Tosendes Wasser, schmale Steige und meterhohe Felswände: Die Wanderroute durch die Gleirschklamm bei Scharnitz gehört zu den beeindruckendsten Wanderungen im Karwendel. Anders als bei vielen anderen Klammen ist das Spektakel hier nicht nach wenigen Minuten vorbei. Über eine lange Strecke führt der Weg direkt entlang des wilden Gebirgsbachs und sorgt für ein Naturerlebnis, das man so schnell nicht vergisst, urige Hütteneinkehr inklusive.
Lohnt sich die Wanderung durch die Gleirschklamm?





Die Gleirschklamm liegt im Naturpark Karwendel in der Nähe von Scharnitz und verbindet die spektakuläre Schluchtlandschaft mit einer eher einfachen, aber dafür super abwechslungsreichen Wanderung. Über schmale Steige, kleine Brücken und gut angelegte Wege folgt man dem Wasser tief hinein in die Klamm.
Besonders beeindruckend sind dabei die Länge des Schluchtenabschnitts und die Nähe zum tosenden Wasser: Statt nur kurz durch eine enge Passage zu führen, begleitet dich die wilde Wasserlandschaft über einen großen Teil der Wanderung. Dabei kommst du richtig nah ans Wasser heran!
Fototipp: Das eindrucksvollste Bild entsteht direkt auf der ersten Holzbrücke in der Klamm. Von hier blickt man tief in die Schlucht, während das Wasser unter den Füßen hindurchschießt und die steilen Felswände links und rechts aufragen.
Anreise nach Scharnitz
| Lage: | Scharnitz, Naturpark Karwendel |
| Strecke: | 18 Kilometer |
| Höhenmeter: | 600 |
| Gehzeit: | 5-6 Stunden |
| Einkehrtipp: | Scharnitzer Alm, Oberbrunnalm |
Der Ausgangspunkt der Wanderung befindet sich am Wanderparkplatz in Scharnitz direkt hinter der Isarbrücke. Mit dem Auto erreichst du den Wanderparkplatz schnell, allerdings solltest du früh genug da sein, da nur wenige Plätze zur Verfügung stehen. Alternativ gibt es Parkplätze etwas weiter entfernt zentraler in Scharnitz. Von München braucht ihr rund 90 Minuten mit dem Auto.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, kann die Bahn bis Scharnitz nutzen. Vom Bahnhof aus solltest du circa 20 Minuten extra Zeit einplanen. Mit den Regionalbahnen solltet ihr ab München rund 2,5 Stunden einplanen.
Ausrüstung und Anforderungen für die Gleirschklamm
Konditionell gehört die Gleirschklamm zu den eher einfachen Wanderungen im Karwendel. Große Höhenunterschiede oder lange Anstiege sucht man hier vergeblich. Trotzdem solltest du die Tour nicht unterschätzen. Die Wege verlaufen stellenweise schmal entlang der Schlucht und können besonders nach Regen feucht werden. Trittsicherheit ist daher wichtig. Mit festen Wanderschuhen und einer normalen Wanderausrüstung ist man jedoch bestens vorbereitet. Die Tour eignet sich auch für Familien mit älteren Kindern, die bereits etwas Bergerfahrung mitbringen.
Eine Einkehrmöglichkeit gibt es am Anfang und nach der Hälfte der Route. Du solltest dennoch unbedingt ausreichend Flüssigkeit und Snacks für die Tour mitnehmen, um auch währenddessen eine kleine Pause einlegen zu können.
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Von Scharnitz zum Eingang der Gleirschklamm
Der erste Abschnitt der Wanderung verläuft über einen normalen und entspannten Wanderweg an der hellblauen Isar. Je weiter man wandert, desto mehr verändert sich die Landschaft und das Rauschen der Klamm wird immer lauter. Über eine Holzbrücke geht es dann komplett in die wilde Landschaft. Hier verändert sich die Atmosphäre schlagartig. Das Wasser rauscht nicht mehr irgendwo in der Ferne. Es ist plötzlich überall. Unter den Füßen donnert der Gebirgsbach durch die enge Schlucht, während die hohen Felswände links und rechts von dir fast senkrecht aufragen.
Das Wasser ist tiefblau und hat eine solche Kraft, dass es wie ein ewig langer Wasserfall nur so an einem vorbeirauscht. Gerade morgens und am Nachmittag ist das Licht in der Klamm besonders schön. Halte außerdem Ausschau nach den kleinen Vögeln, die durch die Klamm hindurchfliegen: Sie nehmen jede Kurve wie auf einer Achterbahn.
Wandern durch die Gleirschklamm: Steige, Brücken und Wasserfälle
Viele Klammwanderungen sind eher kurz und führen nur über ein paar Meter an spektakulären Stellen vorbei, aber die Gleirschklamm macht genau das Gegenteil. Über lange Strecken folgt der Weg direkt dem Wasser. Immer wieder führen kleine Brücken oder Stege über das Wasser, manchmal sogar abenteuerlich mit einer kleinen Seilversicherung, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Hinter jeder Kurve eröffnet sich eine neue Perspektive auf die Schlucht. Mal blickt man tief in ausgewaschene Felspools, mal auf tosende Stromschnellen oder kleine Wasserfälle.
Besonders beeindruckt hat mich, wie abwechslungsreich die Wanderung bleibt. Obwohl man über einen langen Zeitraum direkt entlang der Klamm unterwegs ist, wird es nie eintönig. Das Wasser verändert sich ständig: Mal wirkt es ruhig und glasklar, wenige Meter später schießt es mit voller Wucht durch die enge Schlucht. Wer nach der Klamm noch weiterwandern möchte, kann die Tour bis zur Oberbrunnalm verlängern. Die schöne Alm liegt eingebettet zwischen den Karwendelbergen und eignet sich hervorragend für eine Einkehr.
Für mich war die Gleirschklamm selbst allerdings bereits das eigentliche Highlight des Tages. Wer mag, kann auch den Rückweg durch die Klamm nehmen und abschließend noch bei der Scharnitzer Alm einkehren. Alternativ gibt es aber auch einen Rundweg, der dir nochmal den Blick in die Klamm von oben ermöglicht.
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Fazit
Die Gleirschklamm zählt zu den Wanderungen, die einen so richtig umhauen können. Selten erlebt man solche Wassermassen und so steil abfallende Felswände aus dieser Nähe und über so eine Länge. Die Klamm wirkt im Vergleich zu vielen anderen Klammen noch extrem wild und naturbelassen und gibt dir die Möglichkeit, so richtig in diese Welt einzutauchen. Die urigen Hütten, die du im Rahmen der Wanderung erreichen kannst, runden das Erlebnis nochmal so richtig ab. Mein Tipp, wenn du etwas Zeit hast: der Kaiserschmarrn auf der Scharnitzer Alm.
Wenn du im Karwendel unterwegs bist, solltest du dir dieses noch relativ unberührte Naturwunder nicht entgehen lassen. In Kombination mit einer Einkehr auf der Scharnitzer Alm oder einer Verlängerung zur Oberbrunnalm entsteht eine rundum gelungene Halbtagestour, die definitiv zu den schönsten Klammwanderungen Tirols zählt.
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