Fischerviertel Ulm: Romantisches Klein-Venedig

Zwischen historischen Fachwerkhäusern führen kleine Brücken über das klare Wasser der Blau. Im Fischerviertel zeigt sich Ulm von einer unerwartet romantischen Seite: verwinkelte Gassen, alte Mühlräder, gemütliche Cafés und eine einzigartige Atmosphäre machen das Viertel zu einem echten Highlight der Altstadt. Finden wir hier, nur wenige Gehminuten vom Münster entfernt, die schönste Seite Ulms?

Lohnt sich der Besuch im Fischerviertel in Ulm?

Das Fischer- und Gerberviertel liegt im Herzen der Ulmer Altstadt und ist neben dem Münster eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die engen Gassen führen bis an die Tore der Stadtmauer direkt am Donauufer. Seinen Ursprung hat der Name im Mittelalter, als hier Fischer, Gerber und Handwerker lebten und arbeiteten. Erbaut wurde der Großteil des Fischerviertels zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert.

Die historischen Fachwerkhäuser stehen teils mit ihren Fundamenten direkt im Wasser. So kam es zum Spitznamen „Klein-Venedig von Ulm“. Wer durch das Fischerviertel schlendert, dem fällt auf: Hier ist vieles ein wenig schief. Der weiche Untergrund und die Nähe zum Wasser sorgten dafür, dass sich die Häuser mit der Zeit absenkten. So entstand unter anderem das Schiefe Haus, die Hauptattraktion im Fischerviertel. Viele Gebäude wurden liebevoll restauriert und beherbergen inzwischen Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte.

Fototipp: Das beste Fotomotiv im Fischerviertel ist das Schiefe Haus. Die bizarre Wirkung könnt ihr am besten von der Seite einfangen. Positioniert euch auf der schmalen Brücke neben dem Hotel und nutzt die Spiegelung im Wasser als verspieltes Element. Die steinerne Brücke im Hintergrund unterstreicht den Charme des Fischerviertels in eurer Aufnahme.

Anreise nach Ulm

Lage:Ulmer Altstadt
Ursprung:Mittelalter
Charakteristisch:Fachwerkhäuser
Einkehrtipp:Gaststuben im Zunfthaus der Schiffleute
Must-See:Schiefes Haus

Ulm ist von München aus gut erreichbar. Wer mit dem Auto anreist, folgt der A8 Richtung Stuttgart und ist in etwa 1,5 bis 2 Stunden in der Stadt an der Donau. Rund um die Altstadt gibt es mehrere Parkhäuser, von denen ihr das Fischerviertel bequem zu Fuß erreichen könnt.

Mit dem Zug dauert die Fahrt von München nach Ulm je nach Verbindung rund 1,5 Stunden. Nach eurer Ankunft am Ulmer Hauptbahnhof könnt ihr die Stadt zu Fuß erkunden. Von hier sind es nur 15 Minuten, und schon steht ihr mitten in den malerischen Fachwerkhäusern des Fischerviertels.

Vom Ulmer Münster zum Herzstück der Altstadt

Wir starten vom Ulmer Münster aus durch die Altstadt in Richtung Fischerviertel. Schon bald weichen die belebten Plätze rund um das Münster immer schmaleren Gassen mit Kopfsteinpflaster, und zwischen den Häusern tauchen die ersten Wasserläufe der Blau auf.

Wir folgen der Beschilderung in Richtung Fischerviertel und biegen schließlich in eine der engen Gassen ein. Der erste Eindruck ist kontrastreich, denn trotz der zentralen Lage fühlt sich das Fischerviertel überraschend ruhig und gemütlich an.

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Fachwerkromantik an der Blau

Nun stehen wir mitten im Herzen des Fischerviertels. Die engen Kopfsteinpflastergassen führen vorbei an leicht schiefen Fachwerkhäusern, deren Fassaden sich im Wasser der Blau spiegeln. Immer wieder führen kleine Holz- und Steinbrücken über die schmalen Wasserläufe und verbinden die verwinkelten Wege miteinander.

Zwischen den alten Häusern liegen kleine Cafés, Restaurants und Läden. Mal öffnet sich der Blick auf die ruhig fließende Blau, mal blicken wir auf dicht aneinander gebaute Fachwerkfassaden mit bunten Fensterläden. Uns fällt auf: Das Fischerviertel wirkt lebendig und gleichzeitig entschleunigend. Es verbindet Geschichte mit einem ganz besonderen Charme.

Das Wahrzeichen des Viertels: Das Schiefe Haus

Versteckt in einer Ecke des Fischerviertels liegt das eigentliche Wahrzeichen, das selbst in einer solch malerischen Umgebung deutlich hervorsticht: das berühmte Schiefe Haus. Das historische Fachwerkhaus neigt sich sichtbar zur Seite und wirkt fast so, als würde es jeden Moment ins Wasser der Blau kippen. Das Haus steht direkt im Wasser, und es wirkt ein wenig, als würde es mit dem Fluss verschmelzen. Trotz seiner ungewöhnlichen Form ist das Schiefe Haus kein Museum, sondern ein kleines Hotel. Seit 1997 hält es den Weltrekord als schiefstes Hotel der Welt.

Wer hier vorbeikommt, muss einfach kurz stehen bleiben und den Anblick auf sich wirken lassen. Wir betrachten die schrägen Linien, die massiven Holzbalken und die verzogene Fassade. Hier ist tatsächlich nichts gerade. Als wir direkt vor dem Hotel stehen, fühlt es sich an, als würde es gleich auf uns stürzen. Hinter dem Hotel führt eine steinerne Brücke über die Blau, und im Wasser unter uns spiegeln sich die bepflanzten Blumenkästen. Die Szenerie wirkt dadurch unglaublich idyllisch.

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Fazit

Mit dem Fischerviertel zeigt Ulm eine romantische und ruhige Seite, die neben dem weltberühmten Ulmer Münster gern mal in den Hintergrund rückt, aber definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Hier verbinden sich Geschichte und Architektur zu einem Ort mit ganz besonderem Charakter. Bei einem Besuch könnt ihr nicht nur in eine malerische Kulisse eintauchen, sondern auch die Stadt näher kennenlernen und ein Stück in die Vergangenheit reisen. Neben einem Spaziergang durch die engen Gassen laden Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, und es fällt leicht, hier ein paar Stunden zu verbringen.

Euren Besuch in Ulm könnt ihr mit einem Ausflug zum Kloster Wiblingen verbinden. Nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt versteckt sich dort eine der schönsten Bibliotheken Deutschlands.

Lage

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