Es ist 6 Uhr als wir zu den Victoria Falls im Herzen Afrikas starten. Wir sind müde und außerdem liegen Wolken über dem spektakulären Naturwunder. Als dann aber der rote Feuerball über den Wasserfällen auftaucht, wird die ganze Szene einfach nur magisch und haut uns schlichtweg um. Wir nehmen euch mit zu Afrikas größten Wasserfällen zwischen Simbabwe und Sambia und geben euch Reisetipps, von welcher Länder-Seite aus sich die Tour zum UNESCO-Weltnaturerbe lohnt.

Lohnt sich ein Besuch der Victoria Falls in Afrika?

Die Victoriafälle, oder in der Sprache der Einheimischen auch “Donnernder Rauch” genannt, zählen zum UNESCO-Weltnaturerbe. Und tatsächlich sind sie ein wahres Naturwunder. Über eine Länge von 1.700 Metern stürzt der Fluss Sambesi hier bis zu 110 Meter in die Tiefe. Damit sind die Victoriafälle die längsten zusammenhängenden Wasserfälle der Welt.

Es entsteht der “donnernde Rauch”, der teilweise bis zu 300 Meter über den Fällen aufsteigt und in einer Entfernung von 30 Kilometern immer noch zu sehen ist. In oder nach der Regenzeit führt der Sambesi soviel Wasser, dass hier über 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Tiefe stürzen. Ein gewaltiges Bild, das kaum vorstellbar ist. Zeit also, dieses Naturwunder mit eigenen Augen zu entdecken.

Fototipp: Es lohnt sich entweder ganz in der Früh oder ab dem Nachmittag in den Park zu gehen, da habt ihr die beste Chance auf die berühmten Regenbögen über den Wasserfällen.

Anreise zu den Victoriafällen

Lage:zwischen Simbabwe und Sambia
Länge:1.700 m
Falltiefe:bis zu 110 m
Must-See:Sonnenaufgang
Beste Reisezeit:März bis August

Zu den Victoriafällen gibt es unterschiedliche Anreisemöglichkeiten. Die einfachste, aber teuerste, ist mit dem Flugzeug nach Victoria Falls in Simbabwe. Hier gibt es einen internationalen Flughafen. Flüge gehen direkt von Frankfurt, teilweise mit Zwischenstopp in Windhuk, der Hauptstadt von Namibia.

Wer schon auf der Rundreise durch Namibia, Botswana oder Simbabwe ist, kommt vermutlich eher mit dem eigenen Auto zu den Victoriafällen. Überlegt euch hier, ob ihr für den Besuch das Auto unbedingt braucht – sowohl beim Grenzübertritt Namibia-Botswana, als auch beim Grenzübertritt Botswana/Simbabwe werden Kosten für das Auto fällig (Botswana: rund 10 Euro, Simbabwe rund 50–80 Euro).

Wir haben uns entschieden, ohne Auto anzureisen und es stattdessen von Kasane in Botswana mit dem Taxi anzureisen. Da muss man sich etwas durchfragen, ist aber die günstigste Variante. Insgesamt haben wir rund 40 Euro für die An- und Abreise bezahlt. Dazu kommt noch die Unterkunft und die Visa-Kosten an der Grenze (30 Euro pro Person für Simbabwe, Doppel-Visa für Simbabwe und Sambia kostet 50 Euro). Auch gibt es Tages- oder Zwei-Tagesausflüge von Namibia und Botswana aus. Die kosten etwas mehr, aber da kümmern sich die Touranbieter um alles und ihr müsst nur in den Bus steigen.

Übernachtung in der Nähe der Victoriafälle

Wir haben uns für einen Aufenthalt mit einer Übernachtung vor Ort entschieden. So konnten wir entspannt anreisen, haben unser Gepäck in der Unterkunft abgestellt und sind dann erstmal auf Erkundungstour los. Am Nachmittag waren wir im Lookout-Cafe. Hier blickt man auf die berühmte Brücke und in den Canyon. Außerdem waren wir rundherum in Victoria Falls unterwegs: Bei einem Kunstmarkt, Elephants’ Walk genannt, und bei dem ziemlich coolen “Victoria Falls Hotel“. Hier hat man auch eine tolle Sicht auf die Wasserfälle. Dann ging’s zur Victoriafalls Bridge, die den Grenzübergang von Simbabwe nach Sambia darstellt.

Um am nächsten Morgen gleich um 06:00 Uhr in den Park starten zu können, ging es früh ins Bett. Der Park öffnet nämlich schon zum Sonnenaufgang. Das war ziemlich perfekt, weil die ganzen Tagestouren erst später eintreffen und so mussten wir den Park und die genialen Aussichten auf die Victoriafälle nur mit wenigen anderen Menschen teilen.

Von Simbabwe oder Sambia aus zu den Wasserfällen?

Von welcher Seite sollen wir uns die Wasserfälle anschauen? Es kommt darauf an. Gerade Ende September oder Anfang Oktober, als wir da waren, herrscht absolute Trockenzeit. Hier kommt am wenigsten Wasser über die Zuflüsse an den Wasserfällen an. Daher haben wir uns nur für die Simbabwische Seite entschieden. Hier hat man den Blick auf die Haupt-Fälle, die “Main Falls”. Außerdem ist hier im westlichen Teil noch deutlich mehr Wasser da. Auf der sambischen Seite waren es nur noch kleine Rinnsale, die über die Kante getröpfelt sind.

Allerdings hat man nur von der sambischen Seite aus die Möglichkeit, oben auf die Wasserfälle selbst zu steigen und im berühmten Devils Pool zu baden. Natürlich könnt ihr auch ein Visum für beide Seiten besorgen und sowohl die eine, als auch die andere Seite besuchen. Empfehlenswert ist das definitiv in oder nach der Regenzeit, also ab März/April bis ca. Juli oder Anfang August. Da ist auf der sambischen Seite auch noch viel Wasser und nicht nur eine feuchte Felswand zu sehen.

Keine voreiligen Schlüsse bei den Wasserfällen

Wir haben am Tag vorher vom Lookout Cafe und von der Victoriafalls Bridge schon gesehen, dass in diesem Oktober wirklich wenig Wasser an den Fällen zu sein scheint. Daher waren wir etwas skeptisch, als wir in der Früh zum Park sind. Wir wussten schon, dass wir nicht in der perfekten Jahreszeit kommen. Und zudem sah es nach einem ziemlich bewölktem Morgen aus. Da dachten wir schon, das frühe Aufstehen hätte sich nicht gelohnt. Wir sind dann zum ganz linken, westlichen Aussichtspunkt gelaufen. Und ein paar Minuten später stieß dann die Sonne durch die Wolken. Ein wirklich atemraubender Anblick! Und trotz Trockenzeit ziemlich viel Wasser!

Direkt an die Kante der Victoriafälle

Der frühe Morgen, die Sonne strahlt durch die erst noch dicken Wolken, im Vordergrund stürzen die Wassermassen in die Tiefe und die leicht orange-gelbe Sonne bricht sich darin. Dieser Moment, an der Kante zu stehen und auf die Wassermassen zu blicken, ist wirklich genial und auch den Preis und die aufwendige Anreise wert. Dadurch, dass wir so früh da waren, hatten wir hier noch unsere Ruhe. Wir sind dann mit der immer höher steigenden Sonne von Viewpoint zu Viewpoint gewandert.

Davon gibt es ja immerhin 16 Stück auf der Simbabwischen Seite, die 75 Prozent der Wasserfälle abdeckt. Die Sambische Seite bietet Blick auf die restlichen 25 Prozent. Das war wirklich perfekt, da es noch nicht heiß war und wir immer eine recht flache Sonne hatten. Als wir nach rund drei Stunden am letzten Aussichtspunkt angekommen sind, stand die Sonne immer noch tief genug, um die Wasserfälle gut zu fotografieren. Vor allem wegen der berühmten Regenbögen, die der weiße Wassernebel produziert. Nach guten vier Stunden und einem tollen Frühstück an der Kante mit Blick auf die Wasserfälle sind wir wieder zurück nach Kasane in Botswana.

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Fazit

Wenn ihr in der Gegend seid, schaut unbedingt vorbei. Wir haben die etwas aufwendigere Anreise und die Eintrittskosten nicht bereut. Es war wirklich ein besonderer Moment vor diesem Naturwunder zu stehen, die Wassermassen in die Tiefe stürzen zu sehen und das Lichtspiel von Sonne und Sprühnebel zu erleben. Es lohnt sich aber definitiv sich etwas mehr Zeit zu lassen, also einen Tag vorher anzureisen oder einen Tag länger zu bleiben, um die Umgebung zu erkunden, wie zum Beispiel den Zambezi National Park in Simbabwe. Wir können die Victoriafälle also klar empfehlen.

Lage

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