Die Sonne brennt von Minute zu Minute heißer vom Himmel, während wir durch die endlose Wüste wandern. Um uns herum nichts als feiner Sand und gigantische Dünen. Wir kämpfen uns Schritt für Schritt den nächsten Hang hinauf. Die Aussicht von hier ist unglaublich. Vor uns erstreckt sich ein endloses Meer aus weißen Bimssteinfelsen. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Es fühlt sich an, als wären wir auf einem fremden Planeten gelandet. Das ist das Campo de Piedra Pómez im wilden Norden Argentiniens.
Lohnt sich der Besuch der Campo de Piedra Pómez?





Das Campo de Piedra Pómez ist ein seltenes Naturphänomen im Nordwesten Argentiniens. Es liegt in der Provinz Catamarca auf über 3.000 bis 3.600 Metern Höhe und erstreckt sich nahe El Peñón und Antofagasta de la Sierra über etliche Kilometer im Hochland der Puna. Die surreale Bimssteinlandschaft entstand vor Hunderttausenden von Jahren durch gewaltige Vulkanausbrüche des Vulkans Blanco. Riesige Mengen an Magma, Asche und plinianischen Ablagerungen kühlten blitzschnell ab und bildeten eine mächtige Schicht aus leichtem, porösem Bimsstein.
Über Jahrtausende hinweg schliffen die rauen Wüstenwinde das weiße Gestein in mehr als 5.000 surreale, wellenförmige Säulen und Felsrücken. Heute ist es ein geschützter Ort, welcher nur schwer erreichbar ist. Daher bleibt dieser ein absoluter Geheimtipp mit nur wenigen Tausend Besuchern jährlich.
Fototipp: Am helllichten Tag ist die Sonne sehr stark, was das Fotografieren etwas schwierig macht. Daher empfiehlt es sich, zum Sonnenauf- oder -untergang an diesen schönen Ort zu fahren. Die Wüste ist 24 Stunden, 7 Tage die Woche zugänglich.
Anreise nach El Peñón
| Lage: | El Peñón, Argentinien |
| Anreise: | Mietwagen/Tour |
| Beste Zeit: | Sonnenaufgang |
| Mietwagen: | 4×4 empfehlenswert |
| Besonderheit: | Bimssteinlandschaft |
Die meisten reisen über Buenos Aires ein, jedoch liegt der nächstgelegene internationale Flughafen in San Miguel de Tucumán. Dieser ist ca. 230 km nördlich der Provinz Catamarca.
Die Anreise zu diesem wunderschönen Ort ist etwas schwieriger, als man erwartet. Nichtsdestotrotz habe ich es sogar geschafft, per Anhalter hinzukommen. Es empfiehlt sich jedoch, ein Auto zu mieten oder eine Tour zu buchen. Wir haben die Wüste ohne 4×4 gemacht, jedoch empfiehlt es sich stark, einen 4×4 zu mieten, denn das Risiko, im Sand stecken zu bleiben, ist sehr hoch. Wir haben unser Auto auf zwei Dritteln der Strecke stehen lassen, da der Sand einfach zu tief wurde, und sind zwei Stunden gelaufen. Vor Ort kann man auch einfach eine geführte Jeep-Tour buchen, wenn man keinen 4×4 mieten und auch kein Risiko eingehen möchte.
In El Peñón, dem Eingang zur Wüste, gibt es mehrere Unterkünfte und mit etwas Verhandlungsgeschick findet man auch etwas Günstiges. Außerdem gibt es vor Ort einen kleinen Supermarkt. Es ist quasi für alles gesorgt.
Auch interessant: Gigantische Wasserfälle in Südamerika





Ein Meer aus Sand
Wir entscheiden uns, das Auto stehenzulassen, denn der Sand wird einfach immer tiefer. Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Am frühen Morgen ist die Luft noch angenehm kühl und laut Plan sollte es etwa zwei Stunden bis zur Bimssteinwüste dauern. Vor uns liegt jedoch ein unendliches Meer aus Sand. Also bloß keine weitere Zeit verschwenden.
Die Sonne steigt langsam am Horizont empor, und mit jeder Minute zieht die Hitze an. Da wir den genauen Weg nicht kennen, fühlt sich die Strecke nach anderthalb Stunden Laufen deutlich länger an, als sie sein sollte. Schwitzend erklimmen wir eine gigantische Düne. Oben angekommen erblicken wir etwas, das auf den ersten Blick wie Schnee wirkt. Eine weiße Wüstenlandschaft mit tausenden weißen Gesteinsformationen baut sich vor uns auf. Als wären wir auf einem anderen Planeten gelandet.
Die weiße Wüste Campo de Piedra Pómez
Zwischen den einzelnen Felsen liegt feiner, grauer Sand. Unglaublich, in welch faszinierenden Farben Sand existieren kann. Wie Wasser schlängelt er sich um die Gesteinsformationen. Jeder Fels wirkt wie ein von Meisterhand gemeißeltes Kunstwerk, absolut einzigartig. Die Weite der Wüste macht mich sprachlos. Bis zum Horizont zieht sie sich. Ich kann auch kaum fassen, dass wir diesen Ort ganz für uns allein haben. Wir klettern, springen und wandern immer tiefer in dieses weiße Labyrinth hinein.
Genauso stelle ich mir die Oberfläche der Venus vor und genauso glühend heiß ist es mittlerweile auch. Die Sonne hat ihren Zenit erreicht und brennt erbarmungslos vom Himmel. In den kühlen Schatten der Felsformationen suchen wir Schutz vor der Hitze. Schließlich entscheiden wir uns, den Rückweg anzutreten, denn der Wüstensand kocht förmlich. Ich wickle mir meinen Pullover um den Kopf, und wir stapfen los wie in einer Szene aus Dune. Hinter uns wird die weiße Wüste immer kleiner, bis sie schließlich hinter den Sanddünen verschwindet. Als hätte sie nie existiert.
Auch interessant: Pinnacles in Australien: Skurrile Felsnadeln in der Wüste
Fazit
Campo de Piedra Pómez ist ein magischer Ort, der ohne Frage einen Besuch wert ist. Es braucht zwar etwas mehr Planung, aber man wird mit atemberaubenden Landschaften ganz ohne Menschenmassen belohnt. Die Bimssteinformationen sind zudem etwas, das man extrem selten zu Gesicht bekommt.
Wer diesen langen Weg auf sich genommen hat, sollte unbedingt auch zum Balcón de Pissis weiterreisen. Hier findest du eine der spektakulärsten Hochgebirgslandschaften der Anden: türkise Lagunen, eingerahmt von gigantischen, schneebedeckten Sechstausendern.
Schreibe einen Kommentar