Ein Blick auf mehr als 2.000 Jahre Geschichte: Die Historie der Königsgräber von Nea Paphos reicht bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurück. Über rund 600 Jahre wurden Menschen in der “Stadt der Toten” beerdigt, die malerisch an der Westküste, dem griechischen Teil von Zypern gelegen ist. Seit 1980 sind die Königsgräber UNESCO-Weltkulturerbe und eines der archäologischen Highlights der Insel. Ich habe die Königsgräber von Nea Paphos besucht und verate euch, ob es sich lohnt.

Lohnt sich der Besuch der Königsgräber auf Zypern?

Der Name der Königsgräber ist zunächst etwas irreführend. Hier wurden früher keine Könige beerdigt, sondern vielmehr bedeutende Persönlichkeiten aus der Region. Der Name der Königsgräber entstand erst im vergangenen Jahrhundert durch die beeindruckenden Ausmaße der Anlage, die schrittweise ausgegraben wurde. Über mehr als einen Quadratkilometer erstrecken sich die Gräber. Greifbar wird dies, wenn ihr die beeindruckenden, teils tempelartigen Gräber selbst erkundet. Das könnt ihr, indem ihr euch einer geführten Tour anschließt oder das Gelände auf eigene Faust erkundet. Wir haben uns für letztere Option entschieden.

Fototipp: Die Säulen einiger Gräber bieten tolle Fotomotive. Versucht hier am besten in den späten Nachmittagsstunden, wenn sich der Himmel langsam beim Sonnenuntergang färbt, die “Säulengräber” zu fotografieren. Das rotbräunliche Gestein und der Himmel scheinen dann fast zu verschwimmen.

Anreise nach Paphos

Lage:Zypern, Westküste
Erbaut:3. Jahrhundert v. Chr.
Eintritt:2,50 Euro (Stand: 2022)
Öffnungszeiten:Sommer: 08:30-19:30
Winter: 08:30-17:00
Highlight:Atrium

Zu den Königsgräbern von Paphos kommt ihr denkbar einfach. Zunächst müsst ihr natürlich einen Flug zum kleinen Flughafen Paphos ergattern, was aber ab verschiedenen deutschen Flughäfen, beispielsweise ab Berlin, kein Problem darstellt.

In Paphos angekommen, fahrt ihr vom Flughafen mit dem Bus 612 bis zum Hafen und ab da mit der Buslinie 615, Richtung Coral Bay, und erreicht nach wenigen Minuten Fahrt die Haltestelle direkt am Eingang der Königsgräber. Mit dem Mietwagen kommt ihr ebenfalls relativ schnell zu den Königsgräbern. Auf dem großen Parkplatz vor dem Eingang könnt ihr euer Auto bequem abstellen.

Blick auf 2000 Jahre zurück

An den Königsgräbern angekommen, ist allein die Größe der Anlage zunächst beeindruckend. Die Fläche erstreckt sich über mehr als einen Quadratkilometer. Tafeln und Übersichtskarten weisen den Weg. Die erste positive Überraschung: der Eintritt kostet für Erwachsene 2,50 Euro, Kinder sind kostenlos. (Stand 2022). Die Route über das Gelände könnt ihr relativ frei wählen und die einzelnen Grabstätten individuell ansteuern. Natürlich solltet ihr, wie auch in anderen Regionen üblich, die offiziellen Wege nicht verlassen (wenngleich dies, so schien es uns zumindest hier niemanden interessiert). Wichtig ist: Ihr habt auf dem Gelände – mit Ausnahme von den Gräbern selbst – keinen Schatten. Packt euch also zur Sicherheit ausreichend zu trinken und Sonnenschutz ein.

Wir haben uns bei unserem Besuch immer etwas mittig auf den drei möglichen Wanderwegen gehalten. Letztlich sind aber alles Rundwege und ihr kommt garantiert irgendwie wieder zurück ans Ziel. Die Gräber, von denen es gegenwärtig neun zu besichtigen gibt, sind dabei sehr unterschiedlich – vom “einfachen” Steingrab bis hin zum prunkvollen “Säulengrab”.

Ein paar Meter hinter dem Eingang liegt gleich das erste Grab, welches einen guten Einblick gibt, was euch auf dem Gelände noch erwarten wird, obwohl man fairerweise sagen muss, dass dieses Grab noch zu den weniger imposanten Bauwerken gehört. Ihr geht eine kleine Treppe hinunter und steht mitten in einem ins Gestein gehauene Grab. In den Wänden finden sich mehrere Vertiefungen, in denen die Verstorbenen abgelegt worden sind. Es ist eine etwas merkwürdige Atmosphäre: gleichzeitig gespenstisch, aber eben auch faszinierend. 

Ein Grab mit Atrium ist das Highlight

Über breite Wanderwege geht es weiter über das Gelände. Wenig später erreicht ihr weitere Gräber, die antiken Tempeln ähneln. Das absolute Highlight der Anlage ist das sogenannte Atrium Grab, als Grab Nr. 3 auf der Karte der Anlage verzeichnet. Zunächst könnt ihr einen Blick von oben auf das unterirdische Atrium werfen, bevor ihr über Stufen in das Innere gelangt. Die Säulen dieser Anlage sind nahezu perfekt erhalten. Viele von ihnen wurden in den letzten 20 Jahren aber auch aufwendig restauriert. Teils lassen sich die Verzierungen an den Säulen und Wänden noch gut erkennen. An mehreren Stellen des Atriums liegen Nischen oder Totenkammern hinter den Säulen nahezu versteckt.

Immer neue Einblicke lassen sich in die “Felsenstadt” gewinnen. Verschiedene Gräber sind nur von außen zu besichtigen, in andere kann man direkt hineingehen. Dazwischen die einzigartige Landschaft der Insel mit teils schroffen Kalk-Sandsteinfelsen und wüstenähnlichem, rotbraunen Sand, dann wieder mit weiten Wiesenflächen. Dahinter direkt die Küste. Und nur ein paar Meter entfernt ragen die ersten Hotels hinter den Gräbern auf. Ein durchaus interessanter Mix aus Kultur und Natur.  Für den Rückweg haben wir den Weg entlang der Küste gewählt und waren nach etwa 2,5 Stunden zurück am Kassenhäuschen.

Fazit

Die Königsgräber von Paphos gehören bei einer Reise auf Zypern zum absoluten Pflichtprogramm. Ihr erlebt hier einen kleinen Ausschnitt der jahrtausendealten Geschichte der Insel, der wirklich mehr als sehenswert ist. Die Wanderung ist nicht besonders schwer und somit für alle Altersgruppen, auch Kinder, gut zu bewältigen. Festes Schuhwerk solltet ihr aber tragen, denn die Stufen sind teils etwas uneben. Da die Königsgräber zu einer der Top-Attraktionen auf Zypern gehören, empfiehlt sich ein Besuch in den späten Nachmittagsstunden. Hier habt ihr mit etwas Glück die Königsgräber fast für euch allein und außerdem ein tolles Licht zum Fotografieren.

Wenn ihr nach dem Besuch hungrig seid, dann geht am besten einmal schräg über die Straße zu “Jimmy´s Killer Prawns”. Hier bekommt ihr die wahrscheinlich besten Garnelen von ganz Paphos. Die Königsgräber von Paphos lassen sich natürlich super mit einem Besuch der Stadt Paphos kombinieren. Etwa 10 Minuten fahrt ihr in Richtung Hafen. Von dort aus könnt ihr die komplette Altstadt erkunden. Zum Baden fahrt ihr am besten etwas weiter in den Norden. Schöne Strände findet ihr in und um Coral Bay.

Lage

Praktische Links

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