Kamenjak Rab: Wanderung zum höchsten Punkt der Insel

Immer weiter geht es durch das schroffe Karstgelände und langsam frage ich mich, ob es da oben überhaupt sowas wie einen Gipfel gibt. Besonders hoch ist der Kamenjak mit seinen 410 Metern schließlich nicht und ist damit trotzdem der höchste Punkt der Insel Rab in Kroatien. Was zunächst nach einer kleinen Urlaubswanderung klingt, überrascht uns oben dann doch. Zwischen wenig malerischen Sendemasten und der langsam sinkenden Sonne wird aus der spontanen Tour eines meiner Highlights auf Rab. Warum, erfahrt ihr hier.

Lohnt sich die Wanderung auf den Kamenjak in Kroatien?

Die Insel Rab liegt an der kroatischen Adriaküste südlich der bekannten Insel Krk und ist landschaftlich überraschend vielseitig. Lange Sandstrände und kleine Buchten wechseln sich mit bewaldeten Gebieten und felsigen Landschaften ab. Mit rund 22 Kilometern Länge ist die Insel überschaubar und lässt sich nur per Fähre erreichen.

Neben dem klassischen Strandurlaub bietet Rab zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren. Mit gerade einmal 410 Metern ist der Kamenjak der höchste Punkt der Insel und Teil eines karstigen Gebirgszugs. Unsere kurze Rundtour umfasst rund 4,6 Kilometer und 250 Höhenmeter und eignet sich perfekt als Aktivprogramm im Strandurlaub.

Fototipp: Die schönsten Bilder am Kamenjak entstehen sicher zu Sonnenauf- oder Sonnenuntergang. Dann steht die Sonne tief und taucht die Steinmännchen in warmes Licht. Nutzt eines der größeren Steinmännchen als Vordergrund und fotografiert in Richtung Meer, sodass ihr die umliegenden Inseln und den Horizont ebenfalls mit ins Bild bekommt. Besonders im Querformat lässt sich die Weite der Landschaft richtig schön einfangen.

Anreise nach Rab

Lage:Rab, Kroatien
Höhenmeter:250 hm
Strecke:4,6 km
Höchster Punkt:410 Meter
Schwierigkeit:einfach

Von München erreicht ihr die Insel Rab mit dem Auto in etwa acht Stunden. Dafür fahrt ihr zunächst über Salzburg, Villach und Ljubljana Richtung kroatische Adriaküste. Eine beliebte Variante führt weiter auf die Insel Krk, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist.

Vom Fährhafen Valbiska setzt ihr anschließend in rund 80 Minuten nach Lopar auf Rab über. Tickets könnt ihr dazu vorab online reservieren. Alternativ könnt ihr auch weiter südlich vom kroatischen Festland die Fähre von Stinica nach Mišnjak nehmen. Diese Verbindung lässt sich nicht reservieren, dafür dauert die Überfahrt nur rund 15 Minuten.

Für die Wanderung auf den Kamenjak könnt ihr direkt in Rab starten oder euch einige Höhenmeter sparen und mit dem Auto ein Stück nach Mundanije hinauffahren. Zwischen den Wohnhäusern gibt es einige Parkmöglichkeiten und der markierte Wanderweg beginnt direkt dort.

Festes Schuhwerk trotz einfacher Wanderung

Auch wenn die Wanderung auf den Kamenjak recht einfach wirkt, sollte man den Untergrund nicht unterschätzen. Das typische Karstgelände ist felsig, uneben und teilweise ziemlich spitz. Festes Schuhwerk würde ich deshalb unbedingt empfehlen – also die Urlaubs-Flip-Flops besser am Strand lassen.

Da es auf dem Kamenjak kaum Schatten gibt, würde ich die Wanderung im Sommer eher am frühen Morgen oder späten Nachmittag einplanen. Eine Kopfbedeckung und Wasser gehören trotzdem in den Rucksack. Wir starten erst am Nachmittag und verbinden die Tour direkt mit dem Sonnenuntergang – eine Entscheidung, die sich später definitiv noch auszahlen wird.

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Aufstieg zum Kamenjak mit Blick auf die Stadt Rab

Direkt zwischen den Häusern in Mundanije weist uns eine knallrote Markierung den Weg und schon nach wenigen Metern geht es steil bergauf. In zahlreichen Serpentinen führt der schmale Wanderweg durch das felsige Karstgelände und mit jedem Höhenmeter wird der Blick hinunter auf die Stadt Rab und das Meer schöner. Technisch schwierig ist der Aufstieg nicht. Durch die vielen losen und spitzen Steine muss ich trotzdem immer wieder genau schauen, wohin ich trete.

Kurz vor dem Gipfelplateau kommen wir an einer kleinen Ruine vorbei und gehen durch mehrere Viehgatter. Besonders auffällig in der Landschaft sind die zahlreichen Steinmauern, die sich durch das karge Gelände ziehen – ich vermute mal Grundstücksgrenzen. Inzwischen steht die Sonne schon deutlich tiefer und wir hoffen, dass unser Timing für heute gut aufgeht.

Steinmännchen auf dem Kamenjak im Abendlicht

Oben angekommen, wirkt das Gipfelplateau zunächst wenig spektakulär. Wie auf den meisten Inseln stehen am höchsten Punkt mehrere große, eingezäunte Sendemasten. Wir gehen dazwischen hindurch, um besser auf die andere Seite der Insel hinunterschauen zu können. Genau hier wartet eine kleine Überraschung: Unzählige große und kleine Steinmännchen verteilen sich über das schroffe Karstgelände. Manche davon sind fast so groß wie ich und aus erstaunlich großen Felsbrocken aufgetürmt. Mit so einem Gipfelerlebnis hätte ich bei gerade einmal 410 Metern nicht gerechnet.

Inzwischen steht die Sonne schon tief und taucht die Steinmännchen in wunderschönes warmes Licht. Dahinter reicht der Blick über die umliegenden Inseln bis zum kroatischen Festland und zum Velebit-Gebirge. Der Wind weht hier oben heute brutal und deshalb warten wir nicht mehr auf den Sonnenuntergang, sondern machen uns gleich an den Abstieg über die Straße. Von hier können wir etwas weniger dem Wind ausgesetzt die letzten Sonnenstrahlen über dem Meer und der Stadt Rab beobachten.

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Fazit

Über die asphaltierte Straße geht es deutlich gemütlicher zurück nach Mundanije und so wird aus unserer Wanderung eine schöne kleine Rundtour. Der Kamenjak ist für mich der Beweis, dass ein Gipfel nicht besonders hoch sein muss, um sich zu lohnen. Gerade als aktive Abwechslung in einem sonst gemütlichen Strandurlaub würde ich die Wanderung jederzeit wieder machen.

Wer noch mehr von Rab auf aktive Weise entdecken möchte, sollte sich unbedingt ein Mountainbike oder E-Bike ausborgen. Besonders empfehlen kann ich den Capo Fronte Trail, der teilweise direkt am Meer entlangführt. Auch die Gegend rund um die historische Altstadt von Rab lässt sich wunderbar auf zwei Rädern erkunden.

Lage

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