Corte: Mitten im bergigen Herzen Korsikas

Auf einem schmalen Felsvorsprung hoch über Corte thront die Zitadelle. Ich beobachte sie von einem Aussichtspunkt aus. Unter ihr drängen sich die Häuser der wunderschönen Altstadt den Hang hinunter. Dahinter steigen die Berge auf, zwischen denen sich die Täler von Restonica und Tavignano verlieren. Inselgefühl? Keine Spur. Dafür ist mir so, als wäre ich irgendwo in einem warmen, hellen Mittelalter gelandet. Willkommen im Herzen Korsikas.

Lohnt sich ein Besuch von Corte auf Korsika?

Corte liegt auf 436 Metern Höhe zwischen den Tälern von Restonica und Tavignano und ist der einzige bedeutende Ort im Landesinneren Korsikas. Cortes Geschichte geht zurück bis ins 9. Jahrhundert. Anders als die bekannten Küstenstädte ist Corte ganz von Bergen umgeben und war wegen seiner geschützten Lage schon im Mittelalter immer wieder Schauplatz von Kämpfen und Eroberungen. Zeitweise war die Stadt sogar Hauptstadt Korsikas.

Heute hat die Stadt rund 7.800 Einwohner und beheimatet die einzige Universität der Insel. Entsprechend lebendig geht es in den Gassen zu. Bei Touristen ist Corte vor allem als Ausgangspunkt für Wanderungen ins Bergland beliebt. Wahrzeichen der Stadt ist die Zitadelle auf einem markanten Felsvorsprung. Dieser wurde bereits im 9. Jahrhundert befestigt, 1419 entstand hier eine Burg. Heute befindet sich in der Anlage das Museum für korsische Geschichte.

Fototipp: Vom Aussichtspunkt habt ihr den besten Blick auf die Zitadelle. Macht das Bild am besten hochkant mit der Festung in der Mitte und möglichst viel von der Felslandschaft drumherum. Besonders schön wirkt das Motiv, wenn Wolken oder Nebel zwischen den Bergen hängen.

Anreise nach Corte

Lage:Zentral im Norden Korsikas
Anreise:Zug, Auto
Must-See:Citadelle de Corte
Süßer Snack:Boulangerie Casanova 1887
Besonderheit:einzige Universität von Korsika

Wer mit dem Auto kommt, erreicht Corte über die korsischen Nationalstraßen (etwa 1:15 Stunden von Bastia, 1:30 Stunden von Calvi und ebenso lange von Ajaccio). Parkplätze gibt es rund um die Innenstadt. Die schönsten Ecken der Altstadt erkundet man ohnehin zu Fuß.

Eine Bahnlinie verbindet Corte unter anderem mit Bastia und Ajaccio. Vom Bahnhof ist es nicht weit bis ins Zentrum; zu Fuß geht es allerdings zunächst ein Stück bergauf. In und um Corte findet man auch ein paar Campingplätze und Hotels.

Durch die Gassen von Corte

Ich schlendere zunächst durch die Gassen von Corte. An manchen Ecken geht es ordentlich bergauf, dann öffnet sich plötzlich wieder ein kleiner Platz mit Denkmal oder Brunnen. Die alten Häuser stehen dicht an dicht, viele Fassaden sind vom Alter gezeichnet, an manchen sehe ich sogar noch die Einschusslöcher blutiger Kriege.

Corte wirkt auf mich weniger herausgeputzt als manche Küstenorte Korsikas, und genau das gefällt mir. Auch die Touristen sehen etwas anders aus: Statt zum Strand geht’s für viele Leute hier in die Berge. Kleine Schilder weisen zu Cafés und Geschäften. Ich gönne mir eine Quiche in der Boulangerie Casanova und schaue dem Treiben auf der Straße zu.

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Altes Geschäft und gute Aussicht am Belvédère de Corte

Dann geht es weiter aufwärts, bis mich ein Blickfang unterbricht: In einem knallig orangefarbenen Gebäude befindet sich ein richtig altes Lebensmittelgeschäft. Die Auslage und die Einrichtung wirken, als wäre hier seit Jahrzehnten kaum etwas verändert worden: Hölzerne Kochlöffel, alte Töpfe und Pfannen hängen zwischen Knoblauch- und Zitronenzweigen. Darunter stapeln sich Würste, Marmeladengläser und Weinflaschen. Ein Glas Honig als Souvenir wird mitgenommen, dann geht es weiter.

Schließlich komme ich zum perfekten Aussichtspunkt über Corte und rüber zur Zitadelle. Die sitzt auf ihrem schmalen Felsen und wirkt von hier fast wie ein Teil des Berges. Dahinter ragen die korsischen Gipfel auf. Ich bleibe eine Weile stehen und schaue mir die ungewöhnliche Lage der Festung an, bevor ich wieder ein Stück absteige, um schließlich zur Zitadelle aufzusteigen. Ein tolles Panorama.

Hinauf zur Citadelle de Corte

Die Citadelle de Corte liegt auf einem Felssporn über der Stadt und ist über Treppen und steile Wege erreichbar. Oben angekommen, kann ich die Anlage aus der Nähe betrachten und durch die historische Befestigung laufen. Heute befindet sich hier das Musée de la Corse, das sich mit der Geschichte und Kultur der Insel beschäftigt.

Besonders spannend finde ich aber die Lage: Auf der einen Seite liegt Corte direkt unter mir, auf der anderen Seite öffnet sich die Berglandschaft. Wer mehr Zeit hat, kann den Museumsbesuch einplanen; für mich ist die Zitadelle vor allem wegen ihrer Architektur und des Ausblicks ein Höhepunkt des Rundgangs.

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Fazit

Corte ist genau der richtige Ort, um Korsika einmal abseits der wunderschönen Strände zu erleben. Die Zitadelle, die steilen Gassen und alten Häuser machen den Stadtrundgang abwechslungsreich, gleichzeitig liegt mit der Restonica eines der schönsten Bergtäler der Insel direkt vor der Tür. Besonders empfehlenswert ist deshalb eine Kombination aus Altstadt und Zitadelle am Vormittag und Restonica am Nachmittag oder, noch besser, eine Übernachtung in Corte und ein ganzer Tag für die Berge.

Rein städtemäßig kann ich euch auf Korsika auf jeden Fall Piana im Westen und Bonifacio im Süden empfehlen. Da lohnt sich zum Beispiel der Besuch der berühmten Treppe des Königs von Aragon.

Lage

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