Vom Zahn der Zeit jahrhundertelang angenagt, ragt die Burg Drachenfels über die Baumwipfel des Pfälzerwaldes hinaus. Für sie wurden schmale Sandsteinfelsen ausgehöhlt, wie sie typisch für das Dahner Felsenland sind. Ihr könnt nach oben steigen und hinüber zu sagenhaften Attraktionen des Wasgaus blicken. Steile, ins Gestein gehauene Treppen führen hinauf zur grandiosen Aussicht. Ich habe den Aufstieg gewagt und bin auf meinem Weg einem in Stein geritzten Drachen aus dem Mittelalter begegnet, Namensgeber für die faszinierende Ruine Drachenfels aus dem 13. Jahrhundert.
Lohnt sich der Besuch der Burgruine Drachenfels?







Wer geheimnisvolle Burgen und atemberaubende Ausblicke liebt, sollte bei einem Besuch des Pfälzerwalds die Ruine Drachenfels nicht versäumen. Zwei Felsen aus Buntsandstein erheben sich oberhalb der Obstwiesen bei Busenberg, wenige Kilometer südöstlich von Dahn. Der schmale höhere Fels sieht von weitem beinahe unbezwingbar aus. Genau das lockte die späteren Burgherren derer von Drachenfels an. Von hier aus hatten sie einen großen Überblick, die weit größere Burg von Alt-Dahn lag in Sichtweite.
Wagt ihr den kurzen, aber steilen und schweißtreibenden Aufstieg von der Drachenfelshütte aus, werdet ihr belohnt mit einer unvergesslichen Aussicht auf benachbarte Burgen, sonnenbeschienene Täler und die dichten Wälder des Wasgaus.
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Fototipp: Die charakteristische Ansicht des Drachenfels befindet sich auf der Westseite, deswegen ist sie vormittags nicht von der Sonne beschienen. Bei strahlendem Sonnenlicht habt ihr nachmittags den besten Blick (und erinnert euch hoffentlich nicht an eure letzte Wurzelbehandlung).
Anreise nach Busenberg zur Ruine Drachefels
| Lage: | Busenberg bei Dahn |
| Errichtet: | Frühes 13. Jahrhundert |
| Must-See: | Ritzzeichnung eines Drachens |
| Höhe: | 368 m ü.NHN. |
| Einkehrtipp: | Drachenfelshütte |
Von Karlsruhe aus braucht ihr mit dem Auto etwa eine Stunde bis nach Busenberg. Eine schöne Strecke führt über Bad Bergzabern auf der Bundesstraße 427 Richtung Dahn. Der Kurort Bad Bergzabern gilt als Tor in den Pfälzerwald, ab hier wird die Landschaft urwüchsiger, die Straße kurviger und steiler.
Achtet kurz vor Busenberg auf ein altes steinernes Wegkreuz. Hier geht es nach links auf einen asphaltierten Weg, der auch von Autos befahren werden darf. Von dort aus seid ihr noch etwas mehr als einen Kilometer bis zur Drachenfelshütte unterwegs, die sich unterhalb der Burg befindet. Spätestens dort müsst ihr euer Auto abstellen. Es ist möglich, von Bad Bergzabern oder Dahn aus mit dem öffentlichen Bus nach Busenberg zu kommen und von dort aus loszulaufen.
Dem Drachen mit festem Schuhwerk begegnen
Die in den Fels gehauenen Treppenstufen sind teilweise stark verwittert, seid also unbedingt vorsichtig und tragt festes Schuhwerk. Denn je nach Wetterlage kann es ziemlich glitschig und rutschig sein. Ich war bei sonnigem, trockenem Wetter dort und selbst da musste ich aufpassen. Von der Drachenfelshütte könnt ihr je nach persönlichem Tempo in ein paar Minuten oder in einer halben Stunde bis hinauf auf den alten Bergfried der Burg laufen.
Zunächst geht es die Pfade nach oben, bis ihr zur Unterburg kommt. Durchschreitet den Torturm mit Rundbogen, der allerdings jüngeren Datums ist. Auf dem Felsenplateau solltet ihr euch umschauen, damit ihr die Ritzzeichnung eines Drachen im Fels nicht verpasst. Schenkt ihr ein bisschen Aufmerksamkeit, denn sie ist tatsächlich viele Jahrhunderte alt. Außerdem gibt es hier die Überreste einer Zisterne und einzelne Grundmauern.
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Aufstieg zur atemberaubenden Aussicht
Je weiter es hinauf geht, desto steiler wird es. Auf dem Weg nach oben passiert ihr die Felsenkammern mit kleinen Ausblicken hinaus in die grandiose Landschaft. Alles wirkt sehr verwunschen, ein paar Reisende haben schon vor Jahrhunderten ihre Namen in den Fels geritzt.
Dann kommt ihr oben an, Handläufe sichern die senkrechten Abhänge dieses natürlichen Felsenturms. Der atemberaubende Ausblick über die baumbewachsenen Berggkuppen reicht bis hinüber zur Dahner Burgengruppe. Die Herren von Drachenfels schauten wahrscheinlich etwas neidisch rüber, denn dort lebten die wohlhabenderen Adligen.
Der „Backenzahn“ im Pfälzerwald
„Backenzahn“ wird der weithin sichtbare schmale Felsen mit überhängenden Wänden im Volksmund genannt. Man hat ihn einst in mühevoller Handarbeit ausgehöhlt. Im Mittelalter diente er den Burgherren als Bergfried, aber heutzutage sieht er tatsächlich eher wie eine gigantische Zahnruine aus. Walter von Drachenfels ist der früheste namentlich bekannte Burgherr. Er lebte um 1245 hier. Zu dieser Zeit muss auf dem Gesteinsplateau unterhalb der beiden aufragenden Felsen eine Art Rittersaal existiert haben.
In die Wand hat damals jemand die Umrisse eines Drachens geritzt. Später wurden Umbauarbeiten durchgeführt und man hat Pfostenlöcher in den Fels getrieben, so dass das Drachenbild beschädigt wurde. Stellt euch Fachwerkbauten und aufgehendes Mauerwerk auf dem Burggelände vor. Die Herren von Drachenfels gehörten dem niederen Adel an und waren möglicherweise Raubritter.
Komfortabel war es im Mittelalter auf der Burg bestimmt nicht, davon zeugen die erhaltenen, in den Fels gehauenen Kammern, die an Verliese denken lassen.1523 wurde die Burg zerstört, geblieben sind malerische Ruinen. Genießt ganz oben auf dem Fels das Panorama über die weiten Berge und Wälder des Dahner Felsenlandes und träumt euch in jene geheimnisvolle, aber wenig gemütliche Zeit.
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Fazit
Zu einem Aufenthalt im Dahner Felsenland gehört der Abstecher zur Burgruine Drachenfels unbedingt dazu. Und nach dem Abstieg seid ihr bestimmt hungrig und durstig. Die Drachenfelshütte ist einladend und wenn sie geöffnet ist, bietet sie schmackhafte Pfälzer Hausmannskost: Vom Keschdekuche (Kastanienkuchen) bis zum Pfälzer Saumagen wird hier je nach Saison vieles geboten.
Einen besonders schönen Blick auf den Drachenfels und die Berge des Wasgaus habt ihr vom Aussichtspunkt Schlüsselfelsen aus, zu dem ihr ebenfalls wandern könnt. Habt ihr genügend Zeit, dann besichtigt auch die Sehenswürdigkeiten der Umgebung: Die imposante Dahner Burgengruppe liegt bereits in Sichtweite und von Dahn aus könnt ihr sie gut erreichen. Nur drei Kilometer vom Drachenfels entfernt thront die Burg Berwartstein, die bis heute bewohnt wird.
Lage
Praktische Links
- Offizielle Website: Pfälzerwald Tourismus
- Top-Sehenswürdigkeiten im Pfälzerwald
- Die besten Sehenswürdigkeiten in Rheinland-Pfalz
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