Damit hätte ich nicht gerechnet! Ein Klettersteig in den Grasbergen in Kärnten? Ich ziehe die Arme lang und äuge etwas sehnsüchtig zu den Kletterern am leichteren Klettersteig rüber. Dann ein Blick nach oben. Da ist die Seilbrücke, auf die ich mich schon gefreut habe! Also geht es weiter. Immer höher, immer weiter in Richtung Gipfel. Ich befinde mich mitten im Falken-Klettersteig – einer kurzen, aber knackigen Kletterei in den Nockbergen bei Bad Kleinkirchheim.

Lohnt sich der Klettersteig auf den Falkert in Kärnten?

Die Nockberge sind für ihre hügeligen Grasberge bekannt. Genau hier liegt der Falkert mit seinen 2.308 Metern und einem einfach zu erwandernden Gipfel. Wenn man Glück hat, kann man in dem Gebiet auch Murmeltiere beobachten.

Der Falkert begeistert vor allem mit tollen Ausblicken über die gesamte Nockberg-Gebirgsgruppe bis hinüber zu den Schladminger Tauern. Im Winter herrscht hier reger Skibetrieb. Der sanfte Grasberg hat aber auch eine beeindruckende, südseitige Felswand zu bieten, durch die zwei unterschiedlich schwere Klettersteige auf den Gipfel führen.

Instatipp: Die besten Fotospots sind die Seilbrücke kurz vor dem Ausstieg des Falkensteigs und die Nepalbrücke auf dem Murmel-Klettersteig. Dort könnt ihr spektakuläre Aufnahmen von eurem Tourenpartner, wie er/sie die Brücke überquert.

Anreise nach Bad Kleinkirchheim

Ausgangspunkt sowohl für die Wanderung, als auch für die Klettersteige ist direkt am Parkplatz beim Falkertsee nahe Bad Kleinkirchheim. Der auf knapp 1.900 Meter Seehöhe gelegene Bergsee ist nur über eine steile Bergstraße zu erreichen, welche aber problemlos mit dem Auto über die A10 Tauernautobahn mit Abfahrt Spittal / Millstätter See erreicht werden kann.

Wir sind schon am Vortag nach Bad Kleinkirchheim angereist, haben uns in unserem Hotel E-Bikes ausgeliehen und sind damit die ersten 1.000 Höhenmeter direkt bis zum Ende der Bergstraße hochgefahren.

Vorbereitung und Zustieg zum Klettersteig

Start: Falkertsee
Gipfel: Falkert 2.308 m
Schwierigkeit: Murmel-Steig: B/C
Falkensteig: D
Höhenmeter: 180 im Klettersteig
Dauer: 1,5 Std.

Am Falkerstee angekommen, ist unschwer zu erkennen, welcher der umliegenden Gipfeln der Falkert ist. Denn nur dieser Berg hat eine derart schroffe Felswand. Direkt am See sind auch Wegweiser und Klettersteig-Karten angebracht. Man kann sich im etwa 30 minütigen Zustieg noch überlegen, ob man lieber den einfacheren „Murmel-Klettersteig“ (Schwierigkeit B/C) oder den knackigen „Falken-Steig“ (Schwierigkeit D) in Angriff nimmt.

Fest steht: Bei beiden Klettersteigen brauchen wir komplette Klettersteigausrüstung mit Helm, Klettergurt, Steigset und festes Schuhwerk. Wir entscheiden uns für den schwierigeren Steig um auf den Falker-Gipfel zu gelangen.

Klettern für Anfänger und Fortgeschrittene

Es geht gleich knackig los! Nach der ersten felsigen Rinne habe ich mich schnell wieder an das Klettersteig-Gefühl gewohnt und wir klettern gut gelaunt weiter hinauf. Cool ist, dass man die ganze Zeit hinüber auf den Murmel-Steig sieht. Wenn also beispielsweise eine Gruppe aus unterschiedlich starken Kletterern unterwegs ist, ist es kein Problem, sich beim Zustieg in zwei Gruppen aufzuteilen und trotzdem etwa zeitgleich den Gipfel zu erreichen.

Nachdem ich mir bei einer leicht überhängenden Querung ganz schön die Arme ausgehangen habe, bin ich beim Tiefblick auf den anderen Klettersteig fast ein bisschen neidisch auf die coole „Nepal-Brücke“, welche in der Sonne glitzert und zwei Personen gerade von einer Felsseite auf die andere passieren lässt.

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Einkehrtipp

Nach dem Klettersteig zum Falkert lohnt der Einkehrschwung im Almgasthaus Seehütte. Auf der Karte stehen typische Gerichte und Schmankerl aus der Region.

Eine Seilbrücke kurz vor dem Ausstieg

Aber auch wir sollten in Hinsicht auf Brücken nicht zu kurz kommen und mein Herz macht einen kleinen Luftsprung, als ich kurz vor dem Ausstieg aus dem Falken-Steig noch eine kurze Seilbrücke erblicke. Ein paar Klettermeter nach unten und schon mache ich den ersten Schritt auf das wackelige Seil. Da geht’s ganz schön runter. Aber das Adrenalin-Gefühl dabei ist toll!

Kurz nach der Seilbrücke ist der Klettersteig auch schon zu Ende und wir wandern die letzten paar Höhenmeter gemütlich zum Gipfelkreuz hoch. Hier treffen die Endpunkte der beiden Klettersteige wieder aufeinander und haben einen gemeinsamen Abstiegsweg.

Die Seilbrücke im „Falken-Steig“ kurz vor dem Ausstieg

Fazit

Über den familienfreundlichen Wanderweg wieder zurück am Falkertsee angekommen, gibt es in der Hütte erst mal eine Stärkung. Es war ein richtig cooler Klettersteig – kurz und knackig – da sind wir uns einig.

Generell ist die Gegend sehr lohnenswert für Outdoorsportler. Hier kann man im Winter nicht nur Skifahren sondern auch Langlaufen, Skitourengehen und für Freerider ist es durch die Lage über der Baumgrenze ein Paradies mit weiten, freien Tiefschneehängen.

Sommersportler kommen beim Wandern und beim Biken auf ihre Kosten. In Bad Kleinkirchheim befindet sich sogar Europas längster FlowTrail – eine schier endlos angelegte Downhill-Strecke schlängelt sich mit über 15 Kilometern (910 Tiefenmeter) ins Tal hinab. Also wenn das alles kein Besuch wert ist?!

Lage

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