Malerisch liegt die weltbekannte Wallfahrtskapelle St. Bartholomä am Westufer des Königssees in Berchtesgaden. An nebeligen Tagen wirkt sie fast ein bisschen mystisch, wenn man mit dem Boot in die Nähe des Ufers gelangt. Die Tatsache, dass dieser Ort sonst nur über einen schwierigen Steig zu Fuß erreichbar ist, verleiht ihm eine anziehende Wirkung. Das ganze Jahr über pilgern Menschen aus aller Welt hierher, um Fotos zu machen und die Schönheit des Nationalpark Berchtesgaden mit eigenen Augen zu sehen.

Lohnt sich die Schiffsfahrt auf dem Königssee?

Der Wallfahrtsort liegt im Südosten von Bayern, umgeben von den höchsten Gipfeln der Berchtesgadener Alpen. Wie man unschwer an der Herkunft der vielen Touristen am Bootssteg beobachten kann, ist der Königssee weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Aber auch mich, als fast Einheimische, hat St. Bartholomä von den vielen kursierenden Bildern im Netz fasziniert. Das Wetter muss für diesen Ausflug nicht unbedingt strahlend schön sein, denn auf der Bootsfahrt ist man ohnehin regengeschützt und die paar 100 Meter auf der Halbinsel kann man locker mit Regenschirm bewältigen.

#berchtesgaden #schiffsfahrt

Instatipp: Besonders gutes Licht fällt auf die Türme der Wallfahrtskirche in den Morgenstunden. Die erste Fahrt über den See ist in der Hauptsaison um 8 Uhr und man kann super direkt vom Boot aus den Ort mit der Watzmann Ostwand dahinter fotografieren.

Anreise nach Schönau

Die Anreise zum Königssee ist von allen Himmelsrichtungen gut beschildert. Von der Autobahnabfahrt Bad Reichenhall oder Salzburg-Süd sind es noch etwa 25 Minuten Richtung Berchtesgaden. Über den klaren, grünen Königssee gelangt man mit einem der 19 Fahrgastboote von der Gemeinde Schönau am Königssee aus. Für die Fahrt zahlt man hin und zurück nach St. Bartholomä 15,50 Euro (Stand 2019), aber auch das Tagesparkticket für 5 Euro sollte man nicht vergessen.

Darf man im Königssee baden?

Auf der etwa 5 Kilometer langen und 35 Minuten dauernden Schifffahrt erblickt man schon sehr früh die roten Kuppeldächer und die beiden unterschiedlichen Zwiebeltürme der Kapelle. Besonders beeindrucken mich die mächtigen steilen Felsen der Watzmann-Ostwand dahinter, welche St. Bartholomä mit 1.800 Höhenmeter bis zum Gipfel überragen. Ein tolles Fotomotiv und jedes Bergsteigerherz fängt da nur so zu springen an! Auch die anderen Touristen in den Booten sind fasziniert und stellen Fragen zum See, ob zum Beispiel das Baden erlaubt wäre?

Beeindruckender Blick zur Watzmann-Ostwand

Ja, das Schwimmen im See ist erlaubt. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur bis zu 20° C und im Winter friert der See nur selten zu, so dass die Schifffahrt auf Königssee ganzjährig möglich ist. Unterwegs macht der Kapitän auf halber Strecke Halt und demonstriert uns das Echo an der Echowand. Er spielt auf einer Trompete ein paar Töne und das Echo kommt etwas zeitversetzt über das Wasser zum Boot zurück. Jeder der Fahrgäste findet Gefallen daran und es gibt etwas Trinkgeld für den Trompetenspieler. Uns wird auch die Geschichte vom Unglück 1688 erzählt.

Traumhochzeit in der Wallfahrtskirche

Ein Schiff von 70 Wallfahrern sei hier im Sturm an der Felswand zerschellt. Ein feuerrotes Kreuz knapp über dem Wasserspiegel erinnert daran. Mit „St. Bartholomä“ ist übrigens nicht nur die Kirche, sondern im Sprachgebrauch die gesamte Halbinsel samt Nebengebäude gemeint. Die Kirche ist sowohl von außen mit den kreisförmigen Baukörpern, als auch von innen ein Kunstwerk. Es besteht sogar die Möglichkeit, sich in der Wallfahrtskirche trauen zu lassen, was ich mir wirklich traumhaft vorstelle, bei der Bergkulisse und der Anreise der gesamten Hochzeitsgesellschaft mit den Booten.

Fazit

Eine Schifffahrt nach St. Bartholomä ist auch ohne bestimmten Anlass ein Highlight. Beim nächsten Mal möchten wir gerne weiter zur Anlegestelle Salet fahren, um dort zum idyllischen Obersee und zum Röthbachfall zu wandern. Eine weitere Option ist der Rückweg über den Rinnkendlsteig nach Schönau. Was mich jedoch besonders reizt, ist die Wanderung zur Eiskapelle am Fuße der Watzmann-Ostwand. Ihr seht schon – ich habe noch längst nicht alles bei meinem Besuch dort gesehen und möchte unbedingt im nächsten Frühling oder Sommer nochmal der Wallfahrtskirche einen Besuch abstatten.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Außer Kameraequipment benötigt man für den Tag am Königssee keine besondere Ausrüstung. Für das leibliche Wohl ist in der Saletalm und neben der Kapelle in St. Bartholomä, im ehemaligen Jagdschloss, eine Gaststätte eingerichtet. Auch in Schönau selbst sind zahlreiche Einkehrmöglichkeiten vorhanden. Neben der Schiffsfahrt gibt es noch weitere Aktivitäten am Königssee. Beispielsweise kann man sich für eine Kräuterwanderung anmelden oder mit einem Nationalpark-Ranger unterwegs sein. Ein Highlight ist auch der berühmten Naturpool am Königsbachfall.

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