Der Gocta-Wasserfall in den peruanischen Anden ist ein wahres Naturwunder, das einem den Atem raubt. Als ich vor ihm stehe, das Rauschen des Wassers in den Ohren und die Gischt auf der Haut spüre, fühlt es sich an, als wäre ich in einer anderen Welt. Dieser majestätische Wasserfall, der auf den ersten Blick fast unerreichbar scheint, zieht jedes Jahr zahlreiche Abenteuerlustige an, die auf der Suche nach einem der höchsten Wasserfälle Perus sind. Doch zunächst muss eine 14 Kilometer lange Wanderung bezwungen werden.
Lohnt sich die Wanderung zum Gocta Wasserfall in Peru?





Der Gocta-Wasserfall ist mit einer Höhe von 771 Metern der dritthöchste Wasserfall Perus und einer der höchsten der Welt. Die Wanderung zum Wasserfall im Andenhochland dauert je nach Fitness und Tempo etwa fünf bis sechs Stunden. Der Wanderweg führt durch dichte Wälder und an abgelegenen Berghängen entlang, sodass Wanderer die Natur in vollen Zügen genießen können.
Die beste Reisezeit für einen Besuch ist zwischen April und Oktober, wenn das Wetter trocken und klar ist. Auf dem Wanderweg kommst du sowohl am Auffangbecken der Fälle als auch an der Abbruchkante vorbei, was die Strecke sehr abwechslungsreich macht.
Fototipp: Ich rate dir, während der Wanderung stets ein Auge auf den Wasserfall in der Ferne zu haben – er taucht immer wieder zwischen den Baumwipfeln auf. Der beste Aussichtspunkt auf dem Wanderweg ist jener, an dem du einen weitestgehend freien Blick hast.
Anreise zum Gocta Wasserfall in Peru
| Lage: | Peru |
| Anreise: | 8 Stunden mit dem Bus von Cajamarca |
| Strecke: | 14 km |
| Dauer: | ca. 5 – 6 Stunden |
| Besonderheit: | Dritthöchster Wasserfall Perus |
Die Anreise zum Gocta-Wasserfall beginnt in der Stadt Chachapoyas, die etwa 700 Kilometer nordöstlich von Lima liegt. Der nächste große internationale Flughafen ist der Flughafen in Cajamarca (CJA), von wo aus du mit dem Bus nach Chachapoyas fahren kannst. Die Fahrt dauert etwa acht Stunden.
Saisonal gibt es auch Flüge direkt zum Flughafen in Chachapoyas (CHH). Dort angekommen, ist es möglich, einen lokalen Bus für die 50 Kilometer bis zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Cocachimba zu nehmen. Der Zugang zum Wasserfall ist gut ausgeschildert, und die Strecke ist problemlos zu finden. Ich habe die Wanderung im Nachbardorf San Pablo beendet. Von dort fahren dich Taxis wieder zum Ausgangspunkt oder zurück zum Busbahnhof nach Chachapoyas.
Bestens gerüstet für das Abenteuer im peruanischen Andenhochland
Für die moderate Wanderung zum Gocta-Wasserfall solltest du dich gut vorbereiten. Ein Paar Wanderschuhe ist unerlässlich, da der Weg steil und teils rutschig sein kann. Denk an Insektenschutzmittel, da die Region tropisch ist und Mückenstiche aufgrund übertragbarer Krankheiten vermieden werden sollten. Sonnenschutz ist ebenfalls wichtig, da die Wanderung durch offene Abschnitte führt.
Es empfiehlt sich, ausreichend Wasser mitzunehmen, da es auf der Strecke keine Versorgungsmöglichkeiten gibt – es sei denn, du möchtest das Wasser des Flusses trinken. An der Abbruchkante des unteren Wasserfalls gibt es keinerlei Absperrungen, also sei vorsichtig. Für den Eintritt werden am Start der Wanderung 10 peruanische Sol (ca. 2,40 €) fällig. Beachte bei deiner Routenplanung, ob du wieder zum Startpunkt zurückkehren oder deine Wanderung im Nachbardorf San Pablo beenden möchtest.
Gocta Wasserfall wird nach und nach sichtbar
Der erste Eindruck der Wanderung ist überwältigend. Gleich zu Beginn des gut ausgeschilderten Wanderwegs hinter dem Kassenhäuschen in Cocachimba kannst du den Wasserfall in der Ferne sehen. Das Geräusch des rauschenden Falles wird immer lauter, je näher du kommst, und schließlich taucht der Gocta-Wasserfall durch die Böschung hindurch auf.
Die Gischt des Wassers ist bereits aus der Ferne sichtbar, und das Gefühl, sich einem der höchsten Wasserfälle der Welt zu nähern, ist schlichtweg unbeschreiblich. Der schweißtreibende Weg führt immer weiter auf der rechten Seite des Flusses entlang, aber der Blick auf den Wasserfall lässt jede Anstrengung vergessen.
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Meine Highlights am Gocta Wasserfall
Der gut ausgeschilderte Weg führt entlang eines bewaldeten Tals in Richtung des Gocta-Wasserfalls. Der Hinweg dauert knapp 7 Kilometer auf unbefestigten Wegen bis zum Becken des Wasserfalls. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn das Wasser im Becken landet, nachdem es in den letzten Sekunden über 700 Meter hinuntergestürzt ist. Je nach Witterung kannst du im Auffangbecken schwimmen und aus sicherer Entfernung den Wassermassen zuschauen. Von hier aus kannst du entweder auf dem gleichen Weg zurücklaufen oder 400 Höhenmeter auf unebenen Treppen zurücklegen, um zur unteren Abbruchkante der Fälle zu gelangen.
Ich bin beeindruckt von der Einsamkeit in der Natur und davon, dass dieser Ort nicht durch Absperrungen gesichert ist. Dieser Aussichtspunkt ist für mich das Highlight der Wanderung, und so viel Adrenalin schießt durch meinen Körper, als ich hinter der Kante in die Tiefe schaue. Abschließend wandere ich zum Bergdorf San Pablo, bevor ich nach insgesamt 14 Kilometern mit einem Taxi zurück zum Hostel in der Nähe des Ausgangspunkts fahre.
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Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Gocta-Wasserfall auf jeden Fall ein lohnendes Ziel für sportliche Abenteurer ist. Die Anreise und Wanderung sind zwar herausfordernd, aber die Belohnung – insbesondere an der Abbruchkante – ist unvergleichlich. Dieser Wasserfall ist der spektakulärste, den ich auf meiner viermonatigen Südamerika-Tour sehen durfte.
Für weitere Highlights in der Region solltest du auch einen Besuch bei den pinken Amazonas-Delfinen einplanen oder eine Bootsfahrt auf dem Amazonas nach Iquitos unternehmen. Beide Erlebnisse bieten einen einzigartigen Einblick in die atemberaubende Natur des Amazonasgebiets von Peru.
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