Vor mir zieht sich der grasbewachsene Bergrücken noch einmal steil nach oben. Ich habe heute schon echt einige Höhenmeter in den Beinen, doch mein Ziel ist längst in Sicht: der Gamskarkogel. Mit 2.467 Metern ist er der höchste Grasberg Europas. Die Hütte direkt am Gipfel sehe ich gefühlt schon seit Stunden. Unter dem Gipfelkreuz des Frauenkogels gönne ich mir eine kurze Stärkung, bevor ich die letzten Höhenmeter in Angriff nehme. Warum sich die Wanderung auf den beliebten Gipfel im Gasteinertal besonders als längere Panoramarunde lohnt, erfahrt ihr gleich.
Lohnt sich die Wanderung auf den Gamskarkogel?





Der Gamskarkogel liegt im Salzburger Land zwischen dem Gasteinertal und dem Großarltal und gehört zur Ankogelgruppe. Mit 2.467 Metern Höhe gilt er als höchster Grasberg Europas und verspricht ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama über die umliegende Bergwelt. Verschiedene Wanderwege führen hinauf zum Gipfel, besonders abwechslungsreich ist die längere Variante über die Schmalzscharte und den Frauenkogel.
Die Rundtour startet beim Annencafé oberhalb von Bad Hofgastein und ist mit rund 16 Kilometern und 1.600 Höhenmetern auch für konditionsstarke Wanderer durchaus fordernd. Dafür warten gleich mehrere Gipfelerlebnisse, aussichtsreiche Bergrücken und mit der Gamskarkogelhütte eine Einkehrmöglichkeit direkt am höchsten Punkt.
Fototipp: Am besten wird der Gamskarkogel seinem Titel als höchster Grasberg Europas aus der Perspektive vom Frauenkogel gerecht. Beim Fotografieren von hier bekommt ihr den grasbewachsenen Wanderweg, den Gipfel und die kleine Gamskarkogelhütte gemeinsam aufs Bild. Platziert ihr den Gratanstieg zentral im Bild, ergibt sich eine tolle Bildkomposition und ein Eindruck davon, wie weitläufig die Landschaft dort oben ist.
Anreise nach Bad Hofgastein
| Strecke: | 16 km |
| Höhenmeter: | 1.600 hm |
| Gehzeit: | 8 Std. |
| Höchster Punkt: | 2.467 m |
| Beste Jahreszeit: | Juni bis Oktober |
Von München erreicht ihr Bad Hofgastein mit dem Auto in etwa 2,5 Stunden. Dafür fahrt ihr zunächst über die A8 nach Salzburg und anschließend über die A10 Richtung Süden bis zum Knoten Pongau/Bischofshofen (Achtung: Vignettenpflicht!). Von dort geht es über die Bundesstraße weiter ins Gasteinertal. In Bad Hofgastein führt eine Bergstraße etwa 200 Höhenmeter hinauf zum Annencafé und zur direkt danebenliegenden Annenkapelle. Dort befindet sich ein kostenloser Wanderparkplatz, an dem die Tour zum Gamskarkogel startet.
Die öffentliche Anreise nach Gastein ist sehr zu empfehlen. Bad Hofgastein besitzt einen eigenen Bahnhof und ist mit einem Umstieg in Salzburg in rund drei Stunden von München aus erreichbar. Vom Bahnhof könnt ihr mit dem Bus ins Zentrum weiterfahren. Wer sich die ohnehin lange Tour etwas verkürzen möchte, kann zum Beispiel mit einem E-Bike zum Annencafé und dann über die Forststraße sogar bis zu den Rastötzalmen hinauffahren. Alternativ könnt ihr euch mit einem lokalen Wandertaxi von Bad Hofgastein bis zu den Almen shutteln lassen (20 € pro Person) und dadurch einige hundert Höhenmeter sparen.
Gut vorbereitet auf 1.600 Höhenmeter
Mit rund 1.600 Höhenmetern solltet ihr die Wanderung auf den Gamskarkogel konditionell keinesfalls unterschätzen. Entsprechend wichtig sind festes Wanderschuhwerk, ausreichend Wasser sowie wetterfeste und warme Kleidung. Vom Parkplatz beim Annencafé führt der erste Teil der Tour zunächst durch den Wald hinauf zu den Rastötzalmen. Dabei quert der Wanderweg immer wieder die Forststraße und bereits bis zu den Almen werden 650 Höhenmeter gesammelt. Die Erleichterung mit E-Bike oder Wandertaxi ist also durchaus eine Überlegung wert, denn die eigentliche Panoramarunde startet erst dort.
Sowohl die Rastötzalmen als auch die Gamskarkogelhütte sind bewirtschaftet und bieten sich für eine Einkehr an. Trotzdem würde ich ausreichend Proviant einpacken – bis zum Gipfel ist man schließlich einige Stunden unterwegs.
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Über die Schmalzscharte zum Frauenkogel
Hinter den Rastötzalmen beginnt der anstrengende, aber landschaftlich schönere Teil der Wanderung. Statt hier rechts in Richtung Gamskarkogel aufzusteigen, folge ich dem Wanderweg hinter den Almen. Vorbei an einigen Kühen steige ich in zahlreichen Serpentinen ziemlich steil, aber technisch unschwierig hinauf zur Schmalzscharte. Ich drehe mich um und kann von hier mein eigentliches Tagesziel bereits erkennen. Ich bin ehrlich: Der Gamskarkogel sieht von hier noch brutal weit entfernt aus. Also erst mal Zeit für eine kurze Verschnaufpause.
Danach wandere ich direkt über den grasbewachsenen Bergrücken und genieße beeindruckende Ausblicke rechts ins Gasteinertal und links ins Großarltal hinunter. Es sieht viel weiter aus, als es ist, denn nach einer knappen Stunde stehe ich schon am Frauenkogel. Das aufwändig gestaltete Kreuz mit dem Edelweiß in der Mitte ist ein echter Hingucker. Gleichzeitig sehe ich von hier nochmal wunderbar zu meinem eigentlichen Gipfelziel – und dazwischen liegen noch einige Höhenmeter.
Geschafft! Am Gipfel des Gamskarkogels
Vom Frauenkogel muss ich zunächst noch einmal rund 150 Höhenmeter absteigen – wohlwissend, dass ich diese gleich wieder hinaufmuss. Vor mir liegt der lange, grasbewachsene Bergrücken zum Gamskarkogel und und spätestens jetzt macht er seinem Titel als höchster Grasberg Europas alle Ehre. Der letzte Gegenanstieg zieht sich noch einmal ordentlich, doch genau dieser Abschnitt ist das landschaftliche Highlight der Tour.
Auf 2.467 Metern ist es schließlich geschafft! Direkt neben dem Gipfelkreuz steht die urige Gamskarkogelhütte und rundherum öffnet sich ein beeindruckendes Bergpanorama. Nach insgesamt rund 1.600 Höhenmetern bin ich echt stolz und gönne mir Kuchen und Kaffee. Viel Ruhe sollte man hier allerdings nicht erwarten. Der Gamskarkogel ist ein beliebtes Wanderziel und entsprechend gut besucht ist auch die Hütte. Sie ist von Mitte Juni bis etwa Mitte Oktober bewirtschaftet und bietet Platz für 20 Übernachtungsgäste – natürlich nur mit vorheriger Reservierung. Sonnenauf- und -untergänge stelle ich mir hier wirklich magisch vor.
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Fazit
Vom Gipfel steige ich mit Blick nach Gastein und dem Großglockner in der Ferne hinunter zu den Rastötzalmen. Die urigen Almen sind mein persönlicher Einkehrtipp und deutlich ruhiger als die gut besuchte Gamskarkogelhütte. Die Wanderung auf den höchsten Grasberg Europas ist konditionell wirklich fordernd, landschaftlich aber jede Anstrengung wert. Besonders die längere Panoramarunde über Schmalzscharte und Frauenkogel würde ich jederzeit wieder dem direkten Aufstieg vorziehen.
Für weitere schöne Touren in Gastein empfehle ich die malerischen Paarseen in Dorfgastein oder die Bockhartseen ganz hinten in Sportgastein. Wer es gemütlicher mag, fährt mit der Stubnerkogelbahn hinauf zur spektakulären Hängebrücke oder entspannt im Anschluss in der Alpentherme oder Felsentherme.
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