Warum Ghana? Diese Frage haben mir viele Freunde vor Abreise gestellt. In Deutschland ist Ghana schließlich nicht wirklich als Reiseziel bekannt. Urlaub in Ghana verbinden viele Menschen eher mit Armut, Kriminalität und schlechter Infrastruktur. Doch stimmt das auch? Wie ist die Situation wirklich? Genau das hat mich interessiert, und so habe ich eine individuelle Rundreise 10 Tage lang durch Ghana unternommen und dabei das Land, die Menschen, interessante Orte und Sehenswürdigkeiten kennengelernt.

Lohnt sich ein Urlaub in Ghana?

Meine Rundreise führte zuerst nach Accra, in die Hauptstadt von Ghana, dann mit dem Tro-Tro, den landestypischen Kleinbussen, entlang der Küste über Cape Coast bis nach Busua, einem der schönsten Strände des Landes. Mit dem Flieger ging es weiter in den Norden nach Tamale und zum Mole-Nationalpark, wo es unter anderem Elefanten, Flusspferde und Krokodile zu sehen gibt. Zurück in Accra habe ich einen Abstecher zum Fischmarkt gemacht und das Nachtleben erkundet. Weil über die Sehenswürdigkeiten in Ghana relativ wenig Informationen im Internet zu finden sind, habe ich fast alle Aktivitäten erst vor Ort geplant und spontan entschieden, wo es genau hingeht.

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Instatipp: Besorge dir eine Prepaid-Karte in Ghana, um Fotos direkt zu posten. Das 3G- und LTE-Netz in Ghana ist sehr gut ausgebaut. Die Preise für Internet und Telefonie sind zudem günstiger als in Deutschland. Die bekanntesten Anbieter in Ghana sind Vodafone und MTM.

Anreise

Meine Reise beginnt in Amsterdam, wo KLM täglich Flüge nach Ghana anbietet. Der Flug dauert etwa 6:30 Stunden. Am Flughafen in Accra herrscht reges Getümmel als ich ankomme, zum Glück finde ich schnell ein Taxi. Bevor man einsteigt, sollte aber unbedingt der Preis vereinbart werden. Die Fahrt ins Stadtzentrum kostet maximal 50 bis 60 Cedi, umgerechnet zirka 10 Euro. Unterwegs wittert mein Taxifahrer dann ein weiteres Geschäft und bietet sich als Reiseführer an, auch für mehrere Tage am Stück. Sicher eine Möglichkeit das Land zu entdecken, allerdings lehne ich dankend ab.

Der erste Eindruck

Schon auf der Fahrt ins Hostel bin ich völlig überrumpelt von den vielen Eindrücken, die Accra zu bieten hat. Ein Kulturschock droht. Ich bin in einer Welt gelandet, die ich so zuvor noch nie erlebt habe. Alles ist anders und ich habe Schwierigkeiten mich zu orientieren. Am Straßenrand stehen überall kleine, provisorische Büdchen, in denen Leute ihre Ware anbieten. Frauen transportieren Lebensmittel auf dem Kopf und an vielen Ecken liegt Müll. Weil man als „Neuankömmling“ irgendwie sofort erkannt wird, wird man pausenlos angesprochen. Es bleibt keine Zeit zum Durchatmen.

Mit dem Tro-Tro durchs Land

Es dauerte bei mir zwei volle Tage, bevor ich überhaupt bereit war, meine Reise fortzusetzen. Viele Backpacker, die ich im Hostel treffe, waren wohl mit dem Tro-Tro unterwegs, obwohl in Reiseführern vor der Benutzung der überfüllten Kleinbusse immer wieder gewarnt wird. So schlimm ist es allerdings auch wieder nicht. Komfort sieht zwar anders aus, dafür ist die Reise supergünstig. Wo die nächste Haltestelle ist, erfragt man am besten bei Einheimischen. Es gibt keinen Fahrplan, stattdessen beginnt die Fahrt, wenn der Bus voll ist.

Bezaubernd schöne Strände

Mit dem Tro-Tro geht es bis nach Busua. In dem beschaulichen Fischerort im Westen von Ghana gibt es einen weitläufigen Sandstrand, der hinüber nach Butre Hills führt. Dort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Männer kommen gerade vom Fischen zurück, Frauen sitzen vor ihren Blechhütten und bereiten das Essen zu. Ziegen und Hühner laufen umher. Kinder spielen auf dem Weg und begrüßen mich mit einem breiten Grinsen, als hätten sie noch nie zu vor „Weiße“ gesehen. Der Küstenabschnitt ist so bezaubernd schön, dass ich gern noch eine Weile hier geblieben wäre.

Fazit

Ghana bietet viele Sehenswürdigkeiten. Zudem sind die meisten Ghanaer extrem gastfreundlich und hilfsbereit. Man kommt sehr schnell mit Einheimischen oder anderen Reisenden in Kontakt. Nach den anfänglichen Startschwierigkeiten habe ich das Land definitiv zu schätzen gelernt und als sehr spannend empfunden. Nur mit dem Essen konnte ich mich die gesamte Zeit über nicht so richtig anfreunden. Neben reichlich Wasser solltest du in Ghana unbedingt immer Mückenschutz und Mittel gegen Magen-/Darm-Probleme dabei haben. Hygienevorschriften, wie wir sie in Europa kennen, scheint es nämlich nicht zu geben.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Ghana liegt am Golf von Guinea in Westafrika in der Nähe zum Äquator und gilt laut Auswärtigem Amt als eines der sichersten Reiseziele in Afrika. Die Kriminalitätsrate ist vergleichsweise gering, was auch mit dem geringeren Unterschied zwischen Arm und Reich zusammenhängt. Ghana ist außerdem eine lebendige Demokratie, weshalb sich die Bürger oft streiten und lautstark miteinander diskutieren. Auch als Tourist wird man dies zu spüren bekommen. Die Geschichte von Ghana ist mit der Kolonialzeit des Vereinigten Königreich eng verbunden. Aus diesem Grund ist Englisch die Amtssprache. Knapp 29 Millionen Menschen leben in Ghana. Die Hauptstadt ist Accra.

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