Bergsteigen liegen im Trend. Das ist auch kein Wunder. Schließlich gelangen Wanderer dank der versicherten Klettersteige an Stellen, die sonst nur professionellen Kletterern vorbehalten waren. So lernt ihr den Berg nochmal auf eine ganz neue Art und Weise kennen, entdeckt andere Perspektiven auf die Bergwelt und stellt euch neuen Herausforderung. Einige Klettersteige, vor allem in den Alpen, sind besonders spektakulär und beliebt.

Die spektakulärsten Klettersteige im Überblick

Klettersteige gibt es viele. Einige sind vor allem in Gipfelregionen erbaut, um den Aufstieg zum höchsten Punkt zu erleichtern. Andere sind für Einsteiger errichtet, um die ersten Versuche am Fels zu wagen und wieder andere sprechen den sportlichen Klettersteiggeher an und sind mit ihren kleinen Tritten so herausfordernd, dass man Kletterschuhe für den Aufstieg benötigt. In Österreich, in Italien, in Slowenien und in Deutschland gibt es aber auch einige Klettersteige, die als besonders sehenswert und spektakulär gelten. Einige haben Hängebrücken oder Leitern in schwindelerregender Höhe. Andere haben einfach nur einen einen hervorragenden Ausblick.

#klettern

Instatipp: Meist sieht es cool aus, wenn ihr ein Foto von oben knipst. Dann ist nicht nur der Hintern des Kletterers im Bild. Achtet auch darauf, ob es vielleicht besonders sehenswerte Brücken oder Leitern gibt. Dann entstehen klasse Fotos.

Himmelsleiter am Dachstein: Beliebtes Fotomotiv

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Länge:5 km
Höhenmeter:650 m
Schwierigkeit:C/D

Ein Klettersteiggeher geht langsam die wackelige Leiter hinauf, die zwei Felsen miteinander verbindet. Im Hintergrund geht die Sonne auf. Das Motiv ist ein beliebtes Bild, das auch in den sozialen Netzwerken kursiert. Das Problem: So ruhig und einsam geht es an der Himmelsleiter nur höchst selten zu. Gerade, weil der Klettersteig so fotogen ist, zieht er Einheimische und Besucher gleichermaßen an. Dabei ist die Tour auf den großen Donnerkogel mit einer Schwierigkeit von C/D gar nicht so einfach und Anfängern als Einstiegsklettersteig nicht zu empfehlen.

#salzkammergut

Paternkofel in den Dolomiten: Bester Blick auf die Drei Zinnen

Länge:9 km
Höhenmeter:600 m
Schwierigkeit:B/C

Viel begangen ist auch der Paternkofel in den Sextner Dolomiten in Südtirol. Das liegt daran, dass der Klettersteig mit der Schwierigkeitsstufe B als nicht so schwierig einzustufen ist und Kletterer eine sensationelle Aussicht erwartet. Highlight ist der Blick auf die imposanten Drei Zinnen. Anfangs geht es aber erstmal einige hundert Meter ohne Aussicht los. Denn da muss von der Drei-Zinnen-Hütte aus ein ehemaliger Kriegsstollen durch den Berg hindurch passiert werden. Packt für diesen Abschnitt am besten eine Stirnlampe ein.

#dolomiten

Innsbrucker Klettersteig an der Nordkette: Gratwanderung

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Länge:5 km
Höhenmeter:420 m
Schwierigkeit:C

Die Nordkette ragt direkt hinter der heimlichen Hauptstadt der Alpen in die Höhe. Knapp 2.000 Meter weiter oben, am Grat der Nordkette, befindet sich ein Klettersteig. Den Aufstieg nimmt euch die Seilbahn ab. Von der Bergstation Hafelekar sind es dann nur noch wenige Gehminuten bis zum Einstieg. Dann wartet eine etwa vierstündige Gratkraxelei auf euch. Immer wieder könnt ihr hier den Tiefblick auf Innsbruck hinab oder die Aussicht über die Bergwelt des Karwendels genießen. Wenn ihr rechtzeitig startet, könnt ihr nach dem luftigen Ausflug mit der Seilbahn wieder ins Tal fahren.

#innsbruck

Grünsteinklettersteig am Königssee: Blick auf den Watzmann

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Länge:6,8 km
Höhenmeter:750 m
Schwierigkeit:C-D/E

Der Grünstein bei Berchtesgaden in Bayern ist ein Aussichtsberg mit Blick auf Königssee und Watzmann. Der Klettersteig ist dank der variablen Schwierigkeit anfängertauglich, aber viel begangen. Dadurch kann der Fels an manchen Stellen schon etwas speckig und damit rutschig sein. Wenn ihr allerdings den Einstieg locker geschafft habt, sollte die leichte Route für euch zumindest kein Problem sein. Neben der sensationellen Aussicht auf die Berchtesgadener Alpen ist aber vor allem die Hängebrücke im oberen Drittel ein Highlight.

#berchtesgaden

Häntzschelstiege in der Sächsischen Schweiz: Anfängertauglich

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Länge:700 m
Höhenmeter:160 m
Schwierigkeit:B

Die Sächsische Schweiz gilt als Kletterparadies in Deutschland. Aber auch wer nicht alpin klettert, kann über die Häntzschelstiege am Drahtseil geführt nach oben kraxeln. Die meiste Zeit klettert ihr im sogenannten Kamin. Es geht zwar vorwiegend senkrecht nach oben, die Felsspalte ist aber mit Tritten und Griffen entschärft und die vertikale Passage ist nicht übermäßig lang. Deshalb eignet sich der Klettersteig auch für Anfänger. Oben angekommen, habt ihr dann eine tolle Aussicht auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz mit Überblick über den umliegenden Nationalpark.

#sächsischeschweiz

Mittenwalder Höhenweg: Lange Klettersteigtour im Karwendel

Länge:3 km
Höhenmeter:400 m
Schwierigkeit:B

Der erste Teil der Tour ist noch einfach. Denn nach oben fahrt ihr mit der Dammkar-Bahn. Von dort geht es nach rechts zum Klettersteig. Dann gibt es keinen Ausstieg mehr. Die Kletterei ist dabei nicht das Problem, so liegt die Schwierigkeit hier „nur“ bei B. Vielmehr ist es die Länge, die den Weg erschwert. Insgesamt solltet ihr trotz Seilbahnaufstieg rund 7 Stunden Gehzeit einplanen. Dafür wartet neben der lässigen Gratkraxelei und den tollen Tiefblicken am Abstieg eine lohnenswerte Hütte zur Einkehr auf euch.

#bayern

Drachenwand-Klettersteig am Mondsee: Phänomenale Aussicht

© Mondsee Salzkammergut
Länge:4 km
Höhenmeter:600 m
Schwierigkeit:C

Über schwindelerregende Hängebrücken hinweg und an der nackten Felswand mit Blick auf den Mondsee steil nach oben: Das ist der Drachenwand-Klettersteig. Durch die tolle Aussicht und die mittlere Schwierigkeit, ist der Klettersteig sehr beliebt und häufig stark besucht. Hier ist es ratsam das Wochenende zu meiden und stattdessen unter der Woche früher aufzustehen, um bereits im Morgengrauen über die Leitern nach oben zu klettern. Am höchsten Punkt könnt ihr dann nochmal die Aussicht genießen, zum Attersee-Klettersteig hinüberblicken oder in Richtung Totes Gebirge schauen.

#salzkammergut

Prisojnik-Fensterweg in Slowenien: Nichts für schwache Nerven

Länge:6 km
Höhenmeter:930 m
Schwierigkeit:C

Oberhalb von Kranjska Gora in Slowenien kann man bei genauem Hinsehen ein Loch in einem der umliegenden Berge ausmachen. Und durch diese Art Fenster führt der Prisojnik Fensterweg. Der Klettersteig ist mit der Schwierigkeit C ausgewiesen. Allerdings gilt es auch immer wieder unversicherte Passagen zu überwinden. Ihr könnt euch also nicht nur auf das Stahlseil verlassen. Außerdem ist es ratsam, warme Kleidung einzupacken. Der Klettersteig führt fast durchgehend an der Nordseite entlang nach oben. Erst, wenn ihr durch das Fenster steigt, kommt ihr in die Sonne. Parkt das Auto am besten am Vrsic-Pass und folgt von dort der Beschilderung zum Einstieg.

#slowenien

Graustock-Klettersteig: Nichts für Anfänger

© TITLIS Bergbahnen
Länge:4 km
Höhenmeter:460 m
SchwierigkeitE

Während des Klettersteigs auf den Graustock wechseln sich anspruchsvolles Gehgelände mit luftigen Kletterpassagen am Stahlseil ab. Dabei gilt der Klettersteig auf den Schweizer Aussichtsberg mit 360-Grad-Panorama über Engelberg-Titlis als ausgesprochen schwierig. Nach der Schweizer Schwierigkeitsskala wird der Steig dank der Schlüsselstelle im letzten Teil mit K5 bewertet. Das entspricht der Schwierigkeit E! Wer die Herausforderung meistert, kann sich auf ein tolles Panorama mit Blick in die Berner Alpen freuen. Übrigens liegt direkt gegenüber der Rigidalstock. Dort gibt es über den Rigidalstockgrat einen leichteren Klettersteig mit der Schwierigkeit C.

#schweiz

Mobo 107 in Kaprun: Klettersteig an der Staumauer

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Länge:240 m
Höhenmeter:107 m
Schwierigkeit:B

Der Mobo 107 führt statt am Fels an einer Staumauer entlang nach oben. So ist die 107 Meter hohe Staudamm am Moserboden-Stausee bei Kaprun mit Leitern, Klettergriffen und Drahtseil ausgestattet. Das Klettersteigset könnt ihr euch direkt vor Ort ausleihen und unmittelbar losklettern. Am Einstieg wartet bereits eine Drahtseilrutsche auf euch. Dann geht es an der nackten Wand steil bergauf. Der Klettersteig gilt als wenig schwierig. Doch Vorsicht: Die Höhe ist nicht zu unterschätzen. Für das Erklimmen der Staumauer solltet ihr unbedingt schwindelfrei sein.

#zellamseekaprun

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Klettersteige sind nicht zu unterschätzen. Nur weil die Wände durch Trittbügel entschärft wurden, heißt das nicht, dass sie „sicher“ sind und nichts passieren kann. Lasst euch also unbedingt eine Einweisung geben oder besucht einen Klettersteigkurs, bevor ihr euch an eurem ersten Klettersteig versucht. Außerdem gehört neben dem Klettersteigset und dem Klettergurt auch immer ein Steinschlaghelm zur Ausrüstung dazu. Gerade wenn im Steig viel los ist, wird von oben manchmal der eine oder andere Stein losgetreten. Überschätzt euch nicht, teilt euch eure Kraft gut ein und steigert euch langsam.

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