Wanderung zum Carolafelsen in der Sächsischen Schweiz

Immer wieder greife ich zu meiner Kamera. Diese kurze Wanderung führt vorbei an zahlreichen Naturphänomenen und Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz. Über die Idagrotte, dem Carolafelsen bis über die Heilige Stiege. Auf dieser teilweise abenteuerlichen und aussichtsreichen Tour nehmen wir auf relativ kurzer Strecke die volle Dosis Sächsische Schweiz mit. Nach unzähligen Aussichtspunkten auf die berühmten Felsformationen gibt es in der idyllischen Mühle in Schmilka zum Ende ein wohlverdientes selbst gebrautes Bier. 

Lohnt sich die Wanderung über die Idagrotte zum Carolafelsen?

Auf dieser Tour warten gleich mehrere Highlights der Sächsischen Schweiz, dem deutschen Teil des Elbsandsteingebirges, auf euch. Wir starten im wunderschönen Bio-Dorf Schmilka, entdecken die spektakuläre Idagrotte, die aufgrund ihrer Dimension eher eine Höhle als eine Grotte ist; und stehen am Ende auf dem Carolafelsen, der absoluten Top-Aussicht auf die Sächsische Schweiz und das ganze Tal an der Elbe.

Zu guter Letzt geht es über die sehenswerte „Heilige Stiege“ auf wenigen Metern hunderte Höhenmeter bergab. Und das Beste: Für diese absolute Top-Tour hält sich Anstrengung in Grenzen. Auf der Strecke von knapp 9 Kilometern, überwindet ihr rund 400 Höhenmeter.

Fototipp: Der Carolafelsen ist für Landschaftsfotografen auf dieser Tour wohl die beste Wahl. Die Felsen bieten viele Möglichkeiten den Vordergrund zu gestalten und im Hintergrund gibt es genug markante Berge als Motiv. Von Weitwinkel bis Tele ist hier alles möglich.

Anreise nach Schmilka

Strecke:ca. 9 km
Höhenmeter:ca. 400 hm
Gehzeit:2:00 Std.
Einkehrtipp:Bio Hotel Zur Mühle
Anreise:ÖPNV ab Dresden

Von Dresden fahren Fern- oder Regionalzüge bis Bad Schandau. Dort umsteigen in den Regionalzug U28 und bis nach Schmilka-Hirschmühle fahren. Von dort muss man noch einmal mit der Fähre ans andere Ufer der Elbe übersetzen, dann ist man direkt in Schmilka. Auf diese Weise dauert die Anreise circa 1:20h.

Autofahrer nehmen von Dresden die A17 und fahren an der Ausfahrt 6 Richtung Pirna ab. Über Land geht es dann durch Bad Schandau bis nach Schmilka. Die Anreise dauert eine gute Stunde. In Schmilka gibt es im Prinzip nur eine große Straße. Da links die Berge und rechts die Elbe sind, ist der Platz begrenzt. Es gibt einen großen, kostenpflichtigen Parkplatz.

Steiler Anstieg zu Beginn der Tour

Verlockend grüßt uns ein Gasthaus ganz zu Beginn der Tour. Bier, leckeres Essen und eine idyllische Mühle, das Leben könnte so einfach sein. Aber die Einkehr müssen wir uns erstmal verdienen. Also los.
In ein Tal führt die Route auf immer kleiner werdenden Wegen durch schattige Wälder bei einer moderaten Steigung. Nach rund 2 km biegen wir in ein kleines Seitental ab. Hier wird es ziemlich steil. In einem eng eingeschnittenen Schlot schrauben wir uns in engen Serpentinen den Berg hinauf.

Bei einer kurzen Verschnaufpause lockert sich ein Apfel im Rucksack und rollt auf Nimmerwiedersehen den Pfad hinunter. Nach der unfreiwilligen Erleichterung des Gepäcks gehts weiter. Es dauert auch nicht lange, bis sich die Baumkronen etwas lichten. Der Waldboden geht zunächst in Sand über, und ein paar Meter weiter stehen die Schuhe auf blankem Fels.

Es gibt ein, zwei knifflige Stellen zu überwinden, aber nichts wo der normale Wanderer nicht hochkommen würde. Oben angekommen, ergeben sich sofort die ersten Fernsichten. Das meiste der Höhenmeter ist überwunden, denn diese Höhe halten wir weitestgehend auf der gesamten Route.

Auch interessant: Sächsische Schweiz – Diese Orte hat Caspar David Friedrich gemalt

Abenteuerlicher Abstecher zur fantastischen Idagrotte

Nach etwa 7 Kilometern entscheiden wir uns für einen Abstecher zur Idagrotte. Das ist eines der Highlights der Tour. Schon kurz vor der Idagrotte tauchen imposante Felswände im Wald auf. Der Untergrund ist sandig und ein Pfad führt über große Felsbrocken links um die Felswände herum. Hier ist etwas Trittsicherheit gefragt, denn nach links fällt die Bergflanke senkrecht ab.

Der Weg ist nur 1–2 Meter breit und durch den Sand auch nicht perfekt griffig. Auf der rechten Seite sind Haken in den Fels geschlagen, die etwas Sicherheit geben. Nach schätzungsweise 200 Metern endet der exponierte Teil des Stichweges in der Idagrotte.

Es ist eine kleine Höhle, die sich durch Felsabbrüche gebildet hat. Vor der Höhle gibt es einige Felsplateaus, auf denen man den Blick in die weite Landschaft genießen kann. Es lohnt sich hier eine kleine Pause einzulegen, die Höhle zu erkunden und in die Ferne zu schauen.

Fantastische Aussicht vom Carolafelsen

Gefühlt glaubt man nach dem spektakulären Stopp an der Idagrotte, es könne eigentlich nichts Genialeres mehr folgen. Doch weit gefehlt. Das nächste Highlight wartet wenige Kilometer weiter mit dem Carolafelsen. Viele runde Felsbrocken, zum Teil so groß wie Häuser, bieten eine hervorragende Plattform, um die fantastische Aussicht zu genießen.

Auf über 180° Grad öffnet sich der Blick Richtung Westen auf viele Felsformationen und markante Kuppen, wie zum Beispiel den Königstein und der Bastei. Der Moment, wenn sich aus dem lichten Wald heraus der Blick in die Weite öffnet und die Sächsische Schweiz in seiner ganzen Pracht vor einem liegt, ist unglaublich beeindruckend.

Es ist einer der beliebtesten Aussichtspunkt in der Gegend und so wird man hier vermutlich nicht allein sein, es sei denn, man steht sehr früh auf. Schön ist es dort aber auf jeden Fall.

Abstieg über die Heilige Stiege zurück nach Schmilka

Genauso schnell, wie am Anfang der Tour die Höhenmeter aufgebaut wurden, werden sie am Ende der Tour wieder abgebaut. Über die sogenannte Heilige Stiege geht es wieder zurück nach Schmilka. Dabei handelt es sich um eine steile Treppe, die auf 903 Stufen 190 Höhenmeter überwindet.

Nicht immer sind die Stufen regelmäßig gebaut und das Metall manchmal recht glatt geschmirgelt. Beim Heruntergehen bieten die schmalen Stufen manchmal nicht genug Platz für große Wanderschuhe. Also einfach etwas am Geländer festhalten und ruhig nach unten gehen. Auch hier an der Stiege bieten sich mir Eindrücke, die ich in Deutschland so niemals erwartet hätte.

Zurück in Schmilka ist dann auch endlich das Essen verdient! Ich empfehle definitiv die Schmilk’sche Mühle des Bio Hotel Zur Mühle. Sie ist einfach perfekt. Es gibt leckeres warmes Essen und Kuchen in idyllischer Lage direkt an einer alten Mühle. Das Highlight ist das selbst gebraute Bier. Ein großes Glas Bernstein sollte man sich kaum entgehen lassen. 

Auch interessant: Schrammsteinaussicht – Wanderung zur berühmten Felsformation

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Robert Bohnke | Germany (@robert_bohnke)

Fazit

Diese Tour ist kurzweilig, abwechslungsreich und nicht zu anstrengend. Mit dem Start direkt an der Elbe und den Abstechern zur Idagrotte und dem Carolafelsen, führt die Route durch die typische Landschaft des Elbsandsteingebirges. Man bekommt hier auf jeden Fall regelmäßig Fernblicke auf die markanten Felsnadeln und steilen Wände. Außerdem ist noch die Heilige Stiege mit über 900 Stufen ein Erlebnis für sich.

Je nach Pausendauer, kann man hieraus eine tolle Halbtagestour machen, um die Sächsische Schweiz kennenzulernen. In der Gegend gibt es natürlich weitere Highlights, wie zum Beispiel die Bastei. Die berühmte steinerne Brücke ist ein echter Besuchermagnet.

Lage

Praktische Links

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Auch interessant

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Entdecke mehr von HOME of TRAVEL

Wir benachrichtigen dich, sobald neue Beiträge erscheinen!

Weiterlesen