Es gibt zahlreiche beliebte Wandergebiete in Europa – etwa die Schweiz, Italien oder Österreich. Die Slowakei gehört wohl eher nicht dazu. Und das ist auch gut so, denn so bleibt das Land ein echter Geheimtipp für Wanderer. Die Berglandschaft ist weitestgehend unberührt und wer im Wanderurlaub gut auf Hightech verzichten kann, der ist in der Hohen Tatra genau richtig.

Lohnt sich Wandern in der Hohen Tatra in der Slowakei?

Die Hohe Tatra ist das kleinste Hochgebirge der Welt, ein Teil des Tatra-Gebirges, der höchste Teil der Karpaten und befindet sich mit zwei Dritteln in der Slowakei und einem Drittel in Polen. In beiden Ländern gehört sie jeweils zu einem Nationalpark und ist gleichzeitig Biosphärenreservat der UNESCO. Der höchste Berg ist die Gerlsdorfer Spitze mit einer Höhe von 2.655 Metern. Der Gipfel ist für geübte Wanderer an einem Tag gut erreichbar. Die Hauptorte sind Zakopane in Polen sowie Strbské Pleso und Tatranská Lomnica in der Slowakei, wo ich meinen Urlaub verbracht habe.

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Instatipp: Morgens aus dem Zelt schauen und sofort die massive Bergkette der Hohen Tatra vor Augen haben. An diesen Anblick könnte man sich gewöhnen. Und das macht mit Sicherheit auch alle anderen auf Instagram neidisch.

Anreise in die Hohe Tatra

Die einfachste Möglichkeit, die Hohe Tatra für einen Wanderurlaub zu erreichen, ist per Flugzeug. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Poprad, Krakau und Košice. Eine weitere Möglichkeit ist der Zug bis Poprad oder Tatranská Štrba, um von dort in die Zahnradbahn umzusteigen. Im polnischen Teil empfiehlt sich der Zug bis Zakopane. Der Ort ist beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen rund um den Kasprowy Wierch (1.987 m). Der eigene PKW für die Anreise ist auch eine Möglichkeit, allerdings gelten im Nationalpark strenge Regeln für die Benutzung von Autos.

Wandern so wie früher

Angekommen in der Hohen Tatra, fühle ich mich an den Wanderurlaub aus meiner Kindheit erinnert – bevor die Bergwelt von Spaßbädern, Casinos und sonstigen Clubs übervölkert wurde. Wo es beim Wandern einfach reichte, eine rustikale Berghütte mit richtig gutem Essen zu haben und davor und danach kilometerweit durch den einsamen Wald zu laufen. Wer das auch vermisst, der ist in der Hohen Tatra genau richtig. Denn hier sorgt man sich nicht um modernen Schnickschnack, weil die Natur einfach schon spektakulär genug ist, vor allem im slowakischen Teil.

Strecken planen und Hütten buchen

Die Ruhe der Hohen Tatra bedeutet aber leider auch, dass gerade die Berghütten weit im Voraus ausgebucht sind. Wanderer sollten unbedingt ihre Routen planen und die Hütten reservieren. Außerdem ist im Nationalpark für Bergtouren außerhalb der markierten Pfade ein Bergführer notwendig. Auch die Anzahl der Campingplätze ist begrenzt. Mein Unterkunfts-Tipp: Der Campingplatz Tatranec in Tatranská Lomnica. In der Nähe liegt die Talstation der Seilbahn zur Lomnitzer Spitze (2.632 m), wo sich ein hervorragender Ausblick auf die umliegenden Gipfel der Hohen Tatra eröffnet.

Einschlafen mit den Bergen

Auch die Kaskadenwasserfälle des Kühlbachtales oder die Belianska-Höhle sind nicht weit. Doch das Beste während meines Urlaubs waren die langen Abende. Am Feuer sitzen und zuschauen, wie sich das Abendrot und später die Schwärze der Nacht über die massiven Gipfel senken, während man sich am Lagerfeuer die Füße wärmt. Wer ähnlich wild-romantisch veranlagt ist, der wird verstehen, warum diese Nächte so besonders sind, wenn man nach ein paar Bier auf der Wiese liegt und die Sterne über der Hohen Tatra zählt. Viel mehr Natur spüren geht nämlich gar nicht.

Fazit

In der Hohen Tatra bekommen Reisende eigentlich kaum etwas geboten – nichts, außer gigantische Gipfel, schier endlose Wälder und die wilde Natur, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Wer genau das sucht und absolut glücklich ist, sich einfach morgens die Wanderschuhe anzuziehen und ewig zu laufen und abends wieder ins Bett zu fallen, der wird dieses Wandergebiet lieben. Wer Nachtleben und Unterhaltung möchte, der fährt aber lieber woanders hin.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Für das Wandern gelten in der Hohen Tatra strenge Regeln. Im Winter sind die Wanderwege im Hochgebirge des Nationalparks geschlossen. Außerhalb der markierten Pfade ist Wandern ohne Bergführer nicht erlaubt. Auch Campen ist im gesamten Park streng untersagt. Durch die Unberührtheit des Nationalparks konnte in der Hohen Tatra eine reiche Artenvielfalt an Tiere erhalten bleiben. Da lassen sich Zusammentreffen manchmal nicht vermeiden. Wanderer sollten sich also bewusst machen, dass es im Park freilebende Braunbären gibt. Auch der Eurasische Luchs und Wölfe sind heimisch.

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