Jemand ist so freundlich, eine fremde Person für den Aufenthalt in der Stadt kostenlos bei sich übernachten zu lassen oder einem Besucher in der eigenen Freizeit die Stadt zu zeigen. Das ist Couchsurfing. Und damit das (wenn auch nur kurze) Zusammenleben mit einem Fremden gut klappt, gibt es ein paar Regeln für Couchsurfer und Gastgeber. Deswegen habe ich ein paar Tipps, wie man sich beim Couchsurfing richtig verhalten sollte.

Couchsurfing-Regeln für Reisende und Gastgeber

Couchsurfing ist eine Online-Community, wo Reisende und Einheimische sich finden, für eine gratis Übernachtung, eine Stadtführung oder ein gemeinsames Abendessen. Jeder kann dort ein Profil erstellen und sich selbst als Gastgeber (Host) oder Einheimischer (Local) registrieren. Im Gegenzug kann man dann auf den eigenen Reisen ebenfalls einen Host in anderen Städten finden. Das System basiert gänzlich auf Vertrauen, Bezahlungen sind nicht üblich.

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Regel 1: Keine Standardnachrichten schicken

Für einen Gastgeber kann es sehr frustrierend sein, zum Beispiel Nachrichten mit dem falschen Vornamen zu erhalten oder mit offensichtlichen Fragen, die bei einem Blick auf das Profil leicht hätten beantwortet werden können. Wie etwa die Frage, ob derjenige ein Host ist. Deshalb gilt, wer irgendwo kostenlos aufgenommen werden möchte, sollte sich einen Moment Zeit nehmen, sich das Profil des Gastgebers anzusehen und eine persönliche Nachricht zu verfassen.

Regel 2: Mit dem Reiseziel auseinandersetzen

„Was kann man denn in Amsterdam so machen?“ Sicher ist es einfacher, einen Local zu fragen, anstatt selber zeitaufwändig in Google zu recherchieren. Allerdings sollte dabei auch bedacht werden, dass Gastgeber oft mehrmals täglich dieselben allgemeinen Fragen gestellt bekommen und das kann schon recht ermüdend sein. Oft bekommt man nämlich als Gastgeber den Eindruck, der Besucher ist einfach nur zu faul, sich selber in die Materie der jeweiligen Stadt einzulesen und hätte es alles gerne so fertig zusammengestellt präsentiert.

Regel 3: Erwartungen vor Ankunft klären

Weil Gastgeber zahlreiche Anfragen bekommen, wissen sie oft nicht, wonach sie sich richten sollen. Deshalb solltet ihr eure Profile gut pflegen. Dort könnt ihr vorab bereits deutlich machen, was eure Erwartungen sind, was Gastgeber anbieten und was Reisende suchen. Ist das noch nicht geschehen, sollte der Gastgeber den Couchsurfer spätestens bei seiner Antwort auf die Anfrage darüber aufklären. Dies betrifft zum Beispiel die Bereitstellung von Handtüchern, ein geteiltes Zimmer etc.

Regel 4: Gute Insider-Tipps bereit halten

Sicher ist es für Gastgeber anstrengend, wenn jemand völlig unvorbereitet in die eigene Stadt kommt und wirklich nach touristischen Basics fragt. Aber für alle anderen, die sich schon ein wenig eingelesen haben, ist es umso lohnenswerter, wenn sie Tipps vom Gastgeber bekommen. Dies können zum Beispiel Infos zu Busverbindungen oder Ratschläge sein, wie der Gast Geld sparen kann. Schließlich will man seine Stadt ja auch von der besten Seite zeigen.

Regel 5: Kleine Aufmerksamkeiten sind gern gesehen

Wer von einem Einheimischen kostenlos die Stadt gezeigt bekommt oder irgendwo gratis übernachten darf, sollte sich im Gegenzug erkenntlich zeigen. Dabei werden sicher keine großen Gesten erwartet – ein Bier ausgeben oder vielleicht ein Abendessen kochen reicht schon völlig aus. Ebenso gehört es zum guten Ton, anschließend eine (positive) Bewertung zu hinterlassen, denn wer mehr positive Empfehlungen bei Couchsurfing hat, hat auch bessere Chancen, irgendwo kostenlos aufgenommen zu werden.

Regel 6: Couchsurfer nicht bemuttern

Wenn der Gastgeber möchte, dass ein Couchsurfer sich erkenntlich dafür zeigt, dass die Wohnung kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, dann muss man ihm auch die Gelegenheit dazu bieten. Spielen Gastgeber die ganze Zeit über den Kellner, hat der Reisende kaum eine Chance, ein Abendessen für den Gastgeber zu kochen. Und ja, Couchsurfer sind durchaus in der Lage, von ihnen benutzte Gegenstände aufzuräumen und/oder zu säubern. Also lasst Couchsurfer ruhig spülen.

Regel 7: Hausregeln des Gastgebers beachten

Jeder Host hat seine eigenen Standards, wie viel Vertrauen er einem Couchsurfer entgegenbringt und die Tatsache, dass man kostenlos in jemandes Zuhause übernachten darf, rechtfertigt, dass diese Regeln auch eingehalten werden. Das bedeutet, wenn ein Gastgeber nicht möchte, dass der Couchsurfer während seiner Abwesenheit (wenn er zum Beispiel bei der Arbeit ist) unbeaufsichtigt in dessen Haus ist, dann ist das so. Dann heißt es eben einfach, einen großen Rucksack mit Verpflegung für den Tag packen, die Stadt ansehen und abends wiederkommen.

Regel 8: Ausnahmen sind möglich

Selbst wenn Gastgeber ihre Regeln klar kommuniziert haben und an ihnen festhalten sollten, sind Ausnahmen manchmal schon möglich. Erscheint ein Couchsurfer müde von der Reise, hat einen Bus verpasst oder das eigene Handtuch vergessen, dann ist das kein Weltuntergang. Der Gastgeber sollte einfach auf sein Bauchgefühl achten. Dann wird er schnell merken, ob es sich hier um ein Versehen oder böse Absicht handelt.

Regel 9: Nachher versuchen, in Kontakt zu bleiben

Sagen wir, ich verbringe als Gastgeber an einem beliebigen Tag drei oder vier Stunden damit, einem Couchsurfer meine Stadt zu zeigen, erkläre Dinge, führe ihn oder sie herum und gebe Einsichten, die Touristen üblicherweise nicht bekommen. Und anschließend, nach Abreise, spricht diese Person nie wieder mit mir. Da fällt es nicht ganz leicht, sich nicht benutzt zu fühlen. Klar muss man nicht mit jedem sofort Freund fürs Leben werden, aber wenigstens der Versuch, Kontakt zu halten, wenn man sich gut verstanden hat, wäre eine nette Geste.

Couchsurfing-Freedom

Die besten Reiseziele fürs Couchsurfing

Sicher gibt es Destinationen, wo es etwas leichter fällt, eine Unterkunft oder einen Einheimischen via Couchsurfing zu finden. Dies gilt besonders für Städte, wo viele internationale Personen (etwa Studenten) wohnen. Gerade in großen Städten wie in Amsterdam, London oder Berlin ist Couchsurfing einfacher als in kleinen, abgelegenen Dörfern. Auch ist das Englischlevel des jeweiligen Landes entscheidend dafür, wie verbreitet Couchsurfing ist. So hatte ich etwa in Japan wirklich Schwierigkeiten, als ich versucht habe, dort via Couchsurfing mit Japanern in Kontakt zu kommen.

Praktische Links

Gut zu wissen

Sicherheit ist eine der Prioritäten von Couchsurfing – schließlich ist es nicht ganz ungefährlich, bei einer völlig fremden Person in deren Zuhause zu übernachten. Aus diesem Grund hat Couchsurfing ein Referenzsystem eingeführt, bei dem auch zu erkennen ist, ob die positiven Bewertungen von Courchsurfing selbst verifiziert wurden. Es gilt die Grundregel: Nur bei verifizierten Profilen mit ausreichend positiven Bewertungen übernachten und immer auch einen Notfallkontakt angeben. Jeder Zwischenfall negativer Art sollte gemeldet werden, damit die Person ggf. aus der Community entfernt werden kann. Und ansonsten gilt die eigene Intuition. Wenn ihr ein komisches Gefühl habt, nichts wie weg dort.

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