Übernachten im Hafenkran: Einzigartiges Erlebnis in Hamburg

Als wir am Sandtorkai über die Brücke zum Traditionsschiffhafen laufen und den roten Kran im Wasser entdecken, können wir es kaum fassen: Heute schlafen wir hier! Wer seinen Citytrip in Hamburg mit einer ganz besonderen Übernachtung krönen möchte, kann direkt in der HafenCity in einem ausrangierten, luxuriös ausgebauten Schwimmkran nächtigen. Das ist nicht nur außergewöhnlich, gemütlich und schick, sondern allein wegen der fantastischen Aussicht ein echtes Highlight.

Lohnt sich eine Übernachtung im Hafenkran Hamburg?

Im Traditionsschiffhafen, direkt in der HafenCity, schwimmt die wohl außergewöhnlichste Unterkunft Hamburgs in bester Lage. Wo einst schwer gearbeitet wurde, könnt ihr heute die Seele baumeln lassen, es euch auf zwei Etagen gemütlich machen und die Aussicht auf die Elbphilharmonie und die Speicherstadt genießen.

Wer sein kuscheliges Hideaway auch mal verlassen möchte, muss nicht weit laufen, um einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Elbmetropole zu erreichen. Die nahegelegene Elbphilharmonie bietet nicht nur Konzerte, sondern auch die Aussichtsplattform „Plaza“, eingebettet zwischen Backsteinsockel und gläsernem Neubau. Die Speicherstadt lädt mit ihren historischen Bauten und romantischen Brücken voller Liebesschlösser zum Flanieren ein und hält zudem mehrere Museen und Attraktionen bereit.

Fototipp: Das beste Foto macht ihr oben im Kran bei eurem Frühstück mit Blick auf die HafenCity und natürlich die Elbphilharmonie.

Anreise zum Hafenkran Hamburg

Lage:Hafencity
Anreise:ÖPNV
Must-Do:Spaziergang Speicherstadt
Erbaut:1941
Preis/Nacht:ab 350,– €

In der HafenCity gibt es einige Parkhäuser, aber eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist empfehlenswert. Ihr erspart euch nicht nur den Innenstadtverkehr, sondern kommt mit den Öffis auch näher an eure Unterkunft.

Nur wenige Schritte entfernt befinden sich die Bushaltestellen „Am Kaiserkai“, „Am Sandtorkai“ oder „Auf dem Sande“, direkt an der Miniatur Wunderland bzw. dem Hamburg Dungeon. Ein kleiner Spaziergang von wenigen Minuten bringt euch außerdem zum U-Bahnhof „Baumwall (Elbphilharmonie)“.

Wer mit der S-Bahn kommen möchte, findet die S1-Station „Stadthausbrücke“ in etwa 800 Metern Entfernung zum Hotel. Der Hamburger Hauptbahnhof ist 1,8 Kilometer entfernt – wenn ihr mit wenig Gepäck anreist, könnt ihr auch von dort laufen und euch dabei die City ansehen.

Kreischalarm im Hafen

Meine Tochter und ich sind schon ganz schön aufgeregt, als wir durch die Speicherstadt zu unserem Hotelchen spazieren. Auch das Hamburger Schietwetter, das für Dezember vermutlich sogar ganz typisch ist, kann unserer Laune keinen Abbruch tun. Als wir am Sandtorkai über die Brücke zum Traditionsschiffhafen laufen und dann zwischen anderen Schiffen den roten Kran im Wasser dümpeln sehen, kreischen wir ein bisschen. Wir können noch gar nicht fassen, dass wir heute hier schlafen werden.

Wir sind etwas früh, aber der Bootsmann ist schon bereit und begrüßt uns herzlich. Bei einer Führung durch unser Domizil bekommen wir alles Nötige erklärt, eine Notfallnummer – und dann sind wir auch schon ganz alleine. Zwar lockt Hamburg mit seinen Erkundungstouren, aber erstmal wollen wir ankommen und genießen.

Meine Tochter schmeißt sich auf das Bett in der oberen Etage, auf dem eine wunderbar weiche Kuscheldecke liegt, und ich mache erstmal eine Tasse Kaffee mit dem Vollautomaten. Milch steht in der Minibar – allerdings nicht im Tetrapack. Alles in der kleinen Küchenzeile wurde in Glasflaschen abgefüllt bzw. in kleine Einmachgläser verpackt: Erdnüsse, Kandiszucker, Waffeln … Ich setze mich mit meinem Heißgetränk in den ehemaligen Kranführerstand auf einen Lederstuhl und genieße die Ruhe und den Ausblick auf die Elbphilharmonie.

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Industriecharme trifft Gemütlichkeit und Moderne

Klar, richtig viel Platz ist nicht, dafür wurde wirklich jedes noch so kleine Fleckchen ausgenutzt. Dabei wurden viele historische Elemente erhalten, was dem Ganzen einen tollen Industrial-Charme verleiht. Im Kranführerstand wurde beispielsweise der Hebel und alles, was dazu gehört, zu einem Tisch umfunktioniert.

Die Wände sind in einem tiefen Petrol gestrichen – eine meiner Lieblingsfarben – und aus über 100 Jahre alten Schiffsdielen entstand eine Bar. Neben der ledernen Sitzecke gibt es eine kleine Bibliothek mit Hamburg-Büchern, darunter auch mehrere Reisebücher, die genau über dieses besondere Hotel berichten. Kein Wunder!

Fernseher auf Knopfdruck und Frühstückskorb an der Tür

Am Abend sehen wir durch die Fenster vor allem die Beleuchtung der Elbphilharmonie zu uns hereinfunkeln. Zusätzlich schalten wir den Kamin ein, der zwar nicht echt ist, aber trotzdem knistert. Die schwebende Maske wirkt fast ein bisschen gruselig. Apropos: Unten im Kran befindet sich „Harrys Hafenbasar“, eine Art Kuriositätenkabinett. Das hat im Winter allerdings geschlossen – vielleicht ist es ganz gut, dass wir nicht gesehen haben, was sich unter uns befindet. „Nachts im Museum“ lässt grüßen.

Als ich genug von der Aussicht aufgesogen habe, ziehen wir die Vorhänge zu, legen die Kissen ans Fußende, und auf Knopfdruck erscheint ein Fernseher, wo eben noch ein Spiegel war. Waaaaow. Wir haben mehrere Streamingdienste zur Auswahl und schauen einfach mal bis spät in die Nacht. Dabei merkt man hin und wieder, wie der Kran leicht schaukelt. Ein sanftes Wiegen, von dem sicher niemand seekrank wird.

Am nächsten Morgen bekommen wir zu unserer Wunschzeit einen prall gefüllten Frühstückskorb an die Tür gebracht. Auch hier ist alles schön in Einmachgläser abgefüllt: Müsli, Quark, Obst, ein Teller mit Brotbelag, Marmeladen, hartgekochte Eier, Brötchen und Croissants. Das richte ich unten an der Bar an. Bei schönerem Wetter könnte man das Frühstück sogar auf der privaten Terrasse genießen. Es schmeckt herrlich, und ich zelebriere es ausgiebig. Dann ist leider um 11 Uhr auch schon wieder Zeit zum Auschecken.

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Fazit

Ein absolut gelungener Kurztrip, der uns lange in Erinnerung bleiben wird. Wer sich mal etwas wirklich Besonderes gönnen möchte, macht hiermit garantiert nichts falsch. Die Lage, die gemütlich-schicke Ausstattung, die Abgeschiedenheit – obwohl ihr euch im Herzen der Elbmetropole befindet – sind wirklich einzigartig. Die Regenwalddusche für zwei habe ich gar nicht getestet, sicher auch sehr fein, vor allem für Paare. Außerdem könnt ihr viele Sehenswürdigkeiten wie das Miniatur Wunderland in der Speicherstadt zu Fuß erreichen und müsst keine Zeit mit langen Fahrten verschwenden. Klar, der Preis hat es auf jeden Fall in sich, aber das hier ist eben auch nicht einfach nur ein Hotel, sondern ein echtes Erlebnis.

Empfehlen kann ich in der Umgebung außerdem das Maritim Museum Hamburg, das sich über ganze neun Etagen erstreckt und über 50.000 Schiffsmodelle sowie etliche andere Exponate zeigt. Mein Liebling: ein historischer Taucheranzug, aus dessen Helm mich ein Foto von Hans Albers anschaut, dem vielleicht berühmtesten Hamburger Jung.

Lage

Praktische Links

Antwort

  1. Toller Bericht. Wir freuen uns, bald Gäste im Hafenkran zu beherbergen, die den Tipps von Tina folgen. Ein Hafencity Gin zur Begrüßung steht bereit!

    AHOI

    Tim

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