Die Piste am Mölltaler Gletscher ist gleichmäßig geneigt. Der Schnee in der Höhenlage auf über 3.000 Meter griffig und kalt. Die Sonne scheint von oben. Kaiserwetter. An so einem Skitag auf Brettern über die präparierten Abfahrten zu gleiten, regt Glücksgefühle bei jedem Skifahrer an. Noch genialer ist es, wenn man direkt vor der imposanten Erscheinung des Großglockners die Pisten hinabsaust. Und genau das erwartet euch im Süden der Hohen Tauern, im südlichsten Gletscherskigebiet Österreichs.

Lohnt sich Skifahren am Mölltaler Gletscher in Kärnten?

Pisten:17 km
Max. Höhe:3.122 m
Längste Abfahrt:3 km
Skipasspreis:ab € 186 / Woche
Gletscher:Ja

Das Skigebiet am Mölltaler Gletscher reicht auf bis zu 3.122 Meter hinauf. Der höchste Punkt ist die Bergstation unterhalb des Gipfels Schareck. Durch diese Höhenlage und dank des Gletschers ist das Gebiet ausgesprochen schneesicher. Je nach Schneelage könnt ihr am Mölltaler Gletscher sogar in den Sommermonaten Skifahren. Wenn die Bedingungen passen, geht die Saison von Juni bis Mai.

Besonders gute Verhältnisse erwarten euch natürlich im Winter. Dann ist der Schnee auch im Verlauf der Tages noch kalt und wird nicht so schnell sulzig wie in tieferen Lagen. Dann gibt es insgesamt knapp 20 Kilometer Piste. Die Abfahrten sind vorwiegend blau und rot markiert. Also auch gut für Anfänger und für die ersten Schwünge nach der Sommerpause.

Es gibt allerdings auch anspruchsvollere, schwarz markierte Abfahrten. Dazu gehört zum Beispiel die Eissee-Piste mit der Nummer 10. Sie gilt als höchstgelegene FIS-Abfahrt Kärntens. Darüber hinaus gibt es knapp 7 km Variantenabfahrten. Die wohl schwierigste Route für all jene, die sicher auf dem Ski stehen, ist die Abfahrt vom Schareck zum Stübele See. Da kommt Freeride-Feeling auf.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen am Mölltaler Gletscher im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Instatipp: Es lohnt sich, ab der Bergstation vom Gletscher Jet einige Meter zu Fuß zum nahegelegenen Gipfelkreuz der Baumbachspitze aufzusteigen. Von dort oben habt ihr einen sensationellen Rundumblick mit freier Sicht auf den Großglockner und bis nach Slowenien. Perfekt für Fotos!

Anreise nach Flattach

Der Mölltaler Gletscher liegt im Süden der Hohen Tauern. Im Sommer führt die kürzeste Strecke über die Großglockner Hochalpenstraße. Im Winter ist die Passstraße nicht passierbar. Dann liegt da zu viel Schnee. Dementsprechend fahren wir ab München über Salzburg und weiter in Richtung Millstätter See bis nach Flattach rund 3,5 Stunden. Dort liegen die meisten Hotels. Bis zur Talstation des Mölltaler Gletschers sind es nochmals knapp 15 min mit dem Auto.

Parken könnt ihr täglich kostenlos direkt an der Talstation. Da gibt es ausreichend Parkflächen. Allerdings sind die Plätze in der ersten Reihe oftmals schon von den Ski-Teams belegt, die bereits um 8:00 Uhr mit der ersten Bahn auffahren.

Skipass online kaufen

Apropos erste Bahn. Bei der Ankunft am Skigebiet solltet ihr etwas aufs Timing achten. In der Nebensaison bringt die Standseilbahn nur alle 30 Minuten Skifahrer hinauf ins Skigebiet. Plant also genügend Zeit zum Anziehen der Skischuhe ein und kauft das Ticket am besten online. Das spart Zeit. Denn nichts ist ärgerlicher, als die Bahn nur knapp zu verpassen und dann eine halbe Stunde in voller Montur an der Talstation warten zu müssen. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich spreche.

Es lohnt sich auch preislich, online nach Skipass-Angeboten zu schauen. Tickets für den Mölltaler Gletscher könnt ihr vorab über Gopass kaufen. Bei dem Skipass-Anbieter gibt es oftmals reduzierte Skitickets.

Breite Gletscherpisten mit Großglocknerblick

Die knapp 20 Pistenkilometer am Mölltaler Gletscher sind entspannt an einem Tag abzufahren. So wirkt das Skigebiet erstmal beschaulich und klein. Langweilig wird es aber nicht. Besonders cool zum Carven finde ich die rot markierte Familienabfahrt. Die Piste mit der Nummer 9 führt von der Bergstation der Gondelbahn bis zur Bergstation der Standseilbahn hinab. Ein kurzes Stück ist etwas steiler. Ansonsten ist das eine wahre Pistenautobahn, auf der ihr die Kanten zum Glühen bringen könnt.

Die höchstgelegenen Pisten am Schareck haben auch ihren Reiz. Denn von dort ist der Großglockner gut zu erkennen. Neben Österreichs höchstem Berg ins Tal zu gleiten, ist ein besonderes Erlebnis. Dafür solltet ihr aber bis zum Mittag warten. Am Vormittag werden die Pisten oft noch zu Trainingszwecken von Ski-Verbänden genutzt. Sobald die Fahnen abgebaut sind, wird es in diesem Teil deutlich ruhiger.

Einkehrschwung auf der Sonnenterrasse

Wenn ihr nach einigen anstrengenden Ski-Abfahrten die Beine ausruhen möchtet, stehen euch zwei Einkehrmöglichkeiten zur Verfügung. Bei beiden gibt es eine große Sonnenterrasse. So könnt ihr wahlweise ab Dezember die Ski vor der Duisburger Hütte abschnallen, die an der schwarzen Piste liegt. Da empfehlen wir die Knödel. Oder aber ihr kehrt – auch bereits vor Dezember – ins Panorama Restaurant Eissee ein. Dort haben wir uns einen Platz gesucht.

Das Selbstbedienungsrestaurant findet ihr an der Bergstation der Eisseebahn und es gibt alles, was das Skifahrerherz begehrt. Angefangen von Gulaschsuppe über Burger, Käsespätzle und Wiener Schnitzel bis hin zu Germknödel und Kaiserschmarrn werden alle Wünsche erfüllt. Ihr könnt hier auch mit Karte zahlen. Allerdings sind die Preise für die Speisen nicht ganz günstig.

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Übernachtung direkt im Skigebiet

Wer das Skigebiet in den ersten Minuten des Tages für euch haben möchte und nicht zweimal täglich mit der langen Standseilbahn fahren will, kann am Mölltaler Gletscher auch direkt an der Piste nächtigen. Da bietet sich die Duisburger Hütte an. Die 2008 renovierte DAV-Hütte hat nämlich neben den üblichen Matratzenlagern auch Zweibettzimmer. Wer Mitglied im Alpenverein ist, spart beim Übernachtungspreis sogar noch etwas ein.

Ein Hoteltipp mit guter Küche ist das Alpenhotel Badmeister im Tal. Das familiengeführte 3-Sterne-Hotel liegt etwa fünf Minuten von der Talstation entfernt und ist somit im Tal das nächstgelegene Haus zum Skigebiet. Wir haben sogar noch einen Nachschlag beim abendlichen Menü bekommen. Super nett! Und ab 15:00 Uhr ist die Sauna aufgeheizt, um direkt nach der Zeit im Schnee etwas Wärme tanken zu können.

Après-Ski, Konzerte und Nachtclubs

Für feierwütige Wintersportler ist der Mölltaler Gletscher wohl nicht die richtige Wahl. Es gibt an der Bergstation der Standseilbahn eine Schirmbar. Dort könnt ihr den Skitag mit einem Kaltgetränk und Musik ausklingen lassen. Allerdings nicht bis zum bitteren Ende, sondern nur bis zum Ende des Skitags. Und der ist um 16:30 Uhr vorbei. Dann geht die letzte Bahn hinab ins Tal. An der Talstation selbst gibt es keine Möglichkeit für Après-Ski.

Wenn ihr dennoch nicht ganz aufs Partymachen verzichten wollt, müsst ihr zumindest die paar Kilometer bis Flattach fahren. Dort gibt es dann mit Kneipen wie dem „Hütt’n Wirt“ Lokalitäten, in denen ihr noch einige Stunden den Après-Ski-Schlagern lauschen könnt.

Alternativ könnt ihr jedoch auch die Skischuhe gegen warme Boots und die Ski gegen einen Schlitten tauschen. Die nahegelegenen Rodelbahn Haselstein wird abends von Flutlicht beleuchtet. Nach Voranmeldung werdet ihr auf Wunsch sogar mit einem Shuttle direkt am Hotel abgeholt und zum Einstieg der 1,3 km langen Schlittenbahn gebracht.

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Hüttentipp

Schnitzel, Kaiserschmarrn und Co.: Im Restaurant Eissee auf über 2.800 m könnt ihr auf einer großen Sonnenterrasse speisen.

Hoteltipp

In unmittelbarer Nähe zur Talstation liegt das Alpenhotel Badmeister mit sehr guter Kärntner Küche.

Fazit

Der Mölltaler Gletscher passt perfekt in die Kategorie „klein aber fein“. Mit den großen Skigebieten kann sich das Gebiet zwar nicht messen, muss es aber auch nicht. Dafür punktet die Region mit Schneesicherheit. Und das schon ab Herbst. Wer da den Fokus wirklich nur aufs Skifahren setzt und kein Halligalli rundherum braucht, ist hier genau richtig. Für mich war es die perfekte Wahl zum Saisonstart Anfang November. Und die Verhältnisse waren zu dieser Zeit super. Für mich war das also bestimmt nicht der letzte Aufenthalt am Mölltaler Gletscher.

Im Herbst ist es am Mölltaler Gletscher oft am vollsten. Im Hochwinter, wenn dann zahlreiche Gebiete rundheerum geöffnet haben, wird es deutlich ruhiger. Da kann man sich zum Teil sogar auf einsame Abfahrten einstellen. Durch die Beschaulichkeit und die Vielzahl an leichten und mittelschweren Pisten ist es somit sogar ein Tipp für Familien mit Kindern.

Vielleicht verbindet ihr den Tag am Mölltaler Gletscher auch mit einem Urlaub in Kärnten. So könnt ihr beispielsweise auch Wanderungen und Skifahren kombinieren. Ein Tipp in der Nähe ist ein Besuch der Raggaschlucht. Im Hochwinter ist die allerdings geschlossen. Dann lohnt sich vielmehr eine Kombination mit weiteren Skigebieten und Winteraktivitäten. Etwa 40 Minuten Fahrzeit entfernt liegt das Skigebiet Heiligenblut. Das ist ein wahrer Freeride-Hotspot. Oder ihr tauscht die Ski gegen Schlittschuhe und fahrt zum Eislaufen an den Weißensee.

Lage

Praktische Links

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