Es ist mal wieder einer dieser magischen Momente, die ich schon so häufig in der Sächsischen Schweiz erlebt habe. Die aufgehende Sonne taucht die verschneiten Tafelberge in ein warmes rosafarbenes Licht. Ich beobachte den Sonnenaufgang am Gohrisch. Genau hierüber verläuft die Drei-Steine-Route. Die Winterwanderung gehört für mich zu den schönsten Touren im Elbsandsteingebirge.

Lohnt sich die Drei-Steine-Route in der Sächsischen Schweiz?

Die Drei-Steine-Route führt von Bad Schandau über Kleinhennersdorf nach Königstein. Dabei werden drei bekannte Tafelberge überschritten: Der Kleinhennersdorfer Stein, der Papststein und der Gohrisch. Aufgrund der vielen Stiegen und Treppen ist die Wanderung als schwer klassifiziert. Gerade im Winter können die metallischen Tritte oder schneebedeckten Felsstufen sehr glatt sein.

Je nach Wetterlage, Kondition und Motivation könnt ihr die Tour sogar noch erweitern. Am Ende liegt zum Beispiel noch der Pfaffenstein, den ihr zusätzlich erklimmen könnt und oberhalb von Königstein wartet die gleichnamige Festung Königstein. Wenn ihr dort schon mal seid, würde ich euch aber gleichzeitig eine Führung durch die Burg empfehlen.

Diese Entscheidungen könnt ihr aber auch flexibel am Ende treffen. Denn gerade bei Neuschnee kann die Wanderung nochmal deutlich anstrengender werden.

Anreise nach Bad Schandau

Zum Startpunkt in Bad Schandau gelangt ihr bequem mit der S-Bahn ab Dresden. Zurück geht es dann vom Zielort Königstein ebenfalls mit der Bahn. Die Züge verkehren im 20 bis 30 Minuten-Takt.

Ihr könnt aber genauso auch mit dem Auto anreisen. Dann würde ich empfehlen, am Bahnhof zu parken, damit ihr nicht mit der Fähre über die Elbe übersetzen müsst. Wenn ihr das allerdings noch nie gemacht habt, könnte das auch bereits das erste Highlight der Tour sein. Dann solltet ihr euch das nicht entgehen lassen. Auch den Parkplatz erreicht ihr im Anschluss an die Wanderung wieder mit dem Zug.

Glatte Stiegen, Leitern und Wanderwege

Start:Bahnhof Bad Schandau
Strecke:12 km
Höhenmeter:512 m
Gehzeit:4 bis 5 Std.
Beste Zeit:Dezember bis März

Für die Wanderung sind Kondition und Trittsicherheit wichtig. Es muss auch über einige Leitern geklettert werden, die vor allem im Abstieg tricky sind. Immerhin werden über 12 Kilometer Strecke und rund 500 Höhenmeter überwunden. Packt bei Schnee und Eis auch Grödeln ein. Neben ausreichend Verpflegung und warmer Kleidung darf außerdem auch das Erste-Hilfe-Set nicht fehlen.

Um euch die Orientierung zu erleichtern, könnt ihr euch vorab beim Tourismusverband eine offizielle Winterwanderkarte holen. Dort sind alle Winterwanderwege eingezeichnet. Die Route verläuft zwar nicht im Nationalpark, achtet aber trotzdem darauf, dass ihr nicht „abkürzt“ oder abseits der markierten Wege lauft. Das ist vor allem im Winter wichtig. Dann müssen die Natur und insbesondere die Wildtiere sowieso schon mit weniger auskommen. Wenn die Waldbewohner dann durch umherstreifende Wanderer aufgeschreckt werden, wäre das ein wahrer Energiekiller.

Einkehrschwung in der Baude am Papststein

Der erste Abschnitt führt über weite Flächen und Wiesen zum Kleinhennersdorfer Stein. Der Blick zurück lohnt sich. Denn im Hintergrund ragen die imposanten Schrammsteine auf. Aus der Ferne wirken die mächtigen Felsen noch viel größer, als wenn man unmittelbar davor steht. Zusätzlich zum sensationellen Ausblick könnt ihr euch auch auf ein schönes Wildgehege kurz hinter Kleinhennersdorf freuen. Die Jungtiere sind neugierig und haben keine Scheu. Sie kommen bis zum Zaun auf uns zu. Füttern soll man sie allerdings nicht. Haltet stattdessen lieber die Kamera oder das Handy griffbereit.

Danach beginnt der Aufstieg zum Papststein, dem zweiten Tafelberg auf der Tour. Die ersten Meter gehen steil durch den Wald nach oben. Dann beginnt ein wunderschöner Höhenweg mit einer traumhaften Aussicht auf Papstdorf und das Umland. Unterhalb des Gipfels liegt die Baude Berggast. Hier lohnt ein Einkehrschwung. In der urigen Hüten sind vor allem die Spaghetti mit Knoblauch empfehlenswert. Tipp: Im Winter gibt’s hier auch einen Fondue-Abend zum Sonnenuntergang.

Grandiose Aussicht vom Gohrisch

Schon jetzt ist die Wanderung kaum zu toppen. Doch der dritte Tafelberg auf der Drei-Steine-Route übertrifft noch einmal alles. Nach dem Abstieg vom Papststein geht es direkt gegenüber wieder hinauf zum Gohrisch. Und zwar durch schmale Felsspalten hindurch, die kaum breiter als man selbst sind. Nach etwa 30 Minuten erreicht ihr einen Pavillon. Das ist übrigens auch ein super Ort, um den Sonnenaufgang zu fotografieren oder einfach zu genießen.

Lauft unbedingt auf die andere Seite des Gohrisch zur Wetterfahnenaussicht. Der Weg dorthin führt über mehrere kleine Felsen. Immer wieder gibt es links und rechts beeindruckende Aussichten. Am Ende geht es über einen schmalen Steg zum höchsten Punkt. Man fühlt sich, als würde man weit oberhalb der Sächsischen Schweiz stehen. Es fühlt sich schon fast so an, als stehe man auf einem hohen Gipfel in den Alpen. Zu euren Füßen liegen schier endlos wirkende, tief verschneite Wälder. Außerdem blickt ihr auf den Lilienstein, die Festung Königstein und den mächtige Pfaffenstein. Genial!

Fazit

Für den Abstieg haltet ihr euch dann weiter in Richtung Pfaffenstein und folgt anschließend dem ebenen Weg auf den letzten Metern zum Ziel nach Königstein.

Und während ich die letzten Schritte zurücklege, ist für mich schon klar: Das ist meiner Meinung nach definitiv eine der schönsten Winterwanderungen in der Sächsischen Schweiz. Vor allem der erste Abschnitt ist super schön und lädt immer wieder zum Staunen ein. Auch die Aussicht vom Gohrisch ist unschlagbar und übertrifft alles bisher dagewesene. Besonders schön finde ich auch, dass man keine Wege doppelt läuft und damit sehr viel von der Region kennenlernt. Zudem ist die ganze Strecke gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und am Schluss geht es unkompliziert mit der Bahn zurück.

Wenn euch dann die Wanderlust gepackt hat, gibt es in der Sächsichen Schweiz zahlreiche weitere Winterwanderungen, die ebenfalls lohnenswert sind. Sehr empfehlen kann ich die Tour von Rathen durch die Schwedenlöcher hinauf zur Basteibrücke. Auch die Winterwanderung von Schmilka über die Heilige Stiege zum Carolafelsen ist ein Traum.

Allerdings solltet ihr euch nicht unbedingt auf Schnee einstellen. Es sieht zwar super zauberhaft aus, wenn alles angezuckert ist, aber durch die geringe Höhenlage ist die Region nicht immer schneesicher. Das macht aber nichts. Denn die Felsen sehen auch ohne Schnee imposant aus.

Lage

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