Die Lofoten im Norden von Norwegen sind für ihre unberührte Natur bekannt. Schroffe Steilklippen, geniale Bergaussichten, schneeweiße Strände, leuchtende Nordlichter, urige Siedlungen mit roten Häusern. Die Landschaft scheint einem Bilderbuch entsprungen zu sein. Einer der berühmtesten Aussichtspunkte in Lofoten ist der Reinebringen oberhalb von Reine.

Lohnt sich die Wanderung zum Reinebringen in Lofoten?

Die Region Lofoten liegt im Norden Norwegens, etwa 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises, und erstreckt sich über etwa 80 Inseln. Insgesamt leben rund 24.000 Menschen auf den Lofoten. Die Geschichte der Besiedelung reicht ca. 6.000 Jahre zurück. Zur Zeit der Wikinger gab es mehrere Häuptlingshöfe an den Küsten. Eine Nachbildung gibt es heute in Borg zu bestaunen. Übersetzt bedeutet der Name übrigens so viel wie „Luchsfuchs“.

Durch die Nähe zum Golfstrom ist es auf den Lofoten milder als in anderen Regionen in ähnlicher Lage. Die kältesten Monate sind Januar und Februar. Dann liegen die Durchschnittstemperaturen bei -1 Grad Celsius. Im Sommer sind der Juli und der August mit durchschnittlich 12 Grad Celsius die wärmsten Monate.

Lofoten ist mittlerweile ein beliebtes Reiseziel bei Naturfreunden. Das liegt an der Mischung aus schroffen Felswänden und hohen Bergen, die aus dem Atlantik ragen. Teilweise liegen bis zu 1.000 m Höhenunterschied zwischen dem Meer und dem Gipfel einiger Berge. Im südwestlichen Teil von Lofoten liegt am Reinefjord das Örtchen Reine mit dem bekannten Aussichtsberg Reinebringen. Der weist immerhin eine Höhe von 442 Metern auf.

Instatipp: Im Morgenlicht erscheint die Fjordlandschaft in den schönsten Farben. Für Fotografen lohnt sich der Aufstieg am frühen Morgen also am ehesten. Gegen Mittag liegt Reine oftmals schon im Schatten des Reinebringen.

Anreise nach Reine

Die Inselgruppe in Nord-Norwegen ist am schnellsten mit dem Flugzeug zu erreichen. So gibt es Flughäfen in den Städten Bodø, Harstad/Narvik oder Leknes. Von Frankfurt am Main dauert der Flug rund 6 Stunden. Allerdings müsst ihr euch auf ein bis zwei Stopps, einmal in Oslo und einmal in Bodø einstellen. Oder ihr nehmt die Fähre ab Bodø. Diese verkehrt zum südlichen Teil der Lofoten, wo auch Reine liegt. Ein Mietwagen ist empfehlenswert, da ihr so auch abgelegene Orte in der Region besser erreichen könnt.

Vor der Brücke Richtung Reine gibt es an der E10 einen kleinen Wanderparkplatz. Allerdings sind die Parkmöglichkeiten begrenzt und der Platz reicht nur für insgesamt fünf Autos. Ein paar Meter weiter gibt es nochmals Möglichkeiten zum Abstellen des PKWs. Einen Parkplatz bekommt ihr auf diesen Plätzen am besten frühmorgens und abseits der Ferienzeiten. Sonst kann es sein, dass zusätzlich Camper dort über Nacht stehen bleiben.

Über den neuen Wanderweg steil nach oben

Länge:3,2 km
Höhenmeter:459 m
Gehzeit:3 Stunden
Schwierigkeit:Anspruchsvoll
Beste Reisezeit:Mai bis Oktober

Der Weg zum Reinebringen ist neu angelegt worden. Beachtet also nicht die großen, weißen Pfeile am Boden, sondern ladet euch am besten einen aktuellen GPS-Track herunter. Wenn der Weg direkt mit Stufen startet, seid ihr richtig. Der alte Weg wurde gesperrt, weil er zu gefährlich geworden ist.

Die Stufen machen auch den Hauptteil des Weges aus. Knapp 1.000 Treppenstufen gilt es bis zum Gipfel zu überwinden. Zieht für den Aufstieg festes Schuhwerk an. Wenn es feucht ist, können die Stufen glitschig werden. Aber vor allem ganz oben werdet ihr euerm Profil unter den Füßen dankbar sein. Denn die Treppe endet unterhalb des Gipfels.

Geniale Aussicht auf den Reinefjord

Vor euch geht es 400 Meter fast senkrecht nach unten. Die meisten Besucher bleiben am Sattel und genießen die Aussicht von hier. Einige steigen noch weiter hinauf zum eigentlichen Gipfel des Reinebergen. Die Aussicht verändert sich da oben kaum noch, doch der Gipfel gehört nun mal zu einem Berg dazu. Wenn ihr bis hoch kraxelt, ist allerdings noch mal Vorsicht geboten. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist unbedingt erforderlich.

Die Aussicht ist in echt wirklich so schön wie auf all den Fotos. Es ist ein Blick wie aus dem Flugzeug. Der Reinefjord präsentiert sich in leuchtenden Grün- und Blautönen. Ihr blickt über Reine, den See Reinevatnet und den Kirkfjord im Hintergrund. Dabei werden die einzelnen Gewässer immer wieder von zackigen Bergspitzen unterbrochen. Gegenüber blickt ihr geradewegs auf den mächtigen Olstind. Außerdem könnt ihr mit den Augen der E10 folgen, über die ihr angereist seid.

Fazit

Ob sich die Wanderung zum Reinebringen lohnt? Ja. Aber nur wegen der Aussicht. Die ist so genial, dass sie für alle Strapazen entschädigt. Es ist ein Ausblick, den man nicht einfach liegen lassen kann. Ein Ausblick, der einen auch dann noch begeistert, wenn man ihn schon auf vielen Fotos gesehen hat. In echt ist es noch viel, viel schöner. Dafür lohnt es sich!

Darüber hinaus ist der Aufstieg allerdings nicht sonderlich schön und eigentlich geht es nur steil und mühsam nach oben – und später auch wieder nach unten. Wer Probleme mit den Kniegelenken hat, wird an dem Abstieg über die steile Treppe nur wenig Freude haben. Außerdem ist es super voll, weil die Wanderung eben so beliebt ist. Um dem Touristenstrom ein bisschen aus dem Weg zu gehen, lohnt es sich deshalb früh zu starten. Da seid ihr oft noch alleine unterwegs und habt zudem gute Lichtverhältnisse. Auch am späten Nachmittag wird es wieder ruhiger. Dafür liegt dann aber Reine meist schon im Schatten.

Wenn ihr noch ein bisschen länger wartet, bis die Dämmerung eintritt, leuchten dafür die Lampen im Ort einladend. Das schaut auch wieder richtig gut aus. Aber tretet den Rückweg auf jeden Fall rechtzeitig an, um nicht im Dunkeln absteigen zu müssen. Den Blick auf Reine im Abendlicht könnt ihr auch noch vom Parkplatz aus genießen.

Während die Wanderung zum Reinebringen vor allem im Sommer empfehlenswert ist, weil der Aufstieg bei Schnee noch rutschiger und mühsamer wird, lohnt sich ein Aufenthalt in Reine das ganze Jahr über. Im Winter sieht das Fischerdorf nämlich fast noch gemütlicher aus. Daneben könnt ihr die Gewässer vor Reine auch im Kajak erkunden.

Im Sommer gibt es sogar Mitternachtstouren. Danach solltet ihr ins Café Bringen einkehren. Viele Reisende schwärmen regelrecht von dem gemütlichen Ambiente des liebevoll eingerichteten Cafés, in dem ihr ofenwarme Zimtschnecken genießen könnt.

Lage

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