Wanderung: Eibsee-Höhenweg zur Höllentalklamm

Eben stand ich noch an der Bayerischen Karibik und habe über die leuchtend blaue Farbe des Eibsees gestaunt. Jetzt bin ich mittendrin in der spektakulären Höllentalklamm. Krasser könnte der Kontrast kaum sein. Neben mir donnert der Hammersbach talwärts und ich bin auf schwindelerregenden Pfaden direkt an der Felswand unterwegs. Mein Ziel ist die Höllentalangerhütte vor der imposanten Zugspitze.

Lohnt sich die Wanderung vom Eibsee zur Höllentalklamm?

Der Eibsee wird oft auch als Bayerische Karibik bezeichnet. Das liegt an der leuchtend blauen Farbe, den kleinen Inseln und den Untiefen, die das Wasser an diesen Stellen in einem hellen Türkis erscheinen lassen. Dahinter ragt die Zugspitze empor. Der Rundweg um den malerischen See ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Doch, dass man vom Ufer auch in Richtung Zugspitze via Höllental aufbrechen kann, war mir nicht bewusst.

Bis zur Höllentalangerhütte werden insgesamt über 900 hm überwunden, und wir sind auf der 15 km langen Tour rund 6 Stunden unterwegs. Dabei spazieren wir über den aussichtsreichen Eibsee-Höhenweg, passieren die beeindruckende Höllentalklamm und machen mit Zugspitzblick Pause an der Höllentalangerhütte. Zurück geht es über den Stangensteig. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig!

Fototipp: Wenn ihr über den Stangensteig zurückwandert, könnt ihr von oben in die Klamm hineinschauen. Da geht’s nämlich über die sogenannte Eiserne Brücke hinweg. Dieser Tiefblick ist fantastisch und sehr fotogen.

Anreise zum Parkplatz am Eibsee

Höchster Punkt:1.379 m
Höhenmeter:912 hm
Strecke:15 km
Gehzeit:6 Stunden
Beste Reisezeit:Mai – Oktober

Wir übernachten im Eibsee-Hotel. Dementsprechend können wir direkt von der Haustür des Hotels in die Tour starten, denn das Haus liegt direkt am See. Falls ihr nur für diese Wanderung anreist, kommt ihr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Ausgangspunkt.

Bis nach Garmisch-Partenkirchen geht’s mit der Deutschen Bahn. Danach steigt ihr entweder in die Zugspitzbahn oder ihr nehmt den Bus und fahrt bis zum Eibsee.

Auch die Anreise per Auto ist natürlich möglich. Dann würde ich euch allerdings raten, früh anzureisen. Denn gerade an sonnigen Tagen am Wochenende füllt sich der Parkplatz sehr schnell. Parken ist außerdem recht kostspielig. Es gibt einen Tarif für vier Stunden. Jede weitere Stunde kostet extra.

Über den Eibsee-Höhenweg zur Höllentalklamm

Die ersten Meter der Tour sind super zum Reinkommen. Wir folgen der Beschilderung zum Eibsee-Höhenweg. Der Wanderweg führt vorwiegend eben hin. Es gibt nur ein paar wenige Steigungen, und so können sich die Beine an die Bewegung langsam gewöhnen.

Das finde ich immer angenehmer, als wenn es direkt von null auf hundert bergauf geht und man die ersten Meter schon ins Schnaufen kommt. Hier bleibt auch Zeit, den Kopf zu heben und die Blicke auf Grainau, Garmisch-Partenkirchen und den Wank zu genießen. Diese Tiefblicke sind super schön.

Dann schlängeln wir uns bergauf. Durch den Wald wandern wir zum Eingang der Höllentalklamm. Wenn ihr im DAV seid, packt euren Alpenvereinsausweis ein. Damit spart ihr einiges beim Eintritt. Und nehmt unbedingt eine Regenjacke mit, denn auch an schönen Tagen ist es in der Klamm meist kühl und feucht.

In der Regel kommen von allen Seiten kleine Wasserfälle von den Felswänden. Auch eine Regenhülle für den Rucksack und wasserfeste Schuhe sind empfehlenswert. Gute Schuhe mit einer griffigen Profilsohle sind sowieso Pflicht.

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Wie in einer anderen Welt

Die schmalen Steige führen direkt an der Felswand entlang. Unter uns rauscht der Hammersbach talwärts. Das Wasser hat ordentlich Geschwindigkeit, was man an den kleinen Strudeln und Stromschnellen an den Engstellen sehen kann. Und man hört es auch – es ist nämlich ohrenbetäubend laut. Wahnsinn! Immer mal wieder gilt es, Tunnel zu durchqueren.

Die sind zum Glück künstlich ausgeleuchtet, sodass ihr keine Stirnlampe benötigt. An anderen Stellen queren wir den rauschenden Hammersbach über enge Brücken. Es ist wie in einer anderen Welt. Die ganze Klamm ist allerdings gut abgesichert. Es gibt überall hohe Geländer, sodass die Tour auch für Kinder machbar sein sollte.

Ich bin allerdings auch froh, irgendwann wieder draußen zu sein. Denn obwohl der Tag sonnig warm ist, habe ich am Ende richtig gefroren. Aber auf den letzten Metern zur Höllentalangerhütte hinauf können die Klamotten wieder trocknen und der Körper wieder aufwärmen. Auf der großen Sonnenterrasse lasse ich mir dann noch eine warme Suppe schmecken und genieße den Blick auf die Zugspitze im Hintergrund.

An der Höllentalangerhütte machen auch viele Bergsteiger Rast, die Deutschlands höchsten Berg über die Route durch das Höllental erklimmen möchten. Wenn ihr hier übernachtet, könnt ihr die Tour zur Zugspitze auf zwei Tage aufteilen. So sind die Kraftreserven wieder aufgefüllt, wenn es an Tag zwei in den Klettersteig geht.

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Über den Stangensteig zurück zum See

Wir kehren nach der Einkehr wieder um. Und obwohl die Tour bis hierhin schon spektakulär war, wartet mein persönliches Highlight erst noch. Auf dem Rückweg geht’s für uns nämlich nicht durch die Klamm zurück, sondern wir wählen den Weg über den Stangensteig.

Dieser Abschnitt ist allerdings nur für trittsichere und schwindelfreie Wanderer empfehlenswert. Denn hier gibt es zwar stellenweise ein Drahtseil zum Festhalten, aber Geländer und weitere Absicherungen gibt es keine.

Und der Stangensteig ist zum Teil richtig ausgesetzt. Neben mir geht es etliche Meter in die Tiefe. Einen falschen Schritt will man hier nicht riskieren. Dafür folgt der Höhepunkt der Tour nur wenige Meter später. Wir sehen die Eiserne Brücke vor uns auftauchen.

Dieser Steg führt hoch oben über die Höllentalklamm hinweg. Die hölzernen Dielen geben leicht nach, während ich darüber spaziere. Das sorgt für den extra Nervenkitzel. Denn ich befinde mich 73 Meter über dem Grund. Wow!

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Fazit

Abgesehen vom Stangensteig ist die Tour prinzipiell für die ganze Familie machbar. Auch Hunde können mitkommen, müssen allerdings durch die Klamm an der Leine geführt werden. Falls ihr den Stangensteig am Ende weglasst, könnt ihr auch wieder durch die Höllentalklamm absteigen. Hebt dazu unbedingt die Eintrittskarte auf, da diese unten oft nochmals kontrolliert wird.

Ich persönlich kann die Wanderung nur weiterempfehlen. Sie lohnt sich definitiv, und es wird auf dem Weg immer noch besser. Ein Highlight jagt das nächste. Und am Ende des Tages könnt ihr es euch am Eibsee gutgehen lassen, euch darin abkühlen oder vielleicht ein Boot ausleihen. Das ist noch mal ein perfekter Abschluss!

Für den Rückweg könnt ihr übrigens einfach nach Hammersbach absteigen und dort mit der Zugspitzbahn oder dem Bus zurück zum Ausgangspunkt fahren. Oder ihr wandert eben die ganze Strecke wieder über den Eibsee-Höhenweg zurück. Das ist auch möglich.

Lage

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