Die Zugspitze, den höchsten Berg Deutschlands, kennt jeder. Doch von wo aus hat man eigentlich die beste Aussicht auf den berühmten Gipfel in Garmisch? Ich mache mich auf zum Kramerspitz bei Garmisch. Am Gipfel soll man nämlich mit dem schönsten Ausblick auf die Zugspitze belohnt werden. Voraussetzung sind allerdings Kondition und Trittsicherheit. Aber lohnt sich der Weg durch das teilweise schroffe Gelände wirklich?
Lohnt sich die Wanderung auf den Kramerspitz?





Der Kramerspitz liegt in den Ammergauer Alpen, direkt gegenüber der Zugspitze auf der anderen Talseite von Garmisch-Partenkirchen. Mit seinen 1.985 Metern ist er einer der markantesten Gipfel über dem Ort und eine beliebte, aber durchaus anspruchsvolle Tagestour. Die Rundwanderung führt vom Ausgangspunkt an der Windbeutelalm über rund 14,6 Kilometer und 1.350 Höhenmeter hinauf zum Gipfel.
Es gibt mehrere Aufstiegsrouten. Ein besonderer Wegpunkt ist die bekannte Felsenkanzel. Wer den abwechslungsreichen, mittelschweren Anstieg mit einigen Seilversicherungen meistert, wird unterwegs mit herrlichen Ausblicken auf Garmisch, das Loisachtal und die umliegenden Gipfel belohnt. Am Ende wartet der Top-Ausblick auf die Zugspitze.
Fototipp: Den Top-Ausblick vom Kramerspitz zur Zugspitze hat man direkt vom Gipfel aus. Mit einem Weitwinkelobjektiv lässt sich der gesamte Jubiläumsgrat in einem Bild einfangen. Bei grellem Sonnenschein empfiehlt es sich, die Belichtung etwas zu reduzieren. Das ist auch mit dem Handy problemlos möglich. Besonders stimmungsvolle Aufnahmen gelingen morgens beim Sonnenaufgang oder abends beim Sonnenuntergang, wenn das Licht die Gipfel sanft beleuchtet.
Anreise nach Garmisch-Patenkirchen
| Ausgangspunkt: | Windbeutelalm |
| Strecke: | 14,6 km |
| Höhenmeter: | 1.350 hm |
| Gehzeit: | 6,5 Std. |
| Top-Spot: | Felsenkanzel |
Von München aus erreicht man Garmisch-Partenkirchen in rund 1,5 Stunden über die A95 und die B2 bis zur Ausfahrt Fernpass/Reutte/Garmisch. Über die Maximilianstraße kann man den Ortskern nördlich umfahren und gelangt so zum Ausgangspunkt der Tour bei Elch’s Almhütte „Windbeutelalm“. Der Wanderparkplatz Maximilianshöhe ist kostenlos, aber vor allem am Wochenende sehr schnell belegt. Es lohnt sich also, früh zu starten.
Garmisch-Partenkirchen ist auch optimal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Zugfahrt vom Münchner Hauptbahnhof nach Garmisch-Partenkirchen dauert etwa 1,5 Stunden. Die 2,5 Kilometer bis zum Wanderparkplatz legt man am besten zu Fuß zurück oder nimmt den Regionalbus Nummer 2 in Richtung Kreuzeck/Alpspitzbahn für vier Stationen. Das ist allerdings nur wenige Minuten schneller.
Tourenplanung der Kramerspitz-Rundtour
Bereits während der Anreise durch das Loisachtal eröffnet sich mir auf der linken Talseite ein traumhafter Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Während die Alpspitze und das Zugspitzmassiv bereits in Weiß erstrahlen, liegt auf der rechten Seite in den Ammergauer Alpen noch kein Schnee. Die Vorfreude auf die heutige Wanderung steigt.
Ich parke bei der Windbeutelalm und kann das Gipfelkreuz des Kramerspitz bereits von hier aus sehen. Auch den Verlauf der Steige kann ich laut meiner Tourenplanung schon in etwa erkennen. Der Weg führt durch felsiges Gelände und erfordert gute Trittsicherheit sowie Kondition. Für die Rundtour sollte man etwa 6,5 Stunden Gehzeit einplanen. Meine Wanderschuhe haben eine gute Sohle, und mit Wanderstöcken und einem gut gepackten Rucksack starte ich recht früh am Morgen.
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Auf der Felsenkanzel hoch über Garmisch
Nach fast drei Kilometern am Kramerplateauweg bis zur Hütte St. Martin am Grasberg beginnt endlich der steile Kramersteig. Rund 200 Höhenmeter später erreiche ich die Felsenkanzel, eine kleine eiserne Aussichtsplattform mit freiem Blick auf Garmisch. Ich bleibe nur kurz stehen, denn schon erwarten mich die ersten Seilversicherungen und zunehmend steiles Schrofengelände.
Als der Kramersteig schließlich auf den Grat trifft, scheint der Kramerspitz zum Greifen nah. Doch das täuscht. Über den Mittergern-Gipfel muss ich sogar noch einmal ein paar Meter bergab auf die Nordseite des Kramerspitzes. Fast hätte ich die Motivation verloren, doch die anspruchsvollen Stellen machen die Tour noch einmal richtig spannend.
Den gesamten Jubiläumsgrat im Blick
Nachdem ich das felsige Gelände durchquert habe, befinde ich mich jetzt am Grasrücken, der zum letzten Aufstieg zum Gipfel führt. Kaum bin ich am Gipfelkreuz angekommen, wird mir klar, warum diese Wanderung so beliebt ist. Vor mir liegt das Zugspitzmassiv in seiner vollen Pracht. Ich kann nicht nur die Zugspitze bewundern, sondern auch den gesamten Jubiläumsgrat von der Zugspitze bis zur Alpspitze überblicken – ein atemberaubender Grat: schroff, lang und einfach imposant.
Dieser Blick ist das absolute Highlight der Tour. Für mich steht nun eindeutig fest, dass man hier die wohl beste Aussicht auf die Zugspitze hat. Während ich einige Meter vom Kreuz entfernt meine Pause genieße, wird es um den Gipfel immer voller. Ich mache mich also an den Abstieg Richtung Westen, der einfacher, aber mindestens genauso lang ist.
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Fazit
Die Stepbergalm eignet sich hervorragend als Einkehrmöglichkeit im Abstieg. Wer einen einfacheren Aufstieg auf den Kramerspitz bevorzugt, sollte ebenfalls diese Route wählen. Mir hat die Rundtour mit dem Top-Ausblick auf die Zugspitze richtig gut gefallen. Wer in Garmisch noch weitere Erlebnisse sucht, kann eine gemütliche Wanderung durch die Partnachklamm planen. Alpineres Feeling bietet der Klettersteig auf die Alpspitze, die das Ende des Jubiläumsgrats markiert und grandiose Ausblicke ins Höllental sowie auf die Zugspitze eröffnet.
Wer direkt auf Deutschlands höchsten Berg möchte, kann dies bequem mit der Seilbahn tun oder einen der langen, hochalpinen Aufstiege wagen – das steht ebenfalls noch auf meiner To-do-Liste.
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