Walser Hammerspitze: Gratwanderung bei Oberstdorf

Etwas fernab der Massen auf dem Fellhorn und der Kanzelwand windet sich ein schmaler Grat durch die Allgäuer Alpen. Zwischen blühenden Alpenrosen und steil abfallenden Geröllhängen führt ein Wanderpfad hinauf zur Walser Hammerspitze – ein Gipfel, der oft im Schatten seiner bekannteren Nachbarn steht. Hier oben warten am Höhepunkt der Wanderung Ausblicke auf das Kleinwalsertal und die umliegenden Gipfel. Und vor allem eins: das Gefühl, mitten im Herzen der Berge zu stehen. Finden wir hier einen echten Geheimtipp im Allgäu?

Lohnt sich die Wanderung zur Walser Hammerspitze?

Die Walser Hammerspitze (2.170 m) liegt im südwestlichen Allgäu, direkt an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Ihren Anfang nimmt sie mitten in einem der beliebtesten Wandergebiete bei Oberstdorf, dem Fellhorn und der Kanzelwand. Die Route führt über einen schmalen Grat, der die Gipfel der Kanzelwand (2.058 m) und der Walser Hammerspitze verbindet, und verläuft hoch über dem Kleinwalsertal, einem der schönsten Hochtäler der Alpen.

Als Startpunkt gilt die Bergstation der Fellhornbahn oder, für eine kürzere Route, die Kanzelwandbahn. Wir entscheiden uns für die längere Variante und wandern zunächst auf gut begehbaren Pfaden in Richtung Kanzelwandgipfel. Danach beginnt der eigentliche Gratabschnitt: ein schmaler, teils ausgesetzter, aber landschaftlich beeindruckender Weg, der sich bis zur Walser Hammerspitze zieht. Auf der einen Seite breitet sich das Kleinwalsertal aus, auf der anderen das Fellhorngebiet mit Blick auf die Allgäuer Hauptkette.

Fototipp: Ein schöner Fotospot bietet sich kurz vor dem Gipfel der Walser Hammerspitze, wo sich der schmale Grat öffnet und der Blick frei auf das ganze Tal und die umliegenden Gipfel wird. Hier lässt sich besonders gut die Dramatik und Vielfalt der Landschaft einfangen. Setzt die schroffe Felskulisse in den Hintergrund und rahmt den Vordergrund spielerisch mit Alpenrosen.

Anreise zur Fellhornbahn

Ausgangspunkt:Bergstation Fellhornbahn, Oberstdorf
Höhenmeter:665 hm
Gehzeit:ca. 5,5 Stunden
Strecke:9,7 km
Einkehrtipp:Adelhorst unterhalb der Kanzelwand

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht ihr die Talstation der Fellhornbahn ab München in etwa drei Stunden. Vom Hauptbahnhof fährt regelmäßig der Regionalexpress nach Kempten. Dort bestehen Anschlussmöglichkeiten per Zug oder Bus ins Zentrum von Oberstdorf. Vom Bahnhof Oberstdorf bringt euch die Buslinie 7 direkt zur Talstation der Fellhornbahn.

Wer mit dem Auto anreist, benötigt ab München etwa zweieinhalb Stunden. Die Route führt über die A96 in Richtung Lindau. Ab Memmingen folgt ihr der A7 nach Kempten und wechselt dort auf die B19 Richtung Oberstdorf. In Oberstdorf ist der Weg zur Fellhornbahn gut ausgeschildert. Direkt an der Talstation stehen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung.

Mit der ersten Bahn hoch auf das Fellhorn

Die Wanderung zur Walser Hammerspitze führt über schmale Gratpassagen und steile Felsabschnitte. Eine sehr gute Grundkondition und Trittsicherheit sind daher wichtig. Vor allem für die Gratüberschreitung ist eine gewisse Bergerfahrung notwendig, denn es kann zu kurzen Kletterpassagen kommen. Einkehrmöglichkeiten gibt es erst auf dem Abstieg, daher sind wir mit ausreichend Proviant ausgestattet.

Für die Gratwanderung auf die Walser Hammerspitze lohnt es sich, früh aufzubrechen. So ist die Tour gut bis zur letzten Talfahrt der Mittelstation um 16:50 Uhr machbar. Wir nehmen die erste Bahn um 8:30 Uhr. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Wir schweben über grüne Almwiesen, und der Blick öffnet sich über das Stillachtal und die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen. Oben an der Bergstation (1.960 m) können wir bereits bis zur Walser Hammerspitze blicken und sehen die Route vor uns.

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Von der Fellhornbahn zur Kanzelwand

Die Wanderung beginnt zunächst sanft, denn von der Bergstation der Fellhornbahn führt der Weg erst einmal bergab. Er ist gesäumt von blühenden Wiesen, und wir können bis zum Hohen Ifen im Kleinwalsertal blicken. Trotz des frühen Starts begegnen uns hier bereits zahlreiche Wanderer, die zwischen Kanzelwand und Fellhorn unterwegs sind.

Nach dem Abstieg queren wir hinüber zur Kanzelwandbahn. Hier steigt der Weg wieder stetig an. Er schlängelt sich in weiten Kurven den Hang hinauf. Das Fellhorn liegt nun hinter uns, und vor uns ragt die markante Kanzelwand auf. Der Anstieg zum Gipfel ist kurz, aber steil. Oben angekommen wartet ein grandioses Panorama, und zu unserer Rechten sehen wir das Ziel der Tour. Hier zieht sich nun der schmale Grat hinüber zur Walser Hammerspitze.

In luftiger Höhe über den Grat zur Walser Hammerspitze

Kurz unter dem Gipfelkreuz der Kanzelwand beginnt der Grat zur Walser Hammerspitze. Hier wird es nun ruhiger, denn die Wanderung ist anspruchsvoller und der Weg nur sporadisch markiert. Der Grat ist stellenweise luftig, aber gut begehbar. Wir merken schnell: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind das A und O.

Eintönig wird die Route garantiert nicht. Es wechseln sich felsige Passagen und schmale, grasbewachsene Stellen ab. Immer wieder laden kleine Vorsprünge dazu ein, kurz stehen zu bleiben und das Panorama zu genießen. Zu unserer Linken fallen steile Geröllfelder ab, und immer wieder steigen dichte Nebelschwaden auf. Eine mystische Stimmung entsteht.

Kurz vor dem Gipfel wartet noch einmal eine Kletterpassage, und dann sehen wir endlich das Gipfelkreuz vor uns. Der Wind pfeift über den felsigen Gipfel, der nach Süden stark abschüssig ist. Jetzt stehen wir mittendrin. Im Süden ragen die schroffen Gipfel der Lechtaler Alpen in die Wolken, im Norden die sanften Hügel des Allgäus, und direkt unter uns liegt das Kleinwalsertal.

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Fazit

Für den Abstieg gehen wir ein kurzes Stück zurück auf den Grat und steigen dann über steiles Gelände hinab in Richtung Kuhgehrenspitze und schließlich zur Bergstation der Kanzelwandbahn. Dabei kommen wir an der Alpe Adelhorst vorbei, wo sich eine perfekte Gelegenheit für eine Pause bietet, bevor wir weiter zur Mittelstation der Fellhornbahn wandern. Alternativ könnt ihr auch wieder zur Bergstation aufsteigen. Beide Varianten dauern etwa 45 bis 60 Minuten. Den Kaffee im Bergrestaurant an der Mittelstation wollen wir uns allerdings nicht entgehen lassen und genießen einen letzten Panoramablick, bevor es zurück ins Tal geht.

Ein weiteres Highlight in der Region ist der Freibergsee, ein idyllischer Bergsee in der Nähe des Söllerecks bei Oberstdorf. Der See ist über gut ausgebaute Wanderwege erreichbar und eignet sich auch für kürzere Rundtouren. Ein schöner, ruhiger Kontrast zur alpinen Wanderung über den Grat.

Lage

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