Imposant erheben sich die Lienzer Dolomiten hinter Lienz. Schroff und zackig ragen sie in den Himmel. Sie wirken so unerreichbar von unten. Und diese eindrucksvolle Bergwelt werde ich gleich mit Skitourenski erkunden. Dann komme ich den gigantischen Felswänden noch ein bisschen näher. Und weil es für mich eine der ersten Skitouren der Saison ist, entscheide ich mich für eine leichte Variante.

Lohnt sich die Skitour zum Auerlingköpfl in Osttirol?

Lienz ist die Hauptstadt Osttirols und auch als „Perle der Dolomiten“ bekannt. Im Sommer wie im Winter ist das Städtchen, das sich im Schnitt über 2.000 Sonnenstunden im Jahr freuen kann, ein beliebter Ausgangspunkt für Aktivitäten.

So könnt ihr euch in der kalten Jahreszeit in den Skigebieten Zettersfeld oder am Hochstein austoben. Und wenn’s lieber auf Kufen bergab gehen soll, ist die Ganzjahres-Rodelbahn Osttirodler mit Aussicht auf die Kulisse von Lienz eine gute Alternative.

Oder ihr tut es mir gleich und packt die Tourenski ein. Denn rund um Lienz gibt es zahlreiche Tourenmöglichkeiten.

Von Tristach über die Dolomitenhütte bergauf

Start:Kreithof/Tristach
Höchster Punkt:2.035 m
Länge:4,8 km
Höhenmeter:1.000 m
Einkehrtipp:Dolomitenhütte

Wir starten etwas außerhalb der Stadt, in Tristach, am Parkplatz Kreithof. Wenn ihr das Auto dort abstellt, wird eine Parkgebühr von 2 Euro fällig.

Theoretisch könnt ihr sogar noch weiter oben starten. Denn zur Dolomitenhütte, die auf der Hälfte der Tour liegt, gibt es einen Taxiservice. Da müsst ihr aber vorher anrufen & das Taxi mit ausreichend Abstand bestellen. Die Auffahrt mit dem eigenen Auto ist nicht gestattet, denn der Weg führt über die Naturrodelbahn nach oben.

Lawinenausrüstung mit LVS-Geräte nicht vergessen

Der erste Teil der Tour erfordert Kondition. Durch Waldschneisen geht es nach oben. Es ist ein bisschen, wie Skitourengehen am Pistenrand. Die Flächen sind sogar präpariert. Allerdings gehört die notwendige Lawinenausrüstung bestehend aus LVS-Gerät, Schaufel und Sonde trotzdem ins Gepäck.

Technisch ist der Aufstieg erstmal nicht anspruchsvoll. Zwar ist es an manchen Stellen zu steil, um gerade nach oben zu laufen, aber wir gehen in sanften Serpentinen hoch. Das geht ohne eine einzige Spitzkehre.

Instatipp: Die Dolomitenhütte ist absolut fotogen. Folgt der Aufstiegsspur noch ein paar Meter, bis ihr die Dolomitenhütte passiert habt. Dann blickt zurück. Aber Achtung: Ein kurzer Abschnitt des Weges ist steinschlag-gefährdet. Achtet also auf einen sicheren Platz zum Fotografieren.

Kurzer Stopp an der Dolomitenhütte

Bis zur Dolomitenhütte haben wir auf diese Weise schon knapp 600 Höhenmeter zurückgelegt. Die Hütte selbst ist super sehenswert. Sie liegt direkt am Abgrund. Unter dem Gebäude führt eine steile Felswand etliche Meter in die Tiefe.

Vom Gastraum und der Sonnenterrasse aus habt ihr einen herrlichen Blick auf die umliegenden zackigen Felstürme. Wir halten uns jedoch nicht so lange auf und treten den Anstieg zum Gipfel an. In die Dolomitenhütte werden wir auf dem Rückweg noch einkehren.

Den Felswänden ganz nah

Ab hier weicht die pistenartigen Aufstiegsroute einer spannenderen Wegführung. Wir suchen uns unsere Route durch den Wald, umrunden Bäume, steigen über Äste und schlängeln uns immer weiter hinauf.

Sobald wir das Waldgebiet verlassen, tuen sich vor uns mächtige Felswände auf. Wir sind den Dolomitentürmen ganz nah. Und kommen ihnen mit jedem Schritt näher.

Als wir schließlich die unbewaldete Kuppe des Auerlingköpfls (2.026 m) erreichen, blicken wir auf der einen Seite über Kärnten, den Nationalpark Hohe Tauern mit der Schobergruppe, dem Großglockner und Großvenediger. Auf der anderen Seite erheben sich direkt vor uns die Lienzer Dolomiten mit den Spitzkofeltürmen und dem Simonskopf. Stark!

Fazit

Es ist eine schöne, nicht allzu lange Skitour. Wenn ihr ohne Pause durchlauft, seid ihr in knapp 3 Stunden am Gipfel. Die Tour ist nie wirklich steil und technisch anspruchsvoll. Wenn ihr euch unsicher seid, lasst euch trotzdem lieber von einem Bergführer begleiten.

Allerdings müsst ihr Kondition für 1.000 Höhenmeter mitbringen. Das ist auf Skitourenski im Zweifel nochmals anstrengender als im Sommer, wenn ihr nicht bei jedem Schritt noch ein schweres Brett unter den Füßen habt oder durch verschiedene Schneeverhältnisse stapfen müsst.

Beim Abfahren gilt es vor allem im oberen Stück vorsichtig zu sein. Da geht es durch den Wald. Das untere Stück ist eher vergleichbar mit einer Skipiste.

Die Dolomitenhütte selbst solltet ihr unbedingt besuchen. Dort gibt es sogar Übernachtungs-Möglichkeiten. Auch ansonsten lohnt sich der Abstecher dahin, um die Kraftreserven wieder aufzufüllen. Sie zählt meiner Meinung nach zu den schönsten Hütten in den Alpen. Das liegt vor allem an ihrer spannenden Lage.

Lage

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