Nicht alle Sehenswürdigkeiten offenbaren sich auf den ersten Blick. So ist es im Beispiel der Höhle von Postojna. Diese liegt nämlich – für eine Höhle wenig verwunderlich – tief unter den Bergen in Slowenien. Hinein geht es in das spektakuläre Naturwunder aber nicht zu Fuß, sondern mit einer kleinen Bahn, welche die bisher rund 40 Millionen Besucher in die Welt der Tropfsteine transportiert. Ich habe die Reise in den Untergrund Sloweniens gemacht und nehme euch mit in die Höhlen von Postojna.

Lohnt sich der Besuch der Höhle von Postojna?

Gleich das Wichtigste vornweg: Wenn ihr euch auf den Weg in die Höhle von Postojna machen wollt, dann achtet auch im Hochsommer auf warme Kleidung und festes Schuhwerk. Warum? In der Höhle sind nie mehr als 10 Grad und es kann an einigen Stellen recht rutschig sein. So ausgerüstet, seid ihr für grandiose Eindrücke der größten, begehbaren Höhle Europas gerüstet – und werdet dieses Erlebnis lange Zeit in Erinnerung behalten. Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Tickets bereits vorab online zu kaufen. Die Tickets sind zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber es lohnt sich!

Fototipp: In der Höhle ist es ziemlich dunkel. Ein Stativ für gute Aufnahmen werdet ihr kaum mitnehmen können. Schaut also, dass ihr die Geländer als “Stabilisator” für eure Kamera benutzt. Außerdem solltet ihr euch zum Fotografieren etwas von eurer Gruppe zurückfallen lassen.

Anreise nach Postojna

Lage:Slowenien, Postojna
Länge:24 km (gesamt)
5 km (zugänglich)
Tiefe:65 m
Temperatur:konstant 10 Grad
Eintritt:Tickets online buchen
Einkehrtipp:Ob Kaminu
Besonderheit:Brilliant

Ausgangspunkt für euren Besuch in der Höhle können beispielsweise die slowenische Hauptstadt Ljubljana oder die italienische Stadt Triest sein. Von hier aus verkehren Busse und Züge, die in Postojna halten. Ab Ljubljana verkehrt stündlich ein Shuttlebus.

Der Zugang zur Höhle liegt am Rand des Örtchens Postojna, wonach die Höhle benannt ist. Unterhalb des Höhleneingangs liegt eine Vielzahl an Parkplätzen, wenn ihr mit dem Auto anreist. Von hier aus lauft ihr etwa fünf bis zehn Minuten zum Höhleneingang.

Mit der Höhlenbahn in die Tropfsteinhöhle

Das Abenteuer beginnt direkt schon am Eingang zur Höhle. Im Berg erbaut, liegt ein kleiner Bahnhof. Hier fahren die kleinen „Höhlenzüge“ ab. Besuchergruppen werden direkt vor dem Besteigen der Wagen nach Sprachen sortiert, denn am Bahnhof im Berg warten die mehrsprachigen Guides, um die Gruppen durch den begehbaren Teil der Höhle zu führen.

Aber der Reihe nach. Auf die offenen Waggons gestiegen, beginnt eine recht entspannte Fahrt in die Höhle hinein. Spätestens hier werdet ihr dankbar sein, euren dicken Fleece oder eure Outdoor-Jacke angezogen zu haben. Es wird wirklich frisch. Nach kurzer Zeit sind die ersten Tropfsteine neben den Bahngleisen zu erblicken. Kleinere Minihöhlen sind links und rechts zu erblicken, die teils eindrucksvoll beleuchtet sind. Nach dreieinhalb Kilometern Fahrt erreichen die Züge nach knapp 15 Minuten einen Bahnhof: Eine riesige Halle voller Tropfsteine. Die Gruppen werden auf die verschiedenen Guides aufgeteilt und die Führung beginnt. Während der Führung lernt ihr einiges über die Geschichte der Höhle, die vor rund 200 Jahren erschlossen wurde. Ihr erfahrt, wie die verschiedenen Strukturen der Tropfsteine entstehen und wieso einige Tropfsteine farbig sind und andere nicht. Kleiner Spoiler: Es liegt unter anderem daran, dass bestimmte Metalle in die Höhle mit über das Wasser eingeschwemmt werden. Eisen lässt sie beispielsweise rötlich schimmern, Kupfer grünlich. Die Wege führen an immer neuen Kreationen der Natur vorbei. Kleine Seen mit kristallklarem Höhlenwasser liegen rechts und links. 

Immer wieder ragen imposante Stalagmiten, die von unten nach oben wachsen, am Wegesrand auf. Der älteste Stalagmit hat eine Höhe von 16 Metern und trägt bezeichnenderweise den Namen “Wolkenkratzer”. Rund einen Millimeter wachsen die Tropfsteine in 10 Jahren. Etwa 150.000 Jahre ist dieser Stalagmit also alt – unvorstellbar. Im Vergleich dazu, dass die Höhle vor etwa 3 Millionen Jahren zu wachsen begann, steckt der “Wolkenkratzer” aber noch eher in den „Kinderschuhen“. 

Der schneeweiße Brilliant der Tropfsteinhöhle

Der berühmteste Stalagmit gehört zwar mit seinen überschaubaren fünf Metern Höhe nicht zu den “Riesen”, ist aber aus einem anderen Grund das Highlight der Höhle von Postojna. Der “Brilliant” ist ein schneeweißer Stalagmit, der so wohl einzigartig sein dürfte. Während die anderen Tropfsteine um ihn herum gelblich, rötlich oder bräunlich schimmern, wirkt er mit seinem schneeweißen, glitzernden Kostüm fast wie künstlich in die Szenerie eingefügt.

Nach etwa 1,5 Kilometern Rundweg erreicht ihr wieder den kleinen Bahnhof und steigt in die Höhlenbahn ein zurück zum Ausgang. Insgesamt dauert die Tour rund 90 Minuten. Wenn ihr mehr Abenteuer wollt, dann könnt ihr individuelle Touren in der Höhle buchen. Diese dauern dann 4–6 Stunden. Ein erfahrender Guide entführt euch dann in andere Teil der Höhle, die “normalen” Touristen verborgen bleiben.

Fazit

Die Höhle von Postojna zählt ganz sicher zu den Top-Sehenswürdigkeiten bei einem Urlaub in Slowenien. Ihr erlebt hier eine absolut beeindruckende, einzigartige Landschaft, die es so wohl kein zweites Mal geben wird. Der “Event-Charakter” wird durch die Fahrt mit der Höhlenbahn zusätzlich gesteigert und ist besonders für Familien mit kleineren Kindern ganz sicher ein zusätzliches Highlight. Da es vor allem in der Ferienzeit schnell sehr voll werden kann, empfiehlt sich ein Besuch möglichst früh am Tag.

Im Anschluss an den Besuch der Höhle von Postojna könnt ihr euch auf den Weg zur Burg Predjama machen. Die “Höhlenburg” liegt etwa 9 Kilometer entfernt. Im Sommer bindet ein kostenloser Busshuttle die Burg an die Höhle an. Wenn ihr nach eurer Tour hungrig seid, dann bietet Postojna ziemlich viel Auswahl an Restaurants. Mein Tipp: das Ob Kaminu. Hier bekommt ihr eine authentische, slowenische Küche zu einem guten Preis.

Und wenn ihr mehr Höhlenabenteuer wollt: Die Höhlen von Škocjan liegen nur etwa 30 Kilometer entfernt und sind ebenfalls absolut sehenswert!

Lage

Praktische Links

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