Würzburg gehört vielleicht nicht zu den bekanntesten Städtereisezielen in Deutschland, doch genau das macht die Stadt in Franken zu einem besonderen Geheimtipp. Zu ihren Attraktionen zählen ein UNESCO-Weltkulturerbe und zahlreiche interessante Orte, die Besucher in vergangene Jahrhunderte entführen. Wir zeigen, warum Würzburg ein spannendes Ausflugsziel ist, und stellen im Folgenden die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vor.
Top-Sehenswürdigkeiten in Würzburg im Überblick
Würzburg ist eine Stadt mit knapp 130.000 Einwohnern im bayerischen Franken, gelegen zwischen Frankfurt am Main und Nürnberg. Sie ist die siebtgrößte Stadt Bayerns und liegt direkt am Main. Würzburgs reiche Geschichte sowie die wirtschaftliche und geistliche Bedeutung der Stadt im Mittelalter spiegeln sich noch heute in zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten wider.
Dazu zählen neben der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Würzburger Residenz die Festung Marienberg und die von Heiligenstatuen gesäumte Alte Mainbrücke. Auch Liebhaber von Kirchen und beeindruckender Architektur kommen in Würzburg auf ihre Kosten: Neben dem Dom beherbergt die Stadt unter anderem die Wallfahrtskirche Käppele und die Marienkapelle.
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1. Würzburger Residenz: Eins der wichtigsten Schlösser Europas


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| Erbaut: | 1720-1744 |
| Besonderheit: | UNESCO-Welterbe |
| Must-See: | Treppenhaus-Fresko |
Die Würzburger Residenz, die einst den Würzburger Fürstbischöfen als Sitz diente, gilt als bedeutendstes Werk des Barocks in Süddeutschland und als eines der wichtigsten Schlösser Europas.
Bereits 1981 wurde das Schloss von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen – es war damals erst das dritte Bauwerk in Deutschland, dem diese Ehre zuteilwurde. Die Residenz wurde zwischen 1720 und 1744 erbaut. Besucher können das Schloss und seinen Hofgarten besichtigen und werden schon im imposanten Treppenhaus, das mit dem weltweit größten zusammenhängenden Fresko geschmückt ist, ins Staunen geraten. Zu den weiteren Highlights zählen der prächtige Kaisersaal und die kunstvoll gestalteten Spiegelkabinette.
2. Festung Marienberg: Historische Festung mit Panoramablick


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| Gegründet: | 1201 |
| Must-See: | Museum für Franken |
| Historie: | bis etwa 1.000 v. Chr. |
Die Festung Marienberg ist ein Wahrzeichen Würzburgs und thront majestätisch auf einem Hügel über dem Main. Umgeben von zahlreichen Weinreben, die ihren Charme unterstreichen, gehört sie auf jedes Foto von Würzburg.
Die Geschichte der Festung reicht bis etwa 1000 v. Chr. zurück, als an ihrer Stelle eine keltische Fliehburg entstand. Die heutige Burg wurde jedoch erst 1201 gegründet. Von 1253 bis 1719 diente sie als Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Festung mehrfach umgebaut: um 1600 zum Renaissanceschloss und 1631 zur Barockfestung. Sehenswert sind neben der Festung selbst und dem beeindruckenden Stadtpanorama auch das Museum für Franken, das sich im barocken Zeughaus befindet.
3. Käppele: Wallfahrtskirche der Wunder

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| Lage: | Nikolausberg |
| Errichtet: | bis 1750 |
| Epoche: | Barock |
Würzburg beherbergt eine Vielzahl sehenswerter Kirchen, und eine davon ist ein absolutes Highlight: die Wallfahrtskirche Käppele. Bereits ihre Lage auf dem Nikolausberg über der Stadt macht sie besonders.
Der berühmte Architekt Balthasar Neumann entwarf die Pläne für die 1750 fertiggestellte Kirche, die eine bereits bestehende Gnadenkapelle erweiterte. Dieses barocke Juwel gilt als eines der bedeutendsten Beispiele fränkischer Sakralarchitektur. Die Kirche beherbergt eine Pietà im Gnadenaltar, dem bereits im 17. Jahrhundert „Wunder und Erscheinungen“ nachgesagt wurden. Ein Kreuzweg mit 14 Stationen führt von der Stadt hinauf zur Wallfahrtskirche Käppele.
4. Alte Mainbrücke: Einzigartige Brücke aus dem 15. Jahrhundert


| Erbaut: | 15. Jhd. |
| Must-See: | Heiligenstatuen |
| Besonderheit: | eine der ältesten Steinbrücken |
Würzburgs Alte Mainbrücke gilt als eine der ersten Steinbrücken Deutschlands und wurde erstmals 1120 errichtet. Nach zunehmendem Verfall musste sie jedoch im 15. Jahrhundert erneuert werden. Die Pfeiler des Neubaus wurden 1488 fertiggestellt, und 1512 kamen Bögen aus Stein hinzu.
Erst 1730 wurden die heute berühmten, 4,5 Meter hohen barocken Heiligenfiguren ergänzt, die noch immer über das Geschehen auf der Brücke wachen – allerdings nach mehreren Restaurierungen, zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg. Von der Brücke aus bietet sich ein spektakulärer Blick über den Main und auf die Festung Marienberg.
5. Würzburger Dom (St. Kilian): Deutschlands viertgrößte romanische Kirche

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| Erbaut: | ab 1040 |
| Besonderheit: | im II. Weltkrieg zerstört |
| Must-See: | Hochgrab St. Kilian |
Der Würzburger Dom St. Kilian ist ein besonderes Bauwerk und die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands. Zudem gilt er als bedeutendstes Bauwerk aus der Zeit der salischen Kaiser.
Seine Schönbornkapelle, ein barockes Meisterwerk, stammt – ebenso wie die Wallfahrtskirche Käppele – aus der Feder von Balthasar Neumann. Der Bau des Doms begann im Jahr 1040, doch die Osttürme wurden erst 1237 fertiggestellt. Nach der vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom bis 1967 möglichst originalgetreu wiederaufgebaut. Im Inneren beeindrucken nicht nur die imposanten Kunstwerke, sondern auch das Hochgrab des Heiligen Kilian und die Krypta.
6. Marienkapelle: Gotische Kirche am Marktplatz


| Epoche: | Spätgotik |
| Erbaut: | 1377-1480 |
| Must-See: | Skulpturen |
Die spätgotische Marienkapelle am Marktplatz ist mit ihrer rot-weißen Fassade und dem vollständig roten Kirchturm ein echter Blickfang. Der Bau begann im Jahr 1377, doch der Turm wurde erst um 1480 fertiggestellt. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erhielt die Kapelle eine komplett neue Ausstattung.
Besonders beeindruckend ist das Portal mit den Figuren von Adam und Eva, die vom berühmten Bildhauer Tilman Riemenschneider geschaffen wurden. Auch ein Blick ins Innere der Kirche lohnt sich: Dort finden sich neben Kunstwerken – wie Tafelgemälden aus dem 16. Jahrhundert an den Altären – auch weitere Skulpturen von Riemenschneider.
7. Falkenhaus: Eine der schönsten Rokokofassaden der Region

| Fassade von: | 1751 (original) |
| Must-See: | Filigrane Stuckelemente |
| Besonderheit: | Touristeninformation |
Die Fassade des Falkenhauses, das ebenfalls am Marktplatz steht, gilt als eine der schönsten Rokokofassaden Süddeutschlands. 1735 wechselte die damalige Residenz des Dompfarrers den Besitzer und ging in das Eigentum des Gastwirts Franz Thomas Meißner über. Nach Meißners Tod im Jahr 1751 ließ seine Frau eine neue, prachtvolle Fassade gestalten – reich verziert mit Rokokostuckdekoration.
Neben den geschwungenen Formen lassen sich zahlreiche florale Muster bewundern. Wie viele Gebäude in Würzburg wurde auch das Falkenhaus 1945 vollständig zerstört. Der möglichst originalgetreue Wiederaufbau wurde bis etwa 1955 abgeschlossen. Heute beherbergt es die Touristeninformation sowie eine Ausstellung.
8. Neumünster: Romanische Kirche mit barocker Fassade


| Erbaut: | ab 11. Jhd. |
| Barockelemente: | 18. Jhd. |
| Must-See: | Sandsteinmadonna |
Würzburg ist bekannt für seine zahlreichen besonderen Kirchen, und die Neumünsterkirche gehört zweifellos dazu. Bereits der erste Blick auf sie lässt an Italien denken. Ihre Ursprünge gehen auf eine romanische Basilika aus dem 11. Jahrhundert zurück, während Chor und Turm aus dem 13. Jahrhundert stammen.
Die auffällige Barockfassade und die imposante Kuppel wurden erst zwischen 1710 und 1716 hinzugefügt, und der Innenraum wurde bis 1788 im Barockstil neu gestaltet. Im Inneren findet sich ein frühes Werk von Tilman Riemenschneider: eine Sandsteinmadonna, die in einer Pfeilernische im Kuppelraum zu sehen ist.
9. Juliusspital: Historisches Krankenhaus mit riesigem Weingut

| Gegründet: | 1576 |
| Must-See: | Weinkeller |
| Must-Do: | Weinprobe |
Wusstet ihr, dass sich eins der größten Weingüter Deutschlands in einem ursprünglich als Krankenhaus errichteten Gebäudes befindet? Das Juliusspital in Würzburg wurde 1576 gegründet und war von Beginn an aufgrund seiner wunderschönen Barockarchitektur etwas Besonderes – optisch erinnert es eher an ein Schloss.
Heute ist das Spital ein Besuchermagnet mit seiner jahrhundertealten Weintradition, zu der erstklassige Weinbergslagen ebenso gehören wie klassische Rebsorten und erfahrene Winzer. Ihr könnt an Führungen und Weinproben teilnehmen und lernt dabei unter anderem den Weinkeller und die Vinothek kennen.
10. Stift Haug: Frankens erste große Kirche der Barockzeit


| Errichtet: | 1670-1691 |
| Besonderheit: | Doppelturmfassade |
| Must-See: | Hochaltar |
Zu guter Letzt empfehlen wir den Besuch einer weiteren beeindruckenden Kirche: Hinter dem Namen Stift Haug verbirgt sich eine Barockkirche, die als die erste große fränkische Kirche ihrer Epoche gilt.
Errichtet wurde sie zwischen 1670 und 1691 vom italienischen Architekten Antonio Petrini. Bis heute gilt Stift Haug als sein bedeutendstes Werk. Besonders auffällig ist die Doppelturmfassade mit der Vierungskuppel, die das Würzburger Stadtpanorama prägt. Im Inneren lohnt sich vor allem ein Blick auf den Hochaltar, der mit einer Darstellung der Kreuzigung Christi von Pietro Magno geschmückt ist.
Weitere Reisetipps in Bayern
Schon gewusst? Wer viele der kulturellen Sehenswürdigkeiten in Würzburg besuchen möchte, kann dies besonders günstig mit der „Würzburg Welcome Card“ tun. Diese lässt sich bereits vor der Städtereise online kaufen und bequem nach Hause liefern oder vor Ort abholen. Mit der Welcome Card erhalten Besucher Preisnachlässe auf den Eintritt zur Residenz, zur Festung Marienberg, zu diversen Museen und sogar zu Würzburger Weingütern. Rabatte gibt es zudem in ausgewählten Souvenirgeschäften und Restaurants, wenn die Karte vorgelegt wird. Darüber hinaus bietet die Würzburg Welcome Card Ermäßigungen auf verschiedene Stadtführungen, Ausflugsfahrten auf dem Main und sogar Theaterbesuche. Eine Übersicht aller teilnehmenden Einrichtungen und Angebote finden Sie auf der Webseite.
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