Es heißt zwar Kapelle, hat aber nichts mit einem sakralen Bau gemein. Es ist vielmehr eine Schneehöhle. Das klingt jetzt erstmal nicht besonders. Allerdings bin ich nicht in der Arktis, sondern am Königssee in Deutschland. Und es ist gerade Sommer, nicht Winter. Obwohl es schon einige heiße Tage gab, liegt hier immer noch jede Menge Schnee an der Watzmann Ostwand. Von unten ist der Schneehaufen ausgehöhlt. So stehe ich also vor dem Eingang der Eiskapelle und staune.

Lohnt sich ein Besuch der Eiskapelle am Watzmann?

Am Fuße des Watzmann, an der legendären Watzmann Ostwand, befindet sich ein permanentes Schneefeld. Jahr für Jahr im Winter kommen von der steilen Felswand Lawinen ins Tal. Die häufen sich im Schatten des Berges an. Dieser Ort ist so geschützt von Sonne und hier liegt so viel Schnee, dass dieses Firnfeld den ganzen Sommer überdauert.

Im Laufe der warmen Jahreszeit wird durch Regen- und Schmelzwasser von hinten ein Hohlraum in das Schneefeld geschwemmt. Dann entsteht ein höhlenartiges Gebilde mit einer bis zu 15 m hohen Decke. Im Winter ist der Eingang allerdings oft vollständig verschüttet.

Mit dem Schiff übern Königssee zur Eiskapelle

Lage:Königssee
Höhe:15 m
Dauer Wanderung:2 Std.
Schifffahrt:15,50 €
Beste Reisezeit:Herbst

Ihr erreicht die Eiskapelle von St. Bartholomä am Königssee aus. Um hier hin zu kommen, nehmen wir das Schiff. Die Schifffahrt über den Königssee ist eh schon eine Attraktion für sich, die man ruhig einmal im Leben gemacht haben soll.

Dabei lohnt es sich allerdings Stoßzeiten wie Wochenenden und die Hochsaison zu meiden. Wir waren an einem Dienstag im Herbst da und standen trotzdem in der Schlange an. Aber die Boote fahren zum Glück sehr regelmäßig.

Für die Hin- und Rückfahrt werden pro Person 15,50 Euro fällig. Dafür erfahrt ihr auf der Überfahrt vom Kapitän einiges über den See an sich und bekommt sogar eine musikalisch Darbietung geboten. An der sogenannten Echowand hält das Elektroboot kurz an. Der Kapitän demonstriert mit ein paar Trompetenklängen das versprochene Echo. Coole Sache!

Vorbei an St. Bartholomä und der Watzmann-Ostwand

Als wir in St. Bartholomä anlegen, kommen wir zuerst an einer wirklichen Kapelle vorbei. Viele von euch kennen bestimmt das Motiv der weißen Wallfahrtskirche mit ihren Zwiebeltürmchen vor dem Watzmann. Das ist wohl eine der meist fotografiertesten Kapellen Deutschlands.

Wir werfen nur einen kurzen Blick in den Innenraum und folgen dann den Schildern in Richtung Eiskapelle. Der Weg führt erst durch den Wald und dann einem Flussbett folgend etwas unwegsamer weiter. Zum Schluss geht es querfeldein durch ein Geröllfeld bis zum Eingang. Hier sucht sich jeder seinen Weg selbst.

Deshalb zieht am besten stabile Schuhe an und packt euch auf jeden Fall warme Sachen ein. In der Nähe der Eiskapelle ist es auch im Sommer schattig. Zudem fließt die kalte Luft, die von den Eismassen abgekühlt wurde, durch den Höhleneingang nach draußen. Dadurch ist es nochmal deutlich kühler.

Instatipp: Stellt euch vor den Eingang der Eiskapelle. So sieht es fast so aus, als stündet ihr im Inneren, seid aber trotzdem sicher.

Imposantes Fotomotiv

Als wir die Höhle erreichen, sind wir noch alleine. Aber nur, weil wir so früh gestartet sind. Kaum angekommen, treffen hinter uns mehr und mehr Menschen ein. Kein Wunder, es sieht nämlich richtig cool aus. Eine Art Wabenmuster ist an den Wänden und an der Decke zu erkennen. Es ist ein besonderer Ort. Und sobald man die Augen nach oben wandern lässt, blickt man auf die riesige Ostwand. Wahnsinn!

Deshalb ist es auch ein beliebtes Fotomotiv. Der eine oder andere stellt sich für ein Foto sogar ins Innere. Das solltet ihr aber bloß nicht tun. Denn immer wieder brechen große Stücke ab und fallen zu Boden. Da hilft auch ein Helm nicht viel. Aber ihr müsst auch gar nicht rein. Schon vor dem Eingangsbereich sieht es sehr imposant aus.

Fazit

Der Ausflug zur Eiskapelle lohnt sich. Es ist faszinierend, wie hier der Schnee den Sommer überdauert.

Ich würde den Herbst als Reisezeit empfehlen. Im frühen Frühjahr kann es sein, dass die Eingänge noch vom Schnee verschüttet sind, im Sommer ist dann super viel los und nach der Ferienzeit solltet ihr dann die besten Chancen auf ein paar coole Momente haben.

Rundherum gibt es auch noch mehr zu entdecken. Wenn ihr mit dem Boot bis zur Endhaltestelle Salet weiterfahrt, kommt ihr zum wunderschönen Obersee mit seiner fabelhaften Spiegelung. Und noch ein Stückchen weiter wartet Deutschlands höchster Wasserfall auf euch. Es gibt also viel zu entdecken!

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