So mystische Stätten wie in Game of Thrones oder Herr der Ringe gibt es nicht im echten Leben? Doch, die gibt es sehr wohl. Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt in Tschechien ist eine davon. Hier treffen beeindruckende Natur, sportliche Herausforderungen und ein bisschen kribbeliges Gänsehaut-Feeling aufeinander. Ein idealer Ort, um dem Alltag für ein paar Stunden (oder Tage) zu entfliehen und in eine andere Welt einzutauchen.
Lohnt sich ein Besuch der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt?




Mitten im tschechischen Naturschutzgebiet Broumovská vrchovina (Braunauer Bergland) befindet sich eine markante Formation aus Sandsteinfelsen, die zu den wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten der Region zählt. Aufgrund ihrer beeindruckenden Höhe von bis zu 100 Metern sind die Felsbrocken der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt schon von Weitem gut zu erkennen.
Besucher können das knapp 18 Quadratkilometer große Gebiet nicht nur aus der Ferne bestaunen, sondern beim Wandern hautnah erleben. Hier gilt es, sich durch enge Felsspalten zu quetschen, Wasserfälle zu bestaunen und vorsichtig einen Blick in tiefe Schluchten zu werfen. Wer möchte, kann sich an verschiedenen Kletterrouten versuchen.
Fototipp: Beinahe erwarten Besucher hier vermutlich, einen leuchtenden Schriftzug in elbischer Sprache über dem Portal zur Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt zu entdecken. Auch wenn das wohl nicht passieren wird – dieses imposante Steinportal im Felsengang ist dennoch ein absolutes Highlight für Fotografen. Vielleicht sogar in den Abendstunden, wenn ein magischer Glow die Szenerie erfüllt?
Anreise nach Adersbach
| Lage: | Adršpach, Tschechien |
| Must-Do: | Rundweg mit Felsentor |
| Strecke: | 7 km / 2:15 Stunden |
| Must-See: | „Gotische Tor“ |
| Beste Zeit: | Morgens oder abends |
Durch ihre Lage ist die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt geradezu ideal für einen Tagesausflug oder einen Kurzurlaub am Wochenende. Die Fahrzeit ab Dresden beträgt knapp drei Stunden, die Strecke ist etwa 300 Kilometer lang.
Bitte nicht vergessen: In Tschechien werden Mautgebühren auf der Autobahn erhoben. Eine digitale Vignette kann bequem online im Voraus erworben werden. Wenn ihr aber über Polen fahrt, könnt ihr euch die Mautgebühren sparen.
Am einfachsten ist die Anreise wahrscheinlich mit dem Auto, allerdings verfügt Adršpach auch über einen Bahnhof. Dieser ist jedoch relativ klein und die Zugfahrt mit sehr vielen Umstiegen verbunden. Vom Bahnhof sind es nur noch wenige Gehminuten bis zum Eingang der Felsenstadt.
Ticketreservierung empfohlen
Ich sage es euch direkt ganz ehrlich: Die Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt ist ein beliebtes Reiseziel, darum ist es sicher keine schlechte Idee, im Vorfeld die Tickets online zu kaufen, damit ihr auch ganz sicher reinkommt. Wenn ihr diesen besonderen Ort so menschenleer wie möglich erleben wollt, dann sucht euch am besten Tickets für den frühen Morgen oder den späten Abend aus.
Zudem könnt ihr auch schon den Parkplatz für euer Auto im Voraus reservieren. Außerdem solltet ihr festes Schuhwerk einpacken. Es sei denn, ihr entscheidet euch für den Rundweg, der auch mit einem Kinderwagen machbar ist. Für alle anderen gilt, ihr werdet über Stege, Treppen und Leiter steigen, es geht rauf und runter und kann vielleicht auch mal nass und matschig werden. Eben ein richtiges Natur-Erlebnis.
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Die Adersbacher Felsenstadt ist wie eine riesige Filmkulisse
Sobald man die Adersbacher Felsenstadt betritt, fühlt man sich gleich wie in ein Parallel-Universum versetzt. Spätestens hier wird klar, warum so viele Märchen- und Fantasy-Filme diesen besonderen Ort als Kulisse verwendet haben. So wurden hier unter anderem Die Chroniken von Narnia gedreht.
Nach nur wenigen Schritten in den Park beginnen sofort die massiven, beeindruckenden Felsformationen und mit jeder Gehminute werden sie bizarrer, zahlreicher, höher und beeindruckender. Wer schon einmal in der Sächsischen Schweiz war, mag vielleicht denken, dass es eine ähnliche Erfahrung ist, aber hier sind die Gänge viel enger und die Formationen viel rauer und robuster. Dadurch, dass Besucher die ganze Zeit auf dem Boden bleiben und somit die imposanten Felswände hinaufschauen, bekommt das Ganze noch einmal ein ganz anderes, fast surreales Gefühl.
Durch das magische Felsentor Gotická brána
Und dann kommt das „Gotische Tor“ (Gotická brána), das alles, was gerade noch so beeindruckend gewirkt hat, noch einmal in den Schatten stellt. Man denkt sich wirklich: Krass, dass so etwas existiert, weil man es bisher nur in Fantasy-Filmen gesehen hat. Gerade bei schlechtem Wetter wirkt die Szenerie besonders mystisch, mit einem verlassenen Felsengang, dunklem Stein und plötzlich steht da dieses Felsentor, wie ein Eingang in eine andere Welt.
Links und rechts davon ragen die schroffen Felswände in den Himmel und als Besucher kommt man sich durch diese mächtige Kulisse noch kleiner und unbedeutender vor. Die Dimensionen sind der reine Wahnsinn. Auch aufgrund der Tatsache, dass sich der Anblick so plötzlich und unerwartet auftut. Man biegt um eine Kurve und plötzlich steht das Tour da, das schon so viele Jahre und Menschenleben überdauert hat. Fast denkt man: Ich gehe jetzt durch dieses Portal und lande sicher gleich in Narnia.
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Fazit
Ganz ehrlich und ohne Einschränkung: Diesen Ort muss man gesehen haben, denn er ist ohne Zweifel ein wahres Highlight in Europa. Allerdings gilt das jetzt für einen Besuch außerhalb der touristischen Hochsaison. Ich empfehle das dringend, um die besondere Atmosphäre der Felsenstadt auch wirklich in Ruhe erleben und in sich aufnehmen zu können. Alle, die die Böhmische oder Sächsische Schweiz mögen, werden die Adersbacher Felsenstadt lieben. Einerseits aufgrund der auffälligen Felsformationen, andererseits aber auch aufgrund der vielseitigen Wandermöglichkeiten in dem weitläufigen Naturschutzgebiet.
Wer möchte, kann auch mehrere Tage vor Ort bleiben und verschiedene Touren ausprobieren. Selbst Mehrtagestouren sind in der Region möglich. Zudem verfügt das Gebiet rund um Adersbach über ein umfassendes Radweg-Netz.
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