Tappenkarsee: Geniale Wanderung in den Radstädter Tauern

Wir wandern über den grasbewachsenen Bergrücken und haben dabei ein Postkartenmotiv des Tappenkarsees, wie es schöner kaum sein könnte. Das smaragdgrüne Wasser, dahinter die schroffen Gipfel der Radstädter Tauern – wie gemalt, fast schon kitschig. Mit diesem Ausblick hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Vor allem nicht, nachdem wir uns den Aufstieg zum beliebten Gebirgssee in Kleinarl noch mit zahlreichen anderen Wanderern geteilt haben. Warum sich die zusätzlichen Höhenmeter hier durchaus lohnen, erfahrt ihr hier.

Lohnt sich die Wanderung zum Tappenkarsee?

Der Tappenkarsee liegt auf 1.762 Metern Höhe oberhalb von Kleinarl im Salzburger Land in den Radstädter Tauern. Mit einer Länge von über einem Kilometer zählt er zu den größten natürlichen Bergseen der Region. Eingebettet zwischen grünen Berghängen und schroffen Gipfeln ist vor allem das klare, smaragdgrüne Wasser ein echter Blickfang.

Schon die klassische Wanderung vom Jägersee bzw. vom Parkplatz bei der Schwabalm mit 560 Höhenmetern hinauf zum See lohnt sich. Wer eine abwechslungsreichere Bergtour machen möchte, kann zusätzliche Höhenmeter sammeln und sich besondere Ausblicke verdienen, indem er auf einen der umliegenden Gipfel steigt. Unsere 15 Kilometer lange Rundtour mit insgesamt 1.050 Höhenmetern führt auch auf das Draugsteintörl und über den aussichtsreichen Bergrücken oberhalb des Bergsees.

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Fototipp: Das schönste Postkartenmotiv findet ihr am Bergrücken zwischen Draugsteintörl und Karteistörl. Von hier bekommt ihr im Querformat den Tappenkarsee in seiner gesamten Länge und die schroffen Gipfel dahinter aufs Bild. Frühmorgens oder am Abend werden die Bergspitzen hinter dem See in sanftes Licht getaucht, was der Szenerie noch etwas ganz Magisches verleiht.

Anreise nach Kleinarl

Höhenmeter:1.050 hm
Strecke:15 km
Gehzeit:6 Stunden
Einkehrtipp:Tappenkarsee-Hütte
Beste Zeit:Juni – Ende September

Von München erreicht ihr Kleinarl mit dem Auto in etwa 2,5 Stunden. Dafür fahrt ihr zunächst über die A8 nach Salzburg (Achtung: Vignettenpflicht!) und anschließend weiter Richtung Süden bis zum Knoten Pongau. Von dort geht es über St. Johann im Pongau weiter nach Kleinarl. Am Talschluss liegt der Jägersee, wo ihr kostenlos parken und die Wanderung bereits starten könnt.

Wir fahren allerdings über die Mautstraße noch weiter bis zum Parkplatz bei der Schwabalm. Die Maut lohnt sich meiner Meinung nach, denn dadurch sparen wir uns etwa eine Stunde Gehzeit pro Richtung. Alternativ bietet sich die Strecke perfekt für Bike & Hike an.

Auch öffentlich ist die Anreise nach Kleinarl möglich. Ihr könnt mit dem Schnellzug bis Salzburg Hauptbahnhof fahren, weiter nach St. Johann im Pongau und dort in die Buslinie 530 umsteigen, die euch direkt bis zum Jägersee bringt. Von dort aus müsst ihr die rund 3,7 Kilometer und 100 Höhenmeter bis zur Schwabalm allerdings zu Fuß zurücklegen.

Vorbereitung für die Tappenkarsee-Rundtour

Auch wenn der Tappenkarsee ein beliebtes Wanderziel ist, solltet ihr die Tour nicht unterschätzen. Festes Wanderschuhwerk, entsprechende Kleidung und ausreichend zu trinken sind auch für die Wanderung hinauf zum See ein Muss. Wenn ihr wie wir die gesamte Rundtour über das Draugsteintörl und den Bergrücken plant, packt zusätzlich eine warme Jacke und Wechselkleidung ein. Weiter oben kann es vor allem bei Wind schnell kalt werden.

Mit der Tappenkarsee-Alm und der Tappenkarsee-Hütte gibt es gleich zwei lohnende Einkehrmöglichkeiten auf der Tour. Deshalb: Bargeld nicht vergessen! Auch wenn der Parkplatz bei der Schwabalm recht groß ist, kann es vor allem am Wochenende schnell voll werden. Es lohnt sich also, gleich am Vormittag zu starten – nicht nur wegen der Hitze.

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Über viele Serpentinen zum Tappenkarsee

Vom Parkplatz starten wir zunächst leicht bergauf durch den dichten, grünen Wald, bevor sich der breite Wanderweg in zahlreichen Serpentinen den Hang hinaufschlängelt. Weiter oben hören wir bereits das Rauschen des Tappenkar-Wasserfalls, der heute allerdings deutlich weniger Wasser führt als etwa im Frühjahr. Nach einer letzten steileren Passage über einige Stufen flacht der Weg schließlich ab und gibt den ersten Blick auf den Tappenkarsee frei. Der glasklare, smaragdgrüne Gebirgssee liegt malerisch eingebettet zwischen steilen Felswänden und sanften Berghängen. Auch wenn ringsum recht viel los ist, genießen wir hier eine kurze Pause und den Blick über den See.

Nun folgen wir dem Wanderweg am rechten Seeufer nur wenige hundert Meter bis zur Tappenkarsee-Alm. Anstatt weiter am See entlang in Richtung Tappenkarsee-Hütte zu wandern, zweigen wir jetzt rechts auf einen schmaleren Pfad ab. Von nun an geht es deutlich steiler den grasbewachsenen Hang hinauf in Richtung Draugsteintörl – und langsam wird es um uns herum auch ruhiger.

Bester Panoramablick vom Bergrücken

Auf 2.077 Metern Höhe erwartet uns schließlich das Draugsteintörl mit seinem einfachen Gipfelkreuz aus Holz. Von hier oben können wir bereits toll auf den Tappenkarsee hinunterblicken. Doch der schönste Abschnitt unserer Tour liegt noch vor uns. Die meisten Wanderer steigen von hier direkt zur hinteren Tappenkarsee-Hütte ab, wir folgen allerdings dem oberen Wanderpfad über den grasbewachsenen Bergrücken in Richtung Karteistörl.

Und genau diese Entscheidung lohnt sich! Je weiter wir gehen, desto eindrucksvoller wird der Blick auf den Tappenkarsee. Erst von hier aus wird die gesamte Länge des Gebirgssees erkennbar. Das smaragdgrüne Wasser leuchtet in der Sonne, und einige Wolken spiegeln sich darin. Dahinter türmen sich die schroffen Gipfel der Radstädter Tauern auf. Postkartenidylle pur! Dazu sind wir auf dem Bergrücken beinahe alleine unterwegs – für mich definitiv der schönste Abschnitt unserer gesamten Rundtour.

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Fazit

Vom Karteistörl steigen wir schließlich zur Tappenkarsee-Hütte ab, wo wir uns Kaffee und Kuchen auf jeden Fall verdient haben. Anschließend geht es am Ufer entlang zurück zur Tappenkarsee-Alm und über die bekannten Serpentinen hinunter zum Parkplatz. Die Wanderung zum Tappenkarsee lohnt sich. Schon der smaragdgrüne Gebirgssee ist ein tolles Ziel, doch die zusätzlichen Höhenmeter über den Bergrücken versprechen extra schöne Ausblicke.

Wenn ihr länger in der Region bleibt, könnt ihr mit dem Penkkopf über die Kleinarler Hütte einen weiteren aussichtsreichen Gipfel erwandern. Für einen gemütlicheren Ausflug bietet sich der Jägersee mit seinem einfachen Rundweg und einem Ruderbootverleih an.

Lage

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