Genua ist eine Stadt voller Kontraste: Während prächtige Paläste wie der Palazzi Ducale oder die Palazzi dei Rolli die Macht und den Reichtum der einstigen Seerepublik erahnen lassen, befinden sich direkt neben ihnen enge, dunkle Gassen, die Caruggi, in der historischen Altstadt. Die ligurische Hauptstadt zeigt sich mit ihren Sehenswürdigkeiten und interessanten Orten überraschend vielseitig. Wer ein spannendes Reiseziel am Mittelmeer möchte, ist in Genua genau richtig.
Top-Sehenswürdigkeiten in Genua im Überblick
Genua ist die Hauptstadt Liguriens, die 560.000 Einwohner ihr Zuhause nennen. Sie entwickelte sich bereits im Mittelalter zu einer Handels- und Seemacht, deren Geschichte sich beispielsweise im Maritimmuseum Galata Museo del Mare oder am Porto Antico zurückverfolgen lässt. Darüber hinaus bietet Genua prächtige Gebäude wie die Kathedrale San Lorenzo, den Palazzo Ducale oder die Villa Durazzo Pallavicini. Wer durch die Altstadt mit ihren zahlreichen engen Gassen, den Caruggi, und über die Piazza De Ferrari schlendert, wird auch an der beeindruckenden Via Garibaldi und den Palazzi dei Rolli vorbeikommen. In den Palazzi residierten im 16. Jahrhundert zahlreiche bedeutende Familien. Einige von ihnen liegen auf dem Cimitero Monumentale di Staglieno begraben, der ebenfalls sehr sehenswert ist.
Genua ist geprägt von zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus dem Mittelalter, wie der Porta Soprana oder der Lanterna di Genova, die man von der Aussichtsterrasse Spianata di Castelletto von oben bestaunen kann. Wer etwas Zeit abseits der hektischen Großstadt verbringen möchte, kann dem ehemaligen Fischerdorf Boccadasse einen Besuch abstatten.
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1. Via Garibaldi: Straße für Könige



| Länge: | 250 m |
| Entstehung: | Ab 1550 |
| Besichtigung: | ca. 1 bis 2 Stunden |
Die Via Garibaldi ist eine der schönsten und prächtigsten Straßen Genuas. Sie entstand ab dem Jahr 1550 unter dem Namen „Strada Nuova“ und war der genuesischen Oberschicht vorbehalten, die hier beeindruckende Paläste errichten ließ; die sogenannten Palazzi dei Rolli. Die Republik Genua führte damals Listen, die Rolli, mit den wichtigsten aristokratischen Palästen. Bei hochrangigem Besuch wurde ausgelost, welcher Palast als private Herberge dienen durfte.
Seit 2006 sind mehr als ein Viertel der 163 Paläste UNESCO-Weltkulturerbe. Die drei bekanntesten sind der Palazzo Rosso, Bianco und Doria Tursi. In diesen findet man zahlreiche Kunstwerke, daher bilden sie die Musei di Strada Nuova. Auch das Rathaus der Stadt Genua ist hier untergekommen.
2. Boccadasse: Ehemaliges Fischerdorf in Genua

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| Lage: | Albaro, Genua |
| Highlight: | Kirche Sant’Antonio |
| Beste Besuchszeit: | Spätnachmittags |
Das ehemalige Fischerdorf Boccadasse liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum Genuas entfernt und ist bekannt für seine pastellfarbenen Häuser. Außerdem bietet das Dorf einige charmante Bademöglichkeiten, wie einen kleinen Kiesstrand sowie eine schmale Bucht. Ein Besuch empfiehlt sich vor allem am späten Nachmittag, hier spiegelt das Licht die bunten Farben der Häuser besonders schön im Wasser.
Wer Boccadasse besucht, sollte sich die Sant’Antonio nicht entgehen lassen. Die kleine Kirche liegt direkt am Meer und stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert.
3. Porto Antico: Historischer Hafen Genuas

| Neugestaltung: | 1992 |
| Wahrzeichen: | Bigo |
| Beste Besuchszeit: | Spätnachmittags |
Der Porto Antico ist das historische Hafengebiet von Genua und heute eine beliebte Gegend der Stadt. Früher wurden hier Schiffe beladen und Güter gelagert, heute findet man am Porto Antico neben Museen auch Restaurants, Bars oder auch Europas größtes Aquarium.
Das Wahrzeichen des Porto Antico ist der Bigo, ein auffälliger Aufzug mit segelartigen Armen, der einen Blick über Hafen und Altstadt bietet. Die ungewöhnliche Konstruktion erinnert an einen Schiffskran und wurde 1992 anlässlich der 500-Jahr-Feier der Kolumbusreise entworfen.
4. Spianata di Castelletto: Genialer Panoramablick über die Altstadt

| Lage: | Castelleto-Hügel |
| Highlight: | 360°-Blick über Genua |
| Beste Besuchszeit: | Spätnachmittags |
Die Spianata di Castelleto, auch Belvedere Montaldo genannt, ist eine erhöhte Terrasse mit Panoramablick über die Dächer der Altstadt und den Hafen bis zum Ligurischen Meer. Von hier aus erkennt man besonders gut, wie dicht besiedelt die Stadt Genua tatsächlich ist und kann bei guter Sicht viele Wahrzeichen von oben sehen.
Die Terrasse liegt auf dem Castelleto-Hügel, der seinen Namen von der ehemaligen Befestigungsanlage erhielt. Insbesondere spätnachmittags ist die Spianata di Castelleto einen Besuch wert, um im Sonnenuntergang das Lichterspiel über den Dächern beobachten zu können. Hoch kommt ihr entweder zu Fuß oder mit einem historischen Aufzug.
5. Kathedrale San Lorenzo: Genuas schwarz-weißer Dom

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| Stil: | Romanik, Gotik, Barock |
| Baubeginn: | 1100 |
| Highlight: | Museo del Tesoro |
Die Kathedrale San Lorenzo ist eines der auffälligsten Gebäude der gesamten Stadt. Wechselnde Streifen aus schwarzem Schiefer und weißem Marmor prägen die Fassade des mittelalterlichen Bauwerks. Der heutige Dom entstand ab dem 12. Jahrhundert und wurde bis ins 16. Jahrhundert ständig erweitert. Im Jahr 1941 traf während des Zweiten Weltkriegs eine Granate die Kathedrale, die jedoch nicht explodierte und heute im Inneren ausgestellt ist.
Besonders sehenswert ist die Schatzkammer, das Museo del Tesoro, in der sich zahlreiche wertvolle religiöse Kunstwerke und Reliquien befinden. Darunter befindet sich auch der Sacro Catino, eine grüne Schale, die im Mittelalter als Heiliger Gral verehrt wurde und heute zum Domschatz gehört.
6. Passeggiata Anita Garibaldi in Nervi: Eine der schönsten Küstenpromenaden

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| Lage: | Nervi, Ost-Genua |
| Bauzeit: | 1862 bis 1872 |
| Strecke: | ca. 2 km |
Wer nach Pizza und Pasta einen kleinen Spaziergang machen möchte, sollte der Passeggiata Anita Garibaldi einen Besuch abstatten. Der heutige Spazierweg entstand aus einem wesentlich älteren Pfad für Fischer und Bauern. 1945 erhielt die Promenade ihren Namen zu Ehren von Anita Garibaldi, der Ehefrau Giuseppe Garibaldis.
Die rund 2 km lange Promenade verläuft direkt über den Klippen von Nervi und bietet einen Blick auf das Ligurische Meer auf der einen sowie auf grüne Parks und historische Villen auf der anderen Seite. Zwischen den Felsen sind zudem kleine Buchten und felsige Badestellen zu finden. Bei guter Sicht kann man sogar bis nach Korsika blicken.
7. Porta Soprana: Auf den Spuren von Kolumbus

| Lage: | Piazza Dante |
| Entstehung: | 12. Jahrhundert |
| Must-See: | Kolumbushaus |
Die Porta Soprana ist eines der bekanntesten mittelalterlichen Stadttore und diente als eines der wichtigsten Tore der Stadtbefestigung. Das Tor besteht aus zwei Rundtürmen, die durch einen Bogen miteinander verbunden sind.
Direkt daneben steht das sogenannte Kolumbushaus, das traditionell mit der Geburt von Christoph Kolumbus verbunden wird. Es ist nicht eindeutig bewiesen, dass Kolumbus tatsächlich in genau diesem Haus lebte. Historisch gilt lediglich als gesichert, dass seine Familie aus Genua stammte. Außerdem wurde das heutige Gebäude nach der französischen Belagerung wieder aufgebaut.
8. Parco delle Mura und Festungswege: Genua zwischen Mauern und Bergen

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| Baubeginn: | 1626 |
| Mura Nuove: | Verteidigungs-Mauern |
| Länge: | 12 km |
Wer Genuas Hektik etwas entkommen möchte, sollte eine Wanderung durch den Parco delle Mura unternehmen. Dort erwarten einen alte Stadtmauern, Wanderwege, Festungen und Panoramablicke über die Stadt und das Ligurische Meer. Im 17. Jahrhundert wurde dieser Teil Genuas zur Verteidigung ausgebaut, weshalb hier zahlreiche Mauern, die sogenannten Mura Nuove, vorzufinden sind. Mit einer Länge von 12 km gehören die Mauern zu den längsten Stadtbefestigungen Europas.
Eine beliebte Wanderroute führt von Righi über Forte Sperone in Richtung Forte Puin und Forte Diamante. Wer nicht schon in Genua mit der Wanderung starten möchte, kann mit der Funicolare Zecca-Righi nach Righi fahren und dort direkt mit dem Wanderweg beginnen.
9. Piazza De Ferrari: Herz von Genua

| Lage: | Centro |
| Fläche: | ca. 11.000 m² |
| Brunnen: | Fontana di Piazza De Ferrari, |
Die Piazza De Ferrari ist der zentrale Platz Genuas und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für eine Stadterkundung. Inmitten der Piazza steht ein prächtiger bronzefarbener Brunnen, die Fontana di Piazza De Ferrari, umgeben von historischen Gebäuden und dem Palazzo Ducale. Die Piazza verbindet sowohl die politische, wirtschaftliche als auch kulturelle Seite Genuas.
Der Platz ist nach Raffaele De Ferrari benannt, einem genuesischen Aristokraten, Unternehmer und Politiker. Er entstand vor allem im 19. und 20. Jahrhundert, als Genua sich stark veränderte und modernisierte.
10. Lanterna di Genova: Wahrzeichen am Meer

| Entstehung: | 1543 |
| Stufen: | 172 |
| Highlight: | Aussicht über Hafen und Meer |
Eines der ältesten und bekanntesten Wahrzeichen der Stadt Genua ist die Lanterna di Genova, ein Leuchtturm, der seit Jahrhunderten Schiffen den Weg in den Hafen weist. Nach mehreren Beschädigungen während der französischen Belagerung wurde er wieder aufgebaut. In seiner heutigen Form steht er seit 1543 und gehört damit zu den ältesten noch betriebenen Leuchttürmen der Welt.
Von der Aussichtsplattform hat man einen außergewöhnlichen Blick auf den Hafen, das Ligurische Meer, jegliche Arten von Schiffen sowie die Stadt selbst. Der Leuchtturm gehört zum Parco della Lanterna, von dem aus man den Leuchtturm über einen etwa 800 Meter langen Fußweg erreicht.
11. Villa Durazzo Pallavicini: Genuas Märchengarten am Stadtrand

| Lage: | Pegli, westliches Genua |
| Entstehung: | 1840 bis 1846 |
| Auszeichnung: | Schönster Park Italiens |
Die Villa Durazzo Pallavicini in Pegli bietet, neben einem prächtigen, historischen Palast, einen der außergewöhnlichsten romantischen Landschaftsgärten Italiens. Der Park wurde im 19. Jahrhundert von Ignazio Alessandro Pallavicini in Auftrag gegeben.
Heute finden Besucher auf dem ca. 3 km langen Rundweg durch den Park sowohl Seen mit Wasserfällen, Tempel, künstliche Grotten, botanische Bereiche mit exotischen Pflanzen, zahlreiche Brunnen oder Rosengärten. Der Park wurde mehrfach ausgezeichnet und ist definitiv einen Spaziergang wert.
12. Cimitero Monumentale di Staglieno: Tod wird zur Kunst

| Größe: | ca. 33 Hektar |
| geöffnet: | täglich |
| Must-See: | Galeria Montino |
Das Cimitero Monumentale di Staglieno gehört zu den außergewöhnlichsten Friedhöfen Europas. Er wurde 1851 eröffnet und als zentraler Monumentalfriedhof geplant. Besonders bekannt ist Staglieno für seine Skulpturen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die den wohlhabenden Familien Genuas vorbehalten waren. Viele der Skulpturen wirken lebensecht. Die Mischung aus Realismus, Symbolik und monumentaler Architektur macht Staglieno so besonders.
Einer der beeindruckendsten Bereiche ist die Galeria Montino. Hierbei handelt es sich um eine lange, überdachte Galerie mit zahlreichen Grabmälern, die beispielsweise Engel, lebensnahe Darstellung der Toten oder Sarkophage darstellen.
13. Galata Museo del Mare: Sehenswertes Museum der Hafenstadt

| Eröffnung: | 2004 |
| Öffnungszeiten: | Täglich, 10 bis 19 Uhr |
| Besuchszeit: | 2 bis 3 Stunden |
Das Maritimmuseum Galata Museo del Mare befindet sich in einem historischen Gebäude des ehemaligen Arsenals der Republik Genua. Der Name „Galata“ kommt aus der Türkei: Galata ist ein Stadtteil Istanbuls, in dem bis ins 15. Jahrhundert eine bedeutende genuesische Gemeinschaft lebte.
Auf 12.000 m² finden Besucher unter anderem eine maßstabsgetreue Rekonstruktion einer genuesischen Galeere, historische Schiffe, Karten, Globen und Navigationsinstrumente sowie Informationen zur Geschichte der italienischen Auswanderung nach Amerika. Im Anschluss an den Rundgang durch das Museum wartet ein weiteres Highlight: Die Mirador-Terrasse. Von ihr hat man einen tollen 360°-Blick über den Hafen Genuas und die Altstadt.
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Schon gewusst? Das grüne Pesto, auch „Pesto alla Genovese“ genannt, hat seinen Ursprung in Genua. Bereits 1863 veröffentlichte Giovanni Battista Ratto in seinem Kochbuch „La Cuciniera Genovese“ ein Rezept, das als historische Grundlage für unser heutiges Pesto alla Genovese gilt. Die ligurische Küche entwickelte sich aus regionalen Zutaten. Heute gehören zum traditionellen grünen Pesto sieben Zutaten: Basilikum, Olivenöl, Pinienkerne, Knoblauch, Salz, Parmesan und Pecorino. Seit 2007 findet in Genua außerdem die Pesto World Championship statt, bei der Teilnehmer aus verschiedenen Ländern ihr Pesto traditionell im Mörser zubereiten. Mittlerweile wird der Wettbewerb alle zwei Jahre ausgetragen. Wer also traditionelle und leckere Pasta mit Pesto probieren möchte, ist in Genua bestens aufgehoben.

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