Vom Rande der Altstadt Schwerins in Mecklenburg-Vorpommern sehe ich das malerische Schweriner Schloss mit zahlreichen Türmen und goldenen Kuppeln in den Himmel ragen. Umgeben von der Schweriner Seenlandschaft zieht der Wind über den Schweriner See, Vögel gleiten über die Schlossspitzen und ich höre, wie ein Straßenmusiker leise anfängt, sein Instrument zu spielen. Trügt der Schein oder wartet hier tatsächlich ein märchenhafter Ort auf mich?
Lohnt sich ein Besuch des Schweriner Schlosses?







Das Residenzschloss von Schwerin (ca. 100.000 Einwohner) liegt auf einer Insel im viertgrößten Binnensee Deutschlands, dem Schweriner See, und ist seit über 1.000 Jahren Mittelpunkt der Regierung der Obotriten sowie der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg. Dadurch ist es eines der bedeutendsten europäischen Bauwerke des Romantischen Historismus. Seit 2024 gehört das Schweriner Schloss als zentraler Bestandteil des Residenzensembles Schwerin außerdem zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Geschichte geht zurück auf das slawische Mittelalter des 10. Jahrhunderts, in dem eine befestigte Burg durch die Vorfahren der mecklenburgischen Fürsten errichtet wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Burg unter Johann Albrecht I. zu einem Residenzschloss mit polygonalem Grundriss. Im 19. Jahrhundert, von 1845 bis 1857, erhielt das Schloss durch fünf Architekten eine Neugestaltung, die das heutige Erscheinungsbild prägt.
Fototipp: Der beste Fotospot, um den 73 m hohen Hauptturm mitsamt der Orangerie und dem Muschelbrunnen des Schlosses zu fotografieren, befindet sich neben der Herkules-Statue im Burggarten. Wer auf der Suche nach einem Panorama des Schlosses samt Schlossgarten ist, für den lohnt sich ein Spaziergang durch die Laubengänge vorbei am Kreuzkanal.
Anreise zum Schweriner Schloss
| Lage: | Schweriner See |
| Anfänge: | 10. Jahrhundert |
| Must-See: | Grotte im Schlossgarten |
| Einkehrtipp: | Schlossbucht-Café |
| Achtung: | Montags geschlossen |
Das Schweriner Schloss erreichst du vom 210 km entfernten Berlin und vom 110 km entfernten Hamburg mit der Bahn, dem Bus oder dem Auto. Für die Anfahrt mit dem Auto gibt es zahlreiche an den Park angrenzende kostenpflichtige Parkplätze und Parkhäuser.
Die öffentlich zugänglichen Gärten und Parks lassen sich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Das Schweriner Schlossmuseum kann dienstags bis sonntags besichtigt werden. Wer sich bereits vorab einen Überblick verschaffen will, kann bei einer interaktiven 360-Grad-Tour das Schweriner Schloss erleben.
Spaziergang durch den Burggarten
Wir starten mit einem Spaziergang durch den 1,8 Hektar großen Burggarten, der kostenlos zugänglich ist. Gleich zu Beginn wartet eine riesige Trauerbuche, deren Äste bis zum Boden reichen und einen fast dachförmigen Durchgang bilden. Wir gehen unter den dicht belaubten Zweigen hindurch und bleiben an der Bank darunter kurz sitzen.
Rund um das Schloss eröffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die Türme, die Orangerie und den Schweriner See. Auf der Parkseite verbindet außerdem eine historische Drehbrücke die Schlossinsel mit dem weitläufigen Schlossgarten. Dort führen Wege vorbei an Laubengängen, dem Kreuzkanal und weiteren Gartenanlagen. Besonders schön ist der Blick über den Kreuzkanal zurück auf das Schweriner Schloss.
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Mystische Felsengrotte nahe der Orangerie
Ein besonderes Highlight im Burggarten ist die künstlich angelegte Felsengrotte nahe der Orangerie. Unterhalb einer Aussichtsterrasse führen schmale Wege zwischen großen Findlingen hindurch bis ans Wasser. In den dunkleren Bereichen der Grotte finden auch Fledermäuse Rückzugsmöglichkeiten.
Direkt daneben lohnt sich der Blick auf die Orangerie und den 73 Meter hohen Hauptturm des Schlosses. Über Treppen geht es hinunter zum Orangeriegarten mit dem Muschelbrunnen, der zu den besonders fotogenen Bereichen der Anlage gehört.
Thronzimmer und die Sage vom Petermännchen
Im Schlossmuseum geht es schließlich hinein in die prunkvollen Räume der ehemaligen Residenz. Besonders beeindruckend finde ich das Thronzimmer mit seinen aufwendigen Verzierungen sowie die vorgelagerte Ahnengalerie mit zahlreichen Gemälden. Auf dem Rundgang sind außerdem historische Kunstwerke und Teile der herzoglichen Sammlungen zu sehen.
Dabei begegnet uns auch das Petermännchen, der sagenumwobene Schlossgeist von Schwerin. Der Überlieferung nach hilft er guten Menschen und spielt weniger wohlgesinnten Schlossbewohnern Streiche. In zahlreichen Sagen erscheint er unter anderem mit grauem Gewand, Laterne, Schwert und Schlüsselbund.
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Fazit
Wer nach dem Museumsbesuch noch etwas Zeit mitbringt, sollte über die historische Drehbrücke weiter in den Schweriner Schlossgarten gehen. Sie verbindet die Schlossinsel mit der weitläufigen Parkanlage, in der sich unter anderem der Kreuzkanal, Laubengänge und weitere schöne Blickachsen auf das Schloss entdecken lassen.
Der Titel „Neuschwanstein des Nordens“ ist allemal gerechtfertigt und der Schlossbesuch fühlt sich durch den wunderschön angelegten Burg- und Schlossgarten wie ein historisches Abenteuer an. Egal, wohin man blickt, lassen sich Statuen, prunkvolle Verzierungen, bunte Blumen und Sträucher sowie spannende Informationstafeln über die Geschichte von Schwerin entdecken. Das Schweriner Schlossrestaurant bietet Besuchern übrigens nicht nur an der Orangerie, sondern auch im Café Niklot und im Bischofskeller Möglichkeiten einzukehren.
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