge hinunter. Dazu braucht ihr allerdings an dieser Stelle einen Skiführer.

Ich für meinen Teil genieße nur die Aussicht und fahre dann wieder eine Sektion weiter runter. Unterhalb des Gipfels beginnt die Piste mit der Nummer 92. Und die reicht mir völlig aus. Die Abfahrt gleicht im oberen Bereich eher einem Ziehweg, aber durch die Landschaft zählt sie für mich wohl trotzdem zu den schönsten Abfahrten des Skigebiets. Es geht vorbei an Felstürmen und meterhohen Schneewänden. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Schlepplift sind es noch über 11 km bis ins Tal nach St. Anton. Damit ist diese Abfahrt die längste Piste im gesamten Skigebiet.

Freeridespaß Deluxe

Wenn ihr schon in Ski Arlberg unterwegs seid, ist das auch die perfekte Gelegenheit, um die ersten Erfahrungen abseits der Piste zu sammeln. Denn im Skigebiet warten neben den zahlreichen präparierten Abfahrten noch rund 200 km ausgewiesene Freeride-Routen.

Allerdings solltet ihr dann unbedingt die obligatorische Notfallausrüstung bestehend aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde im Rucksack mitführen. Anfänger lassen sich am besten von einem Skiführer begleiten. Das ist auch ein Tipp für fortgeschrittene Tiefschneefahrer, die nicht ortskundig sind. Denn der Skiführer kennt die Hänge für jedes Könnerniveau und weiß, wo ihr noch Chancen auf die erste Spur habt und wo der Schnee auch nach drei Tagen Sonnenschein noch fluffig-weich ist.

Ich selbst habe einen meiner besten Tiefschneetage bei dichtem Schneefall mit Skiführer in Warth-Schröcken erlebt und zweifle kein bisschen daran, dass ich diesen Tag mit all den Glücksmomenten und dem Powderspaß an anderen Ecken des Skigebiets genauso nochmals erleben könnte.

Um die Flasche Wein golfen

Egal, wo auch immer ihr unterwegs seid, ihr könnt euch in allen Skigebietsteilen kulinarisch verwöhnen lassen. Ski Arlberg ist für die Vielzahl an exquisiten Bergrestaurants mit gehobener Küche in der Gastronomie bekannt. Es gibt am Arlberg aber genauso auch Hütten, die typisches Hüttenflair versprühen.

Am Galzig gibt es zum Beispiel die Verwallstube, eines der höchstgelegenen Haubenrestaurants in Europa. Donnerstagabends erwartet euch auf 2.085 m ein Candlelight-Dinner. Dazu müsst ihr allerdings einen Tisch vorab reservieren. Auch tagsüber ist die Verwallstube meist gut besucht. Und keine Sorge, euch schaut hier auch keiner komisch an, wenn ihr mit Skischuhen in das Restaurant marschiert.

Übrigens gibt es dort oben auch ein Golfloch. Das befindet sich im Boden des Restaurants und ich habe dort meine ersten Erfahrungen in der Sportart sammeln können. So können Golffreunde auch im Winter das Putten trainieren. Vielleicht spielt ihr sogar darum, wer die Rechnung übernimmt? Oder um die nächste Flasche Wein?

Ein weiterer Einkehrtipp ist das Restaurant Himmeleck im Gebiet von St. Anton. Das á la carte-Restaurant hat Tiroler Köstlichkeiten auf der Speisenkarte stehen. Dort gibt es meiner Meinung nach den besten Kaiserschmarrn des Skigebiets. Und hier kann man sich bei gutem Wetter und mit erfrischenden Getränken durchaus ein bisschen länger aufhalten, wenn ihr mich fragt.

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Gehobene Hotels in Lech, Zürs und St. Anton

Genauso gehoben wie das kulinarische Angebot ist die Auswahl an Hotels. Immerhin gehören insbesondere Lech und St. Anton neben Kitzbühel, Zermatt und St. Moritz zu den exklusivsten Skiorten der Alpen. Eines der Vorzeigehäuser der Region ist Raffl’s St. Antoner Hof. Das 5-Sterne Hotel liegt im Zentrum von St. Anton und besticht durch seine Suiten, den Wellness-Bereich und das hauseigene Gourmetrestaurant.

Eines der besten Wellness-Hotels mit neu gestaltetem Spa-Bereich ist der Warther Hof in Warth. Wenn ihr nicht den ganzen Tag nur im Pool oder in der Saunalandschaft verbringen möchtet, befindet sich der Steffisalpe-Express nur rund 100 Meter weiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dann seid ihr auch schon mittendrin im Skigebiet.

Wenn ihr euch nach Pensionen umschaut, oder etwas außerhalb übernachtet, könnt ihr den Skiurlaub aber auch deutlich kostengünstiger gestalten. So bietet es sich zum Beispiel an, in Pettneu zu übernachten und morgens mit dem Skibus zum nächsten Lift zu fahren.

Übrigens müsst ihr in Lech und St. Anton auch nicht zwangsläufig ein Hotel mit Halbpension buchen. Anders als in anderen österreichischen Skiorten gibt es in diesen Orten eine große Auswahl an Restaurants, in denen ihr zu Abend essen könnt. Allerdings sind die gerade in der Hauptsaison gut besucht. Eine Tischreservierung ist empfehlenswert.

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Die neuesten Après-Ski-Hits im MooserWirt

In die „wahrscheinlich schlechteste Skihütte am Arlberg“, wie sich der MooserWirt gerne selbst bezeichnet, kommt ihr ohne Reservierung rein. Dafür bekommt ihr dort aber vielleicht auch nur einen Stehplatz. Und selbst die stehenden Gäste würden dem Slogan wahrscheinlich nicht zustimmen. Denn „schlecht“ ist es am MooserWirt nie. Mittags könnt ihr noch entspannt essen, danach treffen sich die Feierwütigen im Innenraum und auf der großen Terrasse der Skihütte und grölen lauthals die neuesten Après-Ski-Hits mit. Ein Höhepunkt der Saison sind die jährlichen Après-Ski-Hits von RTL2, die beim MooserWirt zu Gast sind.

Wenn ihr nicht nur an Mickie Krause und Helene Fischer interessiert seid, aber trotzdem gerne abtanzt, dann solltet ihr euch den Termin des Tanzcafé Arlberg Music Festivals in den Kalender eintragen. Zwei Wochen im April verwandeln sich die Skipisten in Lech Zürs und auch die Skiort selbst zum Dancefloor und ihr könnt 14 Tage lang zu Live-Musik aller Stilrichtungen abfeiern.

Und wenn dann Ende April die Lifte schließen, steht auch noch eine letzte große Veranstaltung bevor. In St. Anton am Arlberg begeben sich am letzten Skitag um Punkt 17 Uhr genau 555 Wintersportler an die Startlinie am Vallugagrat. Sobald dann der Startschuss ertönt, heißt es beim Weißen Rausch: Alles oder nichts. Die Top-Zeit auf der Abfahrt bis ins Tal liegt bei acht Minuten und 14 Sekunden. Allerdings geht es bei diesem Kultrennen nicht nur ums Gewinnen. Auch schrill verkleidete Skifahrer und Snowboarder trudeln am Ende ins Ziel ein. Der Spaß kommt garantiert nicht zu kurz.

Fazit

Ski Arlberg hat durch seine Größe eine Vielzahl an Pisten für jeden Schwierigkeitsgrad zu bieten. Anfänger können auf den vielen blauen Pisten die ersten Schwünge üben und erfahrene Skifahrer finden die nächste Herausforderung im Gelände. Ich selbst bin immer gerne in Ski Arlberg und schätze es sehr, dass man sich während eines Skiurlaubs jeden Tag einen neuen Teil des Skigebiets aussuchen kann. So wird es garantiert nicht langweilig.

Wer hingegen noch neu im Wintersport ist, kann sich durch die Weitläufigkeit schnell erschlagen fühlen. Denn ihr müsst immer bedenken, dass ihr am Nachmittag rechtzeitig wieder den Weg in Richtung Hotel einschlagt, um wichtige Verbindungslifte noch vor Liftschluss zu erreichen. Für Familien mit Kindern kann ein kleineres Skigebiet besser geeignet sein, um sich auch mal aufzuteilen. Dann besteht vielleicht weniger Sorge, dass der Nachwuchs sich bis zum anderen Skigebietsende „verfährt“.

Aber natürlich ist die Größe des Skigebiets ja auch nur eine Option. Alles kann, nichts muss!

Lage

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