Ich drehe mich um die eigene Achse. Mein Blick schweift über riesige Porträts in goldenen Rahmen, über Stuck an den Wänden bis hin zu einer künstlerisch bemalten Decke. Ich stehe in der Mitte des Riesensaals und staune. Die Hofburg im Herzen von Innsbruck ist mehr als prunkvoll! Kaum zu glauben, dass dieses majestätische Gebäude nur als Durchgangsresidenz von Kaiserin Maria Theresia und Sisi genutzt wurde.

Lohnt sich ein Besuch der Hofburg in Innsbruck?

Die Grundfesten der Hofburg stammen aus dem Spätmittelalter. Von Kaiser Maximilian I. wurde sie in der Spätgotik schließlich zu einem Schloss ausgebaut. Die Hofburg im Rokoko, wie sie heute zu besichtigen ist, geht vor allem auf die Umgestaltungsmaßnahmen durch Kaiserin Maria Theresia zurück.

Einige Teile der Innsbrucker Hofburg können besichtigt werden. Es gibt ein Museum und hergerichtete Räumlichkeiten, die an das Leben am Schloss erinnern. So könnt ihr durch prunkvolle Zimmer schlendern und euch in der Zeit zurückversetzt fühlen.

Und obwohl die Zimmer einen scheinbaren Einblick in die damalige Lebenswirklichkeit geben, sind sie doch nur ein Ausschnitt aus den Leben von Kaiser Maximilian, Maria Theresia und Sisi. Denn fest gelebt hat hier keiner der drei. Vielmehr war die Hofburg eine Durchgangsresidenz. Vergleichbar also mit einem Ferienhäuschen.

Instatipp: Filmen und Fotografieren ist in der Hofburg leider verboten. Die Museumsaufseher achten sehr darauf. Dafür könnt ihr mit der Kamera durch den Innenhof oder den nahegelegenen Hofgarten schlendern. Da warten etliche gute Motive auf euch!

Anreise nach Innsbruck

Die Hofburg liegt in der Innsbrucker Altstadt. Von München kommend ist Innsbruck rund zwei Autostunden entfernt. In die Hauptstadt Tirols könnt ihr jedoch auch ohne Probleme mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Ihr erreicht die Stadt nämlich genauso per Zug, Flixbus oder sogar mit dem Flugzeug.

Wenn ihr auf den eigenen PKW verzichtet, hat das den Vorteil, dass ihr vor Ort nicht auf Parkplatzsuche gehen müsst. Denn viele Hotels haben keine eigenen Parkmöglichkeiten und verweisen auf öffentliche Parkgaragen. Die kosten entsprechend viel Geld.

Wer nur für einen Tagesausflug zur Hofburg anreist und auf das Auto nicht verzichten möchte, kann den PKW in der Congress Garage Innsbruck abstellen. Von hier steht ihr in wenigen Augenblicken direkt vor den Toren samt der schmuckvollen Fassaden der Hofburg.

Tickets und Öffnungszeiten

Öffnungszeiten:9:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt:ab 7,50 Euro
Dauerausstellung:Maximilian I.
Must-See:Riesensaal
Zimmer:ca. 400

Die Hofburg ist täglich von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Einzig in der Zeit ab Anfang Januar bis Anfang Februar ist sie jährlich einen Monat geschlossen. Ansonsten liegt der letztmögliche Termin für den Einlass um 16:30 Uhr. Wir sind bei unserem Besuch gegen 16:00 Uhr aufgetaucht. Das hatte den Vorteil, dass wir den großen Touristenströmen aus dem Weg gegangen sind und den Nachteil, dass wir uns nicht mehr alles ganz in Ruhe ansehen konnten. Ein bisschen mehr Zeit solltet ihr besser einplanen. Ich würde etwa zwei bis drei Stunden empfehlen.

Dabei gilt, dass es unter der Woche und abseits der Ferienzeit in der Regel am ruhigsten ist. Wenn ihr also die Möglichkeit dazu habt, plant den Besuch besser an einem Werktag.

Wir waren im Winter dort und hatten den SKI plus CITY-Pass. Damit ist der Eintritt vieler Attraktionen in Innsbruck und die Liftbenutzung in 13 umliegenden Skigebieten inkludiert. Im Sommer gibt es adäquat dazu die Innsbruck Card. Falls sich das bei euch nicht lohnt, oder ihr nur die Hofburg besichtigen möchtet, könnt ihr die Tickets natürlich auch direkt vor Ort kaufen. Die Kaiserlichen Appartements samt dem Riesensaal können für 9,50 Euro pro Person und die Dauerausstellung zu Maximilian I. für 7,50 Euro besichtigt werden. Das Kombiticket für beides kostet 15,00 Euro.

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Farbenfrohe Kaiserzimmer

Schon der Weg zur Kasse ist herrschaftlich. Durch ein großes Tor kommen wir in einen hallenähnlichen Vorraum und dann über ausladende Treppen hinauf in die Ausstellung. Es geht vorbei an Vitrinen, in denen goldene Kronen und andere Habseligkeiten der Herrscher liegen. Teilweise so reich verziert, dass das Gewicht am Körper schwer gelastet haben muss.

Dann geht es durch die kaiserlichen Gemächer hindurch. Wir passieren eine gedeckten Tafel. Der Tisch sieht einladend aus, so als werde jeden Moment zum Essen gerufen. Nebenan erstrahlen die Schlafzimmer in den verschiedensten Farben. Wir schlendern durch einen rosafarbenen Raum. Die Wände sind rosa, das Bett ist rosa, die komplette Einrichtung ist rosa. Heutzutage würde eine solche Einrichtung kitschig wirken. Dort, in den Mauern des Schlosses wirkt es herrschaftlich. Es folgt ein Raum ganz in Grün. Ein edles, dunkles Waldgrün. Ich staune über die Liebe zum Detail.

Herzstück des Hauses: Der Riesensaal

Und dann kommen wir zu den Prunkräumen. Wir schlendern durch den Gardesaal und steuern auf eine große, zweiflügelige Tür zu. Wir stoßen die weißen Flügel auf und stehen plötzlich mittendrin im Herzstück des Schlosses. Da liegt der Riesensaal. 31,5 Meter lang, 13 Meter breit und 11 Meter hoch. Er ist also wahrhaft riesig. Der Name rührt aber nicht daher. Einst, vor der Umgestaltung durch Maria Theresia, sollen hier Gemälde von Riesen die Wände geziert haben. Die haben der Kaiserin aber nicht so gut gefallen.

So blicken wir heute auf Porträts aus ihrer Familie. Überlebensgroß blicken sie uns von allen Seiten entgegen, eingefasst von goldenen Rahmen. Der Saal mit seinen Malereien versinnbildlicht die Vereinigung der Familien Habsburg und Lothringen. Dazwischen hängen vergoldete Leuchter an der Wand. Und auch von der Decke hängen große, goldene Kronleuchter.

Der Saal wirkt hell, großzügig und einladend. Und auf dem bunten Marmorboden stehen in regelmäßigen Abständen Spiegel. Ich beuge mich über eine der Spiegelflächen. Dadurch habe ich perfekte Sicht auf das einzigartige Deckengemälde. Dieser Saal ist wirklich was besonderes.

Fazit

Ich verlasse die Hofburg staunend. Einmal durch die mächtigen Zimmer zu spazieren ist ein geniales Erlebnis. Besonders den Riesensaal halte ich in guter Erinnerung. Die Dauerausstellung habe ich leider nicht besucht. Aber ich werde sowieso nochmals wiederkommen. Mit mehr Zeit im Gepäck.

Nebenan gibt es auch noch die Hofkirche. Auch da lohnt ein Besuch. Der sakrale Raum sieht beinahe genauso herrschaftlich aus wie die Säle des Schlosses. Den besten Blick habt ihr von der Empore hinab.

Unweit der Hofburg liegt außerdem der Hofgarten. In dem Park könnt ihr spazieren und euch an der schönen Bepflanzung erfreuen. Im Winter wartet hier mit der Lumagica ein weiteres Highlight. Dann nämlich, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, wird der Hofgarten von vielen bunten Lichtinstallationen beleuchtet. Das ist richtig schön anzusehen und einen Besuch der Lumagica kann ich jedem nur empfehlen.

Lage

Praktische Links

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