Die Titanic ist das berühmteste Schiff der Welt. Ihr Untergang rührte spätestens bei dem Liebesdrama mit Kate Winslet und Leonardo DiCaprio viele zu Tränen. Mehr als hundert Jahre nach dem Untergang wird die Titanic nun gehoben, zumindest symbolisch und kann in Belfast im Titanic Museum besichtigt werden. Näher kommt ihr dem ehemaligen Schiff der Träume sicher nicht. Ich habe das Titanic Museum besucht und verrate euch, ob sich ein Besuch lohnt.

Ein Besuch im Titanic Museum in Belfast

Belfast ist mehr als nur der blutige Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Das wollte die nordirische Hauptstadt im Jahr 2008 beweisen und bewarb sich um den Titel der Weltkulturhauptstadt. Im Jahr 2012 (also genau 100 Jahre nach dem tragischen Unglück) wurde daher auf dem Gelände der ehemaligen Werft Harland & Wolff, wo die Titanic gebaut wurde, ein riesiges Museum mit einer Gesamtfläche von 12.000 Quadratmetern geschaffen. Im ersten Jahr besuchten über 800.000 Menschen das Museum, im Jahr 2015 waren es knapp 625.000.

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Instatipp: Große Panoramafenster überblicken vom Museum aus das Gelände, wo die Titanic gebaut wurde. Auf dem Boden ist mit weißen Linien das Deck der Titanic simuliert, mit Rettungsbooten und Schornsteinen, um einen Eindruck von der Größe des Schiffes zu geben. Diese Fenster mit Blick auf die „Titanic“ sind perfekt für ein Selfie.

Anreise zum Titanic Museum

Das Titanic Museum liegt knapp 2,5 Kilometer vom Stadtzentrum von Belfast entfernt und kann deswegen gut zu Fuß erreicht werden. Alternativ fahren auch mehrere Busse (26, 26A, 26B, 26C) bis zum Museum. Besonders empfehlenswert ist aber auch die Anreise per Fahrrad. Der Verkehr in Belfast ist mäßig und entspannt und es gibt zahlreiche Parkplätze für Fahrräder am Titanic Museum.

Tickets im Voraus kaufen

Das Titanic Museum gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Belfast und dementsprechend lang sind die Besucherschlangen. Online gibt es die Möglichkeit, den Besuchszeitraum schon im Voraus auszuwählen, um langes Warten zu vermeiden. Dies solltet ihr unbedingt nutzen. Anderenfalls kann es passieren, dass ihr bei Ankunft feststellt, dass ihr jetzt drei Stunden im Museumsshop die Zeit totschlagen müsst, bis ihr endlich in die Ausstellung dürft. Übrigens noch ein Tipp: Die Warteschlangen für die Ticketautomaten sind wesentlich kürzer als für die Kassen. Und den Studentenausweis hat auch niemand kontrolliert.

Ein Besuch der SS Nomadic

Wer die Eintrittskarte für insgesamt knapp 19 Pfund kauft, hat auch die Möglichkeit, die SS Nomadic zu besichtigen – ein originales Tender-Schiff, das die Passagiere zur Titanic brachte. Schon ein komisches Gefühl, über die gleichen Planken zu laufen und durch die verschiedenen Klassen zu gehen, wo die Menschen ungeduldig darauf wartet, ein neues Leben zu beginnen, nichts ahnend, dass sie damit einer Tragödie entgegenfuhren.

Highlight: Multimediale Ausstellung

Das Titanic Museum hat zahlreiche Highlights zu bieten, darunter eine Fahrt mit einer Gondel durch die Nachbildung einer Werft und einen Tauchgang hinunter zum Wrack der Titanic mit derart detaillierten Aufnahmen der Tauchroboter, dass am Meeresgrund sogar Schuhe zu erkennen sind. Auch erwarten den Besucher Nachbildungen der einzelnen Klassen sowie eine virtuelle Fahrt durch sämtliche Ebenen des Schiffes vom Maschinenraum bis hin zum Oberdeck.

Fazit: Lohnt sich ein Besuch?

Wer in Belfast ist, sollte sich unbedingt das Titanic Museum ansehen. Die Ausstellung ist kreativ und unterhaltsam gestaltet, ohne zu sensationslüstern mit der Tragödie umzugehen. Selbst für Kinder ist das Museum geeignet, da es eine spezielle Tour für Familien gibt, in denen es kleine Puppen in der Ausstellung zu suchen gilt. Selbst wer nur einen Tag in der Stadt ist, sollte sich die knapp 2 bis 3 Stunden Zeit nehmen. Das Titanic Museum Belfast ist eines der besten Museen, die ich in der letzten Zeit gesehen habe.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Auch wenn der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Belfast nun seit mehreren Jahren ruht oder zumindest nicht mehr gewaltsam auf der Straße ausgetragen wird, sollten Besucher trotzdem im Hinterkopf behalten, dass es zwischen den Vierteln sogenannte Peace Walls gibt, die jeden Abend um Punkt sieben Uhr geschlossen werden. Wer also rein bzw. raus will, sollte besser pünktlich sein. Ansonsten droht ein sehr langer Umweg außen herum.

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