Treppe des Königs von Aragon: 189 Stufen in Bonifacio

Vor mir zieht sich die Treppe des Königs von Aragon im 45-Grad-Winkel durch den hellen Kalkstein nach unten, links öffnet sich der Blick aufs azurblaue Meer. 189 Stufen, direkt in die weiße Kalksteinwand von Bonifacio gehauen und so tief, dass ich ihr Ende nicht sehen kann. Steil geht es hinab in Richtung Meer, dicht an der Felswand entlang. Unten angekommen, stehe ich in einem schmalen, in den Fels geschnittenen Gang und bin dem Wasser ganz nah. Doch lohnt sich der Eintritt?

Lohnt sich der Besuch der Treppe des Königs von Aragon in Bonifacio?

Die Escalier du Roy d’Aragon gehört zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Bonifacios. 189 Treppenstufen sind direkt in die steile Kalksteinwand der mittelalterlichen Stadt geschlagen. Unten angekommen, führt ein schmaler Weg nur wenige Meter über dem Meer am Felsen entlang. Dabei öffnen sich immer wieder Blicke auf das türkisblaue Wasser, die weißen Klippen und bei guter Sicht bis nach Sardinien.

Der Name geht auf eine Legende zurück: Angeblich ließen die Soldaten des aragonesischen Königs Alfons V. die Treppe während der Belagerung Bonifacios 1420 in nur einer Nacht in den Fels schlagen. Tatsächlich dürfte sie jedoch aus einer natürlichen Felsspalte entstanden und von Franziskanermönchen über Jahrhunderte ausgebaut worden sein, um eine Trinkwasserquelle am Fuße der Treppe zu erschließen.

Fototipp: Die schönsten Fotos entstehen auf dem Gang unten am Wasser. Am besten das Meer und die Felsstruktur mit ins Bild nehmen – so kommt besonders gut zur Geltung, wie eng der Weg in den Kalkstein geschnitten ist.

Anreise nach Bonifacio

Lage:Im Süden von Bonifacio
Stufen:189
Höhenunterschied:65 Meter
Neigung:45 Grad
Besonderheit:Feste Schuhe oder barfuß

Von Porto-Vecchio aus fährt auch unregelmäßig ein Bus nach Bonifacio, es ist aber deutlich unkomplizierter, mit dem Auto anzureisen. Dann solltet ihr aber möglichst außerhalb der engen Altstadt parken und den Rest zu Fuß zurücklegen. In der historischen Oberstadt sind die Wege ohnehin am schönsten, wenn man sie zu Fuß erkundet.

Die Treppe liegt mitten in der Oberstadt von Bonifacio, am Ende der Rue Simon Varsi beziehungsweise an der Esplanade de l’Escalier. Vom Hafen geht es zunächst bergauf Richtung Zitadelle. Der Eingang zur Treppe ist ausgeschildert und kaum zu verfehlen. Dort gibt es ein Kassenhäuschen, wo ihr auch einen Helm bekommt. Für die Besichtigung braucht ihr festes, geschlossenes Schuhwerk mit flachen Sohlen. Wer mit Flip-Flops oder Schuhen mit Absatz kommt, muss die oben stehen lassen und barfuß weitergehen.

Abstieg über die Treppe des Königs von Aragon

Ich stehe am Eingang und schaue erst einmal nach unten. 189 Stufen liegen vor mir – und schon die ersten haben es in sich. Sie sind unterschiedlich hoch, teilweise schmal und direkt aus dem Kalkstein herausgearbeitet. Ich gehe langsam hinunter und halte mich an der Felswand fest. Die Treppe führt nicht einfach gerade nach unten, sondern windet sich an der Felswand entlang.

An manchen Stellen ist der Durchgang so eng, dass ich mich automatisch etwas ducke. Da Auf- und Abstieg identisch sind, kommen mir immer wieder andere Touristen entgegen. Und der Blick wird mit jedem Schritt besser: Zwischen den Felsen sehe ich immer mehr Meer und die weißen Klippen leuchten gegen das Blau.

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Felsenweg am Meer unterhalb von Bonifacio

Unten endet die Treppe an einem schmalen, in den Fels gehauenen Weg entlang der Küste. Ich laufe nur wenige Meter über dem Meer und schaue immer wieder hinunter. Das Wasser ist so klar, dass ich bis auf den felsigen Grund sehen kann. Linker Hand öffnet sich der Blick bis zum Horizont: Vor mir liegen die weißen Klippen von Bonifacio, dahinter das Blau des Mittelmeers und bei klarer Sicht die Küste Sardiniens. Ich bekomme hier nochmal ein ganz neues Gefühl für die Lage der korsischen Stadt: direkt am Meer, aber hoch genug, um vor Angreifern ziemlich gut geschützt zu sein.

Der Weg endet an einer Absperrung: Früher konnte man hier eine zweite Treppe hinaufsteigen und ist dort in eine Höhle gelangt. Oberhalb der Höhle wurde im 19. Jahrhundert der Saint-Barthélémy-Brunnen angelegt. Ich mache jetzt also ein Selfie vor der Absperrung und gehe dann wieder zurück.

Wieder hinauf nach Bonifacio

Nach dem Abstieg geht es denselben Weg wieder nach oben – und jetzt merke ich erst, wie viele Stufen die Treppe des Königs von Aragon eigentlich hat. Oben angekommen, geht es für mich in die Altstadt, spektakulär auf der schmalen Kalksteinklippe liegt.

Ich schlendere noch ein wenig durch die Oberstadt und schaue immer wieder über die steilen Felswände hinunter. Wer die Treppe anschließend einmal aus einer anderen Perspektive sehen möchte, kann eine Bootstour vom Hafen aus machen: Vom Wasser lässt sich gut erkennen, wie die Treppe direkt in die helle Felswand geschnitten ist.

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Fazit

Bonifacio ist meiner Meinung nach das Highlight von Korsika und die Treppe des Königs von Aragon ist wiederum das Highlight von Bonifacio! Der gerade, steile Abstieg durch die Felswand ist beeindruckend – und die vielen Stufen beim Rückweg spürt man durchaus in den Beinen. Ich würde den Besuch mit einem Spaziergang durch Bonifacio verbinden. Wer die Zitadelle sehen möchte, bekommt für nur einen Euro mehr ein Doppelticket für Treppe und Burg. Außerdem solltet ihr unbedingt eine Bootstour machen. Vom Wasser bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick auf die spektakuläre Lage der Stadt und kann die Treppe von unten in ihrer ganzen Länge erkennen. Die Tour könnt ihr einfach unten am Hafen buchen.

Lage

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