Eine schmale Rampe führt steil nach oben. Es ist düster in den dicken Gemäuern. Düster und kühl. Mit jedem Schritt fühle ich mich, als würde ich ein wenig mehr in das dunkle Zeitalter des Mittelalters eintauchen. Die Festung Königstein ist eine der größten Burganlagen in Europa und neben der Bastei eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz. Ich habe die gut erhaltene Burg im Elbsandsteingebirge besichtigt und verrate euch, ob sich ein Besuch der Festung Königstein lohnt.

Lohnt sich ein Besuch der Festung Königstein?

Die Festung Königstein liegt oberhalb des gleichnamigen Ortes Königstein im Elbsandsteingebirge auf einem Tafelberg. Der Tafelberg selbst hat eine Fläche von 9,5 Hektar. Beinahe die komplette Fläche ist bebaut. Damit zählt die Festung Königstein zu den größten Bergfestungen Europas.

Die ersten Bewohner des Tafelbergs lassen sich auf die Bronzezeit, also bis ins Jahr 1.100 v. Chr. zurückverfolgen. Das können Forscher durch Fundstücke wie Scherben aus der damaligen Zeit nachvollziehen. Die über 50 Gebäude, die heute noch auf dem Tafelberg stehen und die Festungsanlage bilden, sind allerdings nicht ganz so alt. Die ältesten Bauwerke sind um die 400 Jahre alt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Burganlage auf dem Königstein im Jahr 1233.

Heutzutage besuchen jährlich um die 500.000 Ausflugsgäste die ehemalige Wehranlage, die 247 Meter über der Elbe thront. Übrigens führt an der Festung Königstein auch der Malerweg vorbei. In der Regel machen also auch Wanderer der Mehrtagestour durch die Sächsische Schweiz einen Stopp an der Burganlage.

Per Auto, Bahn oder Dampfer zur Festung

Ort:Königstein
Entstehung:12. Jahrhundert
Besonderheit:Auf Tafelberg erbaut
Eintritt:12 Euro / Erw.
Öffnungszeiten:9 bis 18 Uhr

Etwa 35 km südöstlich von Dresden gelegen ist die Festung Königstein sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Wenn ihr mit dem Auto anreist, könnt ihr im Parkhaus Festung Königstein rund um die Uhr parken. Das Ticket kostet für vier Stunden 5,50 Euro. Der Preis für ein Tagesticket liegt bei 7,50 Euro. Vom Parkhaus sind es zu Fuß noch 800 Meter bis zum Eingang der Festung.

Wir reisen aus Dresden mit der S-Bahn S1 nach Königstein an. Vom Bahnhof in Königstein wären es zu Fuß ca. 30 bis 45 Minuten bis zur Festung. Alle 10 Minuten fährt im Sommer auch der Festungsexpress nach oben. Die Hin- und Rückfahrt im Doppelstock-Retro-Bus kostet 5 Euro. Wenn ihr noch ein bisschen mehr Zeit mitbringt und die Anreise schon zum Erlebnis werden soll, könnt ihr von Dresden bis nach Königstein auch mit dem historischen Raddampfer anreisen.

Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Rabatte

Die Festung ist täglich für Besucher geöffnet. Im Sommer könnt ihr von 9 bis 18 Uhr die Burganlage besuchen, im Winter stehen die Tore von 9 bis 17 Uhr offen. Der Eintritt beträgt pro Person 12 Euro.

Falls ihr länger in der Gegend seid und euch Schlösser und Burgen in Sachsen generell interessieren, lohnt sich vielleicht die sogenannte Schlösserlandkarte. Die Karte gibt es wahlweise für ein Jahr (48 Euro) oder 10 Tage (24 Euro). Damit könnt ihr über 40 Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten in Sachsen ohne Aufpreis besuchen. Außerdem kommt ihr mit der Karte beispielsweise in den Dresdner Zwinger oder in das Residenzschloss Dresden vergünstigt.

Tipp: Wer sparen will, sollte am Buß- und Bettag vorbeikommen. Dann kostet der Eintritt in die Festung Königstein pro Person nur 7 Euro.

Instatipp: In den Ausstellungsräumen ist Fotografieren ohne Blitzlicht erlaubt. Die Aufnahmen der Burg an sich finde ich aber viel schöner. So ist der Pavillon Friedrichsburg samt Aussicht sehr fotogen und auch die Dunkle Appareille (Zugang ins Burginnere) wirkt auf Fotos imposant.

Eine Zeitreise ins Mittelalter

Durch das Medusentor mit dem steinernen Abbild der Medusa gelangen wir ins Innere der Festungsanlage. Über eine steile Rampe geht es durch die Dunkle Appareille weiter nach oben. Zwischen dem Kopfsteinpflaster unter meinen Füßen und dem Gewölbe weiter über mir liegen etliche Meter. Das Gewölbe ist riesig. Außerdem ist es kühl und düster. Es passt zu der gedanklichen Zeitreise, die wir hier gerade unternehmen. Eine Reise in die düsterere Epoche des Mittelalters.

Und als wäre das Gefühl noch nicht beklemmend genug, huscht plötzlich ein Schatten über unseren Köpfen in die nächste dunkle Ecke. Ich blicke angestrengt nach oben. Kurz dachte ich, ich hätte ihn mir eingebildet und spüre schon, wie sich eine Gänsehaut breit macht. Dann aber lässt sich der Schatten auf einem Felsvorsprung nieder und krächzt. Nur ein Vogel. Und er scheint uns Willkommen zu heißen.

Falls euch die Rampe zu steil ist, ihr mit Kinderwagen oder Gehhilfen unterwegs seid, gibt es an der Burgmauer auch einen gläsernen Aufzug.

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Sachsens tiefster Brunnen

Die größte Ausstellung der Burg heißt „In Lapide Regis“. Das bedeutet übersetzt „Auf dem Stein des Königs“. Auf der Ausstellungsfläche wird in 33 Räumen die Geschichte der Burg Königstein thematisiert.

Noch spannender als die Dauerausstellung finde ich allerdings das Brunnenhaus. Denn dort gibt es den tiefsten Brunnen Sachsens. 152,2 Meter geht es in Tiefe. Zwischen 1566 und 1569 haben Bergleute auf Wunsch von Kurfürst August den Schacht nach unten gegraben, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Seit 1735 ist das Brunnenhaus mit einem 4 m dicken Sandsteingewölbe abgesichert worden, damit der Brunnen im Falle von Beschuss nicht zerstört werden konnte.

Der Brunnen ist außerdem beleuchtet. So kann man beim Blick über den Rand die Dimensionen der Tiefe erahnen. Es geht tatsächlich mächtig weit nach unten. Außerdem wird regelmäßig vorgeführt, wie Wasser seit dem Jahr 1911 mit einem Motor gefördert wird.

Ausstellungen:

Geniale Tiefblicke über die Burgmauer

In der Geschichte hat nie jemand versucht die Festung zu erobern. Während ich hinter der Burgmauer entlanggehe, wird mir auch klar, wieso. Wer hier patrouilliert hat, konnte den Feind wohl schon früh erspähen. Vorausgesetzt, die Ritter waren groß genug. Bei meinen 164 cm kann ich an einigen Mauerabschnitten nicht mal auf Zehenspitzen drüber hinwegblicken.

Meiner Meinung nach ist einer der besten Aussichtspunkte an der Friedrichsburg. Der barocke Pavillon war ehemals ein Beobachtungsturm. Von dort blickt ihr geradewegs in Richtung Elbe. Übrigens können die Räumlichkeiten des Pavillons mit Aussicht heutzutage gemietet werden und auch eine standesamtliche Trauung ist möglich.

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Videotipp: Aufnahmen der Festung seht ihr ab 2:10 min.

Fazit

Ein Besuch der Festung Königstein lohnt sich meiner Meinung nach für Jeden. Je nach Interesse könnt ihr tiefer in die Geschichte eintauchen, euch gezielt in der Ausstellung weiter informieren oder der Vorstellung der Wasserbeförderung im Brunnenhaus zuschauen.

Aber auch wenn ihr einfach nur die Aussicht genießen wollt, oder auf ein kühles Getränk zum Beispiel im Offizierskasino oder im Ausschank „Zum Musketier“ einkehrt, ist die Festung Königstein empfehlenswert. Zudem gibt es die Erlebnisgastronomie. Dort werdet ihr kulinarisch durch vier Jahrhunderte geführt. Und damit sich der Nachwuchs nicht langweilt, gibt es auch für Familien mit Kindern einige spannende Attraktionen wie zum Beispiel der Kletterwald Königstein.

Tipp: Den Besuch auf der Festung Königstein könnt ihr auch mit einer Wanderung zum markante Lilienstein oder zum Quirl kombinieren. Beide Tafelberge sind gut zu Fuß erreichbar. Am Quirl befindet sich mit dem Diebeskeller eine der größten Höhlen in der Sächsischen Schweiz.

Lage

Praktische Links

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