Zahlreiche Metallbügel zieren die Wand, vor der ich stehe. Sie sind angereiht wie eine Leiter und führen senkrecht nach oben. Daneben verläuft ein Drahtseil. Schritt für Schritt erklimme ich den 2.081 m hohen Knorren in Mayrhofen im Zillertal. Vor und hinter mir sind noch weitere Kletterer unterwegs. Ich bin nicht die einzige, die Luft in der Vertikalen schnuppern möchte.

Ein Klettersteig für Anfänger und Familien

Die Anreise nach Mayrhofen dauert mit dem Auto von München kommend rund zwei Stunden. Der schnellste Weg führt über Kufstein und dann weiter über die österreichische Autobahn bis ins Zillertal hinein. Denkt daran, dass Maut anfällt.

In Mayrhofen selbst stehen an der 3S-Penkenbahn keine Parkplätze zur Verfügung. Folgt deshalb der Beschilderung zur Ahornbahn. Dort gibt es Parkplätze, für die ihr ein Ticket benötigt. Das könnt ihr aber entwerten lassen, wenn ihr mit der Seilbahn nach oben fahrt.

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Frische Luft in den Gondelbahn

Zwei Seilbahnen bringen euch zum Einstieg des Klettersteigs. Ich steige unten in die 3S-Penkenbahn ein und habe eine Kabine für mich alleine. Die Dächer Mayrhofens werden immer kleiner und verschwinden schließlich vollständig hinter einem Hügel. Von der Bergstation geht es mit der Kombibahn Penken noch weiter nach oben bis zur Funsportstation.

Im Winter hängen hier Sessellifte zwischen den Gondeln. Im Sommer gibt es Frischluftgondeln. Die erkennt ihr daran, dass statt der Platstikwände ein luftdurchlässiges Gitter eingesetzt ist. Dadurch spürt ihr den Fahrtwind beim Auffahren. Perfekt für heiße Sommertage. Für eine Berg- und Talfahrt kostet für einen Erwachsenen übrigens 21,50 Euro.

Klettersteigset ausleihen

Falls ihr kein eigenes Klettersteigset besitzt, könnt ihr euch das an der Funsportstation ausleihen. Dort bekommt ihr den Klettergurt, die Karabiner und einen Helm. Ich würde empfehlen, Handschuhe mitzunehmen, da ihr oft ans Drahtseil greifen werdet. Vom Verleih müsst ihr der Beschilderung am Speichersee vorbei folgen. Dann ist der Klettersteig in wenigen Gehminuten erreichbar.

Über Metallklammern, Leitern und Seilbrücken zum Knorren

Die ersten Meter sind für mich immer am schwierigsten. Bis ich mich an die Höhe gewöhnt habe, dauert es eine Weile. Hier geht es zudem direkt senkrecht die Wand hinauf. Doch die vielen Griffe und Trittmöglichkeiten geben Sicherheit. So fällt es mir nicht allzu schwer.

Länge: k.A.
Dauer:1,5 Std.
Höhenmeter:120 m
Schwierigkeit:A/B
Beste Jahreszeit:Mai bis Okt

Schwindelerregend finde ich dann erst die Seilbrücken am Schluss. Zwar könnt ihr euer Klettersteigset rechts und links am Drahtseil einhängen, trotzdem schießt mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich auf dem dünnen Seil unter mir abrutschen könnte. Keine gute Idee, darüber nachzudenken. Also weiter vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzen. Und dann, wenn ihr wieder in der Wand hängt, könnt ihr nochmal einen vorsichtigen Blick nach unten werfen …

Instatipp: Für mich waren die Seilbrücken am schwierigsten. Aber auch am spektakulärsten. Wenn ihr über dem Abgrund eine Weile ausharren könnt, lohnt sich hier ein Foto besonders.

Fazit

Wenn ihr noch nie einen Klettersteig gegangen seid, lasst euch an der Funsportstation auf jeden Fall die richtige Verwendung des Klettersteigsets erklären. Dann kann’s auch schon losgehen. Die Via Ferrata ist so konzipiert, dass ihr wirklich nie „richtig“ klettern müsst.

So ist sie perfekt für Familien mit älteren Kindern oder Anfänger geeignet. Da passt es auch, dass der Klettersteig nicht sonderlich lang ist. Für die Begehung sind 60-90 Minuten ausgeschrieben. Aber Achtung: Bei schlechtem Wetter, wenn Felsen und Tritte nass und rutschig sind, wird Kraxelei entsprechend schwieriger.

Noch nicht genug?

Wenn ihr den Klettersteig leicht findet und euch noch mehr zutraut, wartet direkt nebenan noch eine zweite, anspruchsvollere Via Ferrata. Die Schwierigkeit ist auf der Klettersteigskala mit B/C angegeben. Für geübte und schwindelfreie Kletterer sollte das jedoch kein Problem darstellen.

Und wenn ihr noch einen Schritt weitergehen wollt, ist der Knorren auch für Kletterer eine Anlaufstation. Hier gibt es insgesamt 30 Felskletterrouten in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Wenn ihr euch nicht auskennt, meistert ihr die ersten Alpinkletterversuche am besten mit Guide.

Lage

Praktische Links

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