Der Tag hat im malerischen Ort Olang in Südtirol gerade begonnen. Ich rolle mit dem Gravel-Bike die ersten Meter über Schotter, während ich das heutige Ziel, den Gipfel des Kronplatz, weit vor mir erblicke. Mächtig sieht er aus, der nördlichste Gipfel der Dolomiten. Und das Wetter spielt mit: leichte Wolken liegen über den Wäldern, doch das macht den Ausblick umso schöner. Ich bin schon gespannt, wie es aussieht, wenn ich später oben auf dem Gipfel ankomme.

Lohnt sich eine Gravel-Bike-Tour auf den Kronplatz?

Südtirol und die Dolomiten sind für viele Menschen ein Sehnsuchtsort. Im Winter ist die Region bekannt für sensationelles Skifahren in mitten des UNESCO Weltnaturerbe. Und das nicht ohne Grund: die schroffen und mächtigen Bergmassive der Dolomiten sind dem Bilderbuch entsprungen.

Der Kronplatz gehört auch für viele Skifahrer zu einem wichtigen Ziel. Einige schöne Pisten schlängeln sich von diesem Aussichtsberg herunter. Doch nun möchte ich diesen Berg im Sommer erleben. Mit einer Gipfelhöhe von 2.275 m stehen mir heute einige Höhenmeter bevor, auf die ich mich schon freue. Die Umrundung passiert dabei sowohl auf Schotterpisten, als auch auf Asphaltstraßen wie zum Beispiel bei den zahlreichen Kehren am Furkelpass. 

Instatipp: Der Gipfel des Kronplatz bietet einen spektakulären Ausblick auf verschiedene umliegende Berge der Dolomiten. Egal ob mit oder ohne Person im Vordergrund, hier werdet ihr ein starkes Foto aufnehmen können.

Anreise nach Südtirol

Der Kronplatz ist aus Deutschland am leichtesten über Innsbruck und den Brenner zu erreichen. Eventuell bietet sich auch eine Anreise über die Großglockner Hochalpenstraße an, womit sich auch schon ein Highlight auf der Anreise ergibt.

Nicht nur mit dem Auto lässt sich die Anreise gut gestalten. Auch die Zugverbindung über Innsbruck nach Bruneck ist sehr gut zu nutzen. Für die Anreise sind circa 3,5 Stunden aus München zu planen. Die Fahrt ist malerisch und gibt direkt ein wahrhaftiges Urlaubsfeeling.

Mit dem Gravel-Bike über den Pustertalradweg

Höhenmeter:1.603 m
Strecke:62,3 km
Dauer:6 Stunden
Einkehrtipp:Saalerwirt in Maria-Saalen
Beste Reisezeit:Juni-Oktober

Unsere Tour startet in Olang und führt uns zunächst über den Pustertalradweg nach Bruneck. Die Strecke ist traumhaft zu fahren, insbesondere am Morgen, wo noch nicht viel los ist. Hier lohnt sich das Gravel Bike, da der Radweg teils auf Asphalt und teils auf Schotter verläuft. 

Entlang eines kleinen Flusses fahren wir leicht Bergab, durch Tunnel und über kleine Brücken, bis wir in der einzigen Stadt des Pustertals mit einer sehr schönen Altstadt ankommen. Wir rollen langsam durch die Altstadt und werfen aus der Ferne einen Blick auf die Burg. Doch es bleibt leider keine Zeit um Bruneck vollständig anzuschauen, da die heutige Tour einiges abverlangt.

Von St. Lorenzen geht es auf die ersten Höhenmeter

Eingefahren auf dem Gravel-Bike geht es nun mit der Bergetappe los. Wir durchqueren das malerische St. Lorenzen, wo auch einige Cafés auf eine kleine Rast einladen. Dann geht es über freie Felder und dichten Wald im Wechsel immer weiter hinauf bis zum traumhaften Almdorf Maria Saalen. Uns wurde der Tipp gegeben, dort einen sommerlichen Salat oder leichte Pasta zu essen. Das Restaurant und das Angebot der Speisen lässt sich sehen. Genauso wie der atemberaubende Ausblick von der Terrasse.

Gut gestärkt geht es nun weiter in Richtung Pfarre Enneberg. Die Höhenmeter machen mir jetzt bei der Mittags Hitze und nach der leichten Mahlzeit schwer zu schaffen, doch die Bergkulisse und die frische Luft kompensieren diese Anstrengung. An steilen Sonnenhängen beobachte ich Bauern, die gerade ihr Heu mit Handarbeit zurecht legen, um es trocknen zu lassen. Die Einwohner des kleinen Dorfes Enneberg leben fast gänzlich von der Landwirtschaft und sind sehr naturverbunden. Tourismus ist hier noch nicht angekommen.

Über viele Kehren hinauf zum Furkelpass

Nun wird es sportlich: „die Furkel“ – wie die Straße liebevoll von Einheimischen genannt wird – ist ein 1.789m hoher Gebirgspass. Die Anstiege sind an einigen Stellen mit über 15% angegeben, sodass jetzt die pure Muskelkraft zählt. Je weiter ich die Straße hinauffahre, desto näher kommen felsigen Bergvorsprünge. Ich tauchen tiefer in die Dolomiten ein, während ich das malerische Tal hinter mir lassen.

Angekommen am höchsten Punkt, der mit dem Auto befahrbaren Passstraße ergeben sich mehrere Möglichkeiten, um nun auf den Kronplatz-Gipfel zu gelangen. Auf der einen Seite könnten wir unsere Radrunde komplettieren, nach Olang hinab fahren und von dort eine Gondelbahn direkt auf den Gipfel nehmen. Alternativ gibt es auch hier eine Gondelbahn mit der wir mit dem Fahrrad hinauf und auch mit dem Fahrrad wieder hinab bis nach Olang fahren könnten. Oder wir wählen die sportliche Alternative und fahren über einen Schotterweg selbstständig bis auf den Gipfel des Kronplatz. Ich wähle die letzte Alternative, sodass noch mal 500 Höhenmeter auf Schotter und sehr steilen Straßenabschnitten auf mich zukommen.

Ankunft mit prächtigen Ausblick am Kronplatz Gipfel

Die Anstrengung hat sich gelohnt: die mächtige Glocke als markantes „Gipfelkreuz“ am Kronplatz läutet zwar nicht bei meiner Ankunft, aber sie stellt für mich trotzdem ein besonderes Ziel da. Von hier aus genieße ich den Ausblick in alle Himmelsrichtungen, entdecke spannende Felsformationen und auch tolle Attraktionen wie das Messner-Mountain-Museum. Sicherlich einen Besuch wert, wenn man mehr Zeit einplant oder mit der Gondel hinauf fährt.

Ich schwinge mich jetzt wieder auf das Rad um die Abfahrt in Richtung Olang zu genießen. Hier kann eine direkte Strecke gewählt werden, sodass nicht der gleiche Weg über den Furkelpass nochmal genutzt werden muss. Zunächst fahre ich über einige Flowtrails, die eigentlich für die Mountainbiker gedacht sind, hinab. Die leichten Trails lassen sich sehr gut fahren, doch als steiler wird, entscheide ich mich auf den Wirtschaftsweg zu fahren. Von hier aus lasse ich rollen bis ich später wieder in der Dorfidylle von Olang ankomme.

Fazit

Diese Gravel Bike Tour hat es in sich! Wer die sportliche Herausforderung sucht, kann die Tour mit allen Höhenmetern am Stück fahren. Doch auch nur ein Teilstück und dann die die Gondel hinauf zum Kronplatz lohnen sich sehr. Einige tolle Möglichkeiten zur Einkehr ergeben sich auf der Route, so dass auch für das leibliche Wohl gesorgt ist.

Wer ist nicht so anspruchsvoll mag, dem kann ich die Tour auch mit dem E-Bike sehr ans Herz legen: einige Stellen auf der Route bieten die Möglichkeit das E-Bike zu laden, und notfalls ist hier auch die Option mit der Gondel eine gute Wahl.

Ich freue mich schon auf mein nächstes Erlebnis in Südtirol und am Kronplatz, denn diese Gegend werde ich nicht so schnell wieder vergessen.

Lage

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