Die 9 besten Sehenswürdigkeiten in Halle (Saale)

Halle an der Saale gehört zu den wenigen deutschen Großstädten, die ihr historisches Stadtbild weitgehend bewahrt haben. In Sachsen-Anhalt gelegen, bietet Halle viele geschichtsträchtige Sehenswürdigkeiten. Diese befinden sich nicht nur in der Altstadt, sondern auch an den naturbelassenen Ufern der Saale. Dieses Ausflugsziel lohnt sich auch deshalb besonders, weil die interessanten Orte im Großraum Halle-Leipzig genügend Attraktionen für einen ausgiebigen Städtetrip bieten.

Top-Sehenswürdigkeiten in Halle im Überblick

Zu Zeiten von Mittelalter, Renaissance und Barock war Halle an der Saale eine der bedeutendsten Städte Deutschlands. Das zeigt sich bis heute an einzigartigen Bauwerken: Die Marktkirche hat vier Türme und bildet zusammen mit dem Roten Turm das Wahrzeichen der „Stadt der fünf Türme“. Im Kunstmuseum Moritzburg Halle seid ihr absoluten Meisterwerken auf der Spur. Über allem thront die Burg Giebichenstein und bietet eine fabelhafte Aussicht.

Feinsinnige Zeugnisse des Barock sind das Händel-Haus und die Franckeschen Stiftungen. Und wenn ihr in die graue Vorzeit hinabtauchen wollt, betrachtet die geheimnisvolle Himmelsscheibe von Nebra im Landesmuseum für Vorgeschichte. Wunderschöne Natur findet ihr auf der Peißnitzinsel unweit des Zentrums. Heute leben rund 229.000 Menschen in der Saalestadt.
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1. Marktkirche und Roter Turm: Hallesches Wahrzeichen auf dem Marktplatz 

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Markkirche geweiht:1537
Must-See:Statue Heiliger Roland
Roter Turm:80 m Höhe

Schon der weltberühmte Maler Lyonel Feininger hat diese großartige Ansicht festgehalten: Das Ensemble aus spätgotischer Marktkirche und Rotem Turm prägt das Stadtbild seit vielen Jahrhunderten. Spannend dabei ist, dass die vier Türme der Marktkirche „Unser Lieben Frau“ von zwei älteren Kirchen stammen, die Anfang des 16. Jahrhunderts abgerissen worden sind. Das Kircheninnere ist noch weitgehend original erhalten.

Der Rote Turm, ein einzeln stehender Campanile, fungiert als Glockenturm der Marienkirche. Lauscht hier unbedingt dem größten Glockenspiel Europas mit seinen 76 Glocken.

2. Landesmuseum für Vorgeschichte: Mysterium Himmelsscheibe von Nebra

Fassade eines historischen Gebäudes mit einem geschwungenen Dach, großen Fenstern und einer beeindruckenden Eingangsrampe, umgeben von Grünflächen und Bäumen.
©js-photo
Eingeweiht:1918
Architekt:Wilhelm Kreis
Himmelsscheibe:Durchmesser 32 cm

Die Himmelsscheibe von Nebra gehört zu den faszinierendsten archäologischen Fundstücken aus der frühen Bronzezeit. Auf der etwa 4.000 Jahre alten Bronzeplatte schimmert eine wiedererkennbare Sternformation aus purem Gold: Zu sehen sind der Vollmond, eine Mondsichel und das Sternbild der Plejaden.

Eine später hinzugefügte Sonnenbarke lässt auf einen mythologischen Hintergrund schließen. Dieses spektakuläre Objekt (gefunden 1999) wurde von Raubgräbern beschädigt. Es ist nur eines von absolut herausragenden Exponaten im Landesmuseum für Vorgeschichte, dessen Baustil an die Porta Nigra in Trier erinnert. Wenn ihr gerne auf den Spuren früherer Jahrtausende unterwegs seid, dann plant viel Zeit ein.

3. Kunstmuseum Moritzburg Halle: Tempel der Kunst

Eine historische Burg mit roten Dächern und einer Steinfassade, umgeben von Bäumen und auf einem sonnigen Tag fotografiert.
©sehbaer_nrw
Lage:im Innenhof der Burg
Must-See:Burgtor
Erbaut:Ab 1484

Ehemals Residenz der mittelalterlichen Erzbischöfe, ist die Moritzburg in Halle heute ein bedeutendes Kunstmuseum. Spätgotische Mauern der ehemaligen Ruine gehen eine interessante Symbiose mit zeitgenössischer Architektur ein. Das Kunstmuseum Moritzburg Halle zeigt die gesamte Bandbreite der Kunst vom 16. bis zum 21. Jahrhundert.

Ein Schwerpunkt bildet die Moderne mit herausragenden Werken von Paul Klee, Wilhelm Lehmbruck, Gustav Klimt oder Franz Marc. Wechselnde Sonderausstellungen bieten einen Einblick in die Hallesche Geschichte und die internationale Kunst. Imposant ist das original erhaltene Burgtor aus dem Mittelalter.

4. Burg Giebichenstein: Fulminante Aussicht auf das Saaletal

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Lage:Fels Giebichenstein
Must-See:Oberburg
Höhe:87 m

Hoch über der Saale erhebt sich die Burg Giebichenstein, jahrhundertelang Residenz der Magdeburger Erzbischöfe. Kein Geringerer als Kaiser Friedrich Barbarossa berief 1157 hier eine Fürstenversammlung ein. Heutzutage lauft ihr durch einen Torbogen über den historischen Amtsgarten zu alten Steinstufen und felsigen Wegen. Diese führen hinauf zur Oberburg. Dort könnt ihr den romanischen Torturm sowie die Grundmauern des Palas und der Burgkapelle bestaunen.

Der grandiose Blick über Halle und das Saaletal wird euch verzaubern. Hörstationen und ein Erlebnisfernrohr lassen die Geschichte der alten Gemäuer wieder lebendig werden. Die Unterburg mit beeindruckenden mittelalterlichen Bauteilen beherbergt heute die Kunsthochschule Burg Giebichenstein.

5. Peißnitzinsel und Saaleaue: Grünste Großstadt Deutschlands?

Lage:Nahe der Innenstadt
Must-Do:Parkeisenbahn fahren
Größe:Ca. 46 ha

Umflossen vom Saalestrom und von der Wilden Saale, liegt die autofreie Peißnitzinsel, Halles grüne Oase und Teil der Naturlandschaft Saale-Elster-Aue. Spazier- und Radwege führen durch Auenwälder mit Eichen, Eschen und Ahornbäumen, die beinahe wie ein kleiner Dschungel wirken.

Ein Höhepunkt für Familien ist der historische Peißnitzexpress, der gemächlich über die Insel fährt. Über die denkmalgeschützte Peißnitzbrücke von 1899 erreicht ihr die Insel bequem zu Fuß. Picknickwiesen, das alte Peißnitzhaus und ruhige Uferplätze machen sie zum grünen Wohnzimmer der Stadt. Vögel zwitschern und die Großstadt scheint weit weg.

6. Franckesche Stiftungen: Barocker Bildungsort

Ansicht eines historischen Gebäudes mit blauen Fenstern und einem roten Dach, umgeben von Bäumen und einer grünen Wiese.
©Bumann
Lage:Franckeplatz
Must-See:Barocke Kulissenbibliothek
Gegründet:1698

Fast wirkt das Historische Waisenhaus der Franckeschen Stiftungen wie ein barockes Schloss, erbaut für die Armen. Denn hier lebte kein Adel, hier erhielten Kinder armer Familien Bildung. Hinter den eleganten Fassaden verwirklichte der pietistische Theologe August Hermann Francke vor über 300 Jahren seine Vision einer Armenschule, aus der ein Waisenhaus und eine bedeutende Bildungsstätte entstanden.

Faszinierend sind die historische Kulissenbibliothek mit jahrhundertealten Meisterwerken der Buchkunst und die Kunst- und Naturalienkammer, über der das ausgestopfte Exemplar eines Nilkrokodils schwebt. Die erfolgreiche Geschichte eines Bildungsortes für alle wird bis heute fortgeschrieben.

7. Händel-Haus: Geburtshaus des berühmten Komponisten

Eine Ecke eines gelben Gebäudes mit vielen Fenstern und einem Giebel, unter blauem Himmel. Es gibt eine Eingangstür und eine Straßenlaterne.
©Bumann
Geburtsjahr Händel:1685
Must-See:Historische Bohlenstube
Baujahr:Vor 1558

Im „Haus am Schlamm“, dem repräsentativen Bürgerhaus „Zum Gelben Hirschen“, wurde das Musikgenie Georg Friedrich Händel 1685 geboren. Doch manche erhaltene Bauteile gehen bis ins Mittelalter zurück. Heute befindet sich hier ein Musikmuseum. Die preisgekrönte Dauerausstellung begleitet Händels Weg vom talentierten Hallenser Jungen zum international gefeierten Komponisten und Londoner Weltbürger.

Historische Porträts, Stadtansichten und ein barockes Miniaturtheater zeigen Stationen seines Lebens. Ebenso beeindruckend ist die Sammlung historischer Musikinstrumente: Bestaunt kostbare Cembali, Hammerflügel und die seltene Glasharmonika neben vielen weiteren Instrumenten aus sechs Jahrhunderten. Einige davon könnt ihr sogar selbst ausprobieren.

8. Hallescher Dom: Architektonisches Kleinod am Domplatz

Ein historisches Gebäude mit gotischer Architektur, umgeben von Bäumen und modernen Fahrzeugen.
©ArTo

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Errichtet:um 1330
Must-See:Pfeilerfiguren
Berühmtester Organist:Georg Friedrich Händel

Wie ein Bollwerk des Glaubens ragt der Dom aus dem Gassengewirr der Altstadt heraus. Da er ursprünglich die Klosterkirche eines Bettelordens war, besitzt er keinen repräsentativen Turm. Der beeindruckende Giebelkranz vor dem Dach geht auf Kardinal Albrecht von Brandenburg zurück. Er ließ die Kirche im Stile von Spätgotik und Renaissance prachtvoll ausstatten.

Beachtet den Zyklus der Pfeilerstatuen im Inneren: Die überlebensgroßen Skulpturen von Christus und den Aposteln gehören zu den bedeutendsten Bildhauerwerken des 16. Jahrhunderts in Deutschland. Beschaulich geht es auf dem Domplatz mit der Neuen Residenz am westlichen Rand der Altstadt zu.

9. Planetarium Halle: Expedition zu den Sternen

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Must-See:Sternensaal
Gasometer:Errichtet 1891
Planetarium Halle:Eröffnet 2023

Das größte und modernste Planetarium Sachsen-Anhalts entstand in einem historischen Gasometer auf der Salineinsel. Sein Vorgänger, das Raumflug-Planetarium, benannt nach dem DDR-Kosmonauten Sigmund Jähn auf der Peißnitzinsel, wurde beim Hochwasser 2013 zerstört.

Im Sternensaal mit seiner zwölf Meter großen Kuppel entführen euch modernste Projektionen in die Weiten des Universums. Die Ausstellung zeigt unter anderem einen echten Eisenmeteoriten und drehbare Modelle der Planeten. Bei klarer Sicht wird der Blick durch die Teleskope der Sternwarte auf dem Dach zum besonderen Erlebnis. Hier beobachtet ihr Planeten, Sterne und ferne Galaxien mit eigenen Augen.

Weitere Reisetipps in Sachsen-Anhalt

Schon gewusst? Halloren sind nicht bloß Schokokugeln. Sondern so wurden auch jene Familien bezeichnet, die in den Salinen hart arbeiten mussten, um das kostbare Salz zu gewinnen. Denn „Hall“ ist ein altes Wort für Salz. Halle bezeichnet sich selbst als “grünste Großstadt” Deutschlands. Die zahlreichen Naturschutzgebiete und grünen Oasen sind hier tatsächlich ein besonderes Merkmal. Dies steigert die Lebensqualität für die Bewohner und Besucher und auch für die zahlreichen Studierenden, die das Stadtbild prägen.

Wenn ihr Barockmusik mögt, dann kommt doch während der Händelfestspiele nach Halle. Sie finden 17 Tage lang meist im Juni statt. Meisterhafte Interpreten bieten unvergessliche Klangerlebnisse an historischen Orten wie der Martin-Luther-Universität, den Franckeschen Stiftungen oder dem Opernhaus Halle. Ihr könnt einen Besuch von Halle wunderbar mit der Nachbarstadt Leipzig verbinden, die nur 20 Minuten entfernt liegt.

Lage

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