Sturmzerzaust, felsig und karg. Das sind die Aran-Inseln: Die drei Eilande Inishmore, Inishmaan und Inisheer erstrecken sich in der Galway Bay in Sichtweite der berühmten Cliffs of Moher. Spektakuläre Steilküsten am Atlantik, aus der Zeit gefallene Dörfer und gigantische Forts wie Dun Aengus haben mich in ihren Bann gezogen. Hier könnt ihr ein authentisches Stück Irland erleben, das ihr anderswo kaum noch findet. Wie ihr auf die Aran-Inseln kommt und welche Insel sich besonders lohnt: Kommt mit auf meine Reise durch das ursprüngliche Irland!

Lohnt sich der Besuch auf den Aran-Inseln in Irland?

Für mich gehören die Aran Islands zu den Höhepunkten meiner Irland-Reisen. Hier habe ich all das gesehen, wonach ich auf der Grünen Insel gesucht habe: Eine große Weite, ein endlos scheinendes Netz von Steinmauern, uralte Kirchenruinen und sagenhafte Ringforts, die wirken, als seien sie von Riesen erbaut worden.

Im Südwesten der Inseln stürzen steile Kalksteinklippen ins Meer. Die Inseldörfer mit ihren winzigen Häfen erinnern an das alte Irland mit seinen weiß getünchten Cottages. Zugegeben: Die Anreise mit der Fähre auf dem rauen Atlantik ist etwas beschwerlich, aber es lohnt sich allemal!

Fototipp: Bei klarem Wetter herrscht auf den Aran Islands eine unvergleichliche Fernsicht. Steigt ihr auf die Hügel oder gar auf die Mauern eines Ringforts, könnt ihr die Inseln überblicken und bis hinüber aufs Festland schauen. Grandiose Ausblicke gibt es an den Steilküsten. Ist das Wetter weniger rosig, ermöglichen Nebel und Dunst stimmungsvolle Aufnahmen. Achtung: Für Selfies solltet ihr auf keinen Fall euer Leben riskieren und gebührenden Abstand vom Abgrund wahren!

Anreise zu den Aran-Inseln

Lage:Galway Bay an der Westküste
Fährverbindungen:Von Doolin und Rossaveal
Größe:51 km²
Einwohner:ca. 1.250
Sprache:Irisch, Englisch

Die Überfahrt auf die Aran Islands habe ich von Doolin aus gewagt. Von dort aus dauert die Fahrt nach Inisheer ungefähr eine dreiviertel Stunde, nach Inishmaan eine gute Stunde und nach Inishmore etwa  90 Minuten. Ich hatte großes Glück: Mein Kutter hat auch noch einen Abstecher zur Vogelinsel Goat Island vor den Cliffs of Moher gemacht, dieses faszinierende Erlebnis bekam ich umsonst dazu. Vorher bei der Buchung unbedingt fragen!

Falls ihr von Galway aus anreisen wollt: Ab Rossaveal (40 km westlich von Galway) erreicht ihr die größte Insel Inishmore schon nach etwa 45 Minuten. Die Fähren fahren im Sommer mehrmals am Tag, aber bei sehr rauer See können sie auch mal ausfallen. Werdet ihr schnell seekrank, solltet ihr Reisetabletten nicht vergessen! Für einen Trip auf die Aran-Inseln gilt das übliche Equipment für Irland: Rutschfeste Outdoor-Schuhe, Regencape, Sonnenschutz.

Besonders im Sommer ist es möglich, per Fähre von einer Insel auf die nächste zu „hüpfen“: Bei den Unternehmen nachfragen! Wer es ganz eilig hat, kann vom Connemara Airport aus (etwa 30 km westlich von Galway) mit einem kleinen Linienflugzeug von Aer Arann Islands auf die Inseln gelangen, jede hat ihren eigenen Flugplatz.

Ist die Einreise nach Irland aktuell möglich?

Ja, die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige möglich. Ihr benötigt entweder:

  • Reisepass
  • Vorläufiger Reisepass
  • Personalausweis
  • Vorläufiger Personalausweis
  • Kinderreisepass

Die Reisedokumente müssen bei Ein- und Ausreise gültig sein. Benutzen sie keine Ausweisdokumente, die einmal als verloren oder gestohlen gemeldet waren. Selbst wenn sie inzwischen wieder als aufgefunden gemeldet wurden, führt dies nicht automatisch zu einer Löschung des Verlusteintrags in der Interpol-Datenbank. Es kommt daher immer wieder vor, dass die irische Grenzpolizei solche Ausweisdokumente einzieht.“ (Auswärtiges Amt, Stand: 08/2022)

Eine Weiterreise in das Vereinigte Königreich ist mit einem Personalausweis oder vorläufigen Personalausweis aktuell nicht möglich.

Eine kurze Geschichte der Aran-Inseln

Vor Jahrhunderten waren die drei Eilande das letzte Stück Irland, das Auswanderer auf ihrem Weg nach Amerika gesehen haben. Die Inselbewohner mussten ihren Boden mit Sand und Algen verbessern, um überhaupt Ackerbau betreiben zu können. Das Fischen war lebensgefährlich im wilden Atlantik. Der Filmklassiker „Man of Aran“ (Regie: Robert Flaherty) aus dem Jahre 1934 lässt erahnen, wie hart das Leben auf den Aran Islands einst war. (Unbedingt anschauen! )

Die Menschen trugen früher eine urtümlich wirkende Tracht und lebten in kleinen strohgedeckten Cottages, von denen noch einige wenige übrig sind. Die Aran-Inseln gehören zu den Gaeltacht-Regionen, bis heute sprechen viele Bewohner auf Irisch miteinander, der alten gälischen Sprache der Grünen Insel.

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Inishmore: Größte Aran-Insel mit dem spektakulären Ringfort Dun Aengus

Nach Inishmore (Árainn oder Inis Mór), auf die „Große Insel“ (31 km²) zieht es die meisten Reisenden. Viele leihen Fahrräder aus. Außerdem sind Pferdekutschen eine nostalgische Alternative. Auf allen drei Inseln gibt es faszinierende vorzeitliche Befestigungsanlagen. Auf die meterdicken Mauern mancher dieser Ringforts bin ich gestiegen, um die herrliche Aussicht zu genießen. Na ja, teils war Dauerregen, sodass ich patschnass darauf verzichtet habe.

Dun Aengus (Dún Aonghasa) gilt mit Recht als absoluter Höhepunkt jeder Aran-Reise: Ist die drei Jahrtausende alte Festung zum Teil ins Meer gestürzt oder wurde sie bewusst an die Abbruchkante der Küste gebaut? Darüber streiten sich die Forscher bis heute. Jedenfalls hat mir beim Anblick des Abgrundes der Atem gestockt. Vorsicht, die knapp 90 Meter hohe Steilküste ist nicht abgesichert!

Auf dem Rückweg habe ich mit dem Fernglas ein paar Kegelrobben erspäht, die sich auf den Klippen geräkelt haben – und endlich war das Wetter gut! Kurz vor dem Hafen Kilronan (Cill Rónáin) wurde ich durch ein Schild auf die frühchristliche Bienenkorbhütte Clochán na Carraige aufmerksam. Die paar Minuten über die Felder lohnen sich absolut: In der staunenswerten steinernen Hütte zu kauern ist ein wirklich beeindruckendes Erlebnis! Auf allen Inseln gibt es Kirchenruinen aus dem frühen Mittelalter, die unbedingt einen Abstecher wert sind.

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Inisheer: Die kleinste Aran-Insel

Den Cliffs of Moher am nächsten, kann Inisheer (Inis Oírr) auch bei einem Tagesausflug besucht werden. Doch eine Übernachtung lohnt sich, denn in dem Pub sind abends klasse Folksessions zu erleben. Ein wunderschöner Spaziergang an der Küste entlang, hat mich zu dem rostigen, ziemlich fotogenen Schiffswrack der MV Plassy geführt. Weiter ging es bis zu dem Leuchtturm, den man schon vom Festland aus sieht.

Im Inselinneren bin ich bis zum mittelalterlichen O’Brien’s Castle hinaufgestiegen. Dort oben gibt es leckere Scones, die mit der unvergesslichen Aussicht bis hinüber nach Connemara noch besser schmecken! Übrigens bin ich nach Inisheer (5,67 km²) morgens bei Regenwetter hinübergefahren und war erstmal im Nebel etwas enttäuscht. Mittags hat es dann wider Erwarten aufgeklart und es herrschte eine fulminante Fernsicht: Also vom Wetter nicht abschrecken lassen!

Inishmaan: Die am wenigsten besuchte Aran-Insel

Inishmaan (Inis Meáin) wird weniger vom Tourismus geprägt als die beiden anderen Aran-Inseln. Auf dieser ursprünglichsten Aran-Insel (9,12 km²) gibt es nur ein paar Bed & Breakfast-Pensionen. Falls es geöffnet hat: Besucht unbedingt Synge’s Cottage (Teach Synge), das noch eingerichtet ist wie im 19. Jahrhundert! In dieser strohgedeckten Hütte hat der irische Nationaldichter John Millington Synge ein paar Sommer verbracht.

Das sieht alles ziemlich malerisch aus, aber heute will niemand mehr so leben. Deshalb sind die meisten alten Cottages auf den Aran-Inseln nur noch Ruinen. Trotzdem schade, wie ich finde. Richtung Westen führt ein toller Spaziergang bis zu Synge’s Chair, dem Lieblingsplatz des Dichters an der Felsenküste. Von dort aus habe ich bei Sonnenuntergang einen fabelhaften Ausblick hinüber nach Inishmore genossen.

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Fazit

Die Aran-Inseln können im Sommer zwar ziemlich voll werden, aber abseits der Hauptwege seid ihr größtenteils mit der Natur alleine. Hier könnt ihr eure Gedanken frei schweifen lassen und euch ganz dieser archaischen Landschaft hingeben. Wer als Individualreisender Ruhe und Abenteuer sucht, ist auf den Aran-Inseln genau richtig. Falls möglich, nehmt euch ausreichend Zeit: Ich habe die Inseln bei mehreren Irland-Urlauben besucht, eine nach der anderen.

Mindestens eine Übernachtung pro Insel ist meiner Meinung nach das Minimum, um das insulare Flair zu erleben. Die Cliffs of Moher, der felsige Burren, die quirlige Universitätsstadt Galway und das majestätisch grüne Bergland Connemara sind absolut lohnenswerte Reiseziele in der Nähe der Aran-Inseln. Hier ist der Wild Atlantic Way am wildesten.

Lage

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