Der Louvre in Paris ist eines der berühmtesten Museen der Welt. Natürlich wegen der Mona Lisa, der eindrucksvollen Pyramide am Eingang und, weil das ganze Gebäude, der Louvre-Palast an der Seine noch von der Zeit der französischen Könige erzählt. Seit 1793 ist es ein Museum und zeigt heute Kunst und Kultur vom 7. Jahrtausend vor Christus bis in die 1850er Jahre. Doch lohnt sich diese Sehenswürdigkeit bei einem Besuch in Paris? Ich nehme euch mit in das weltberühmte Museum in Frankreich.

Lohnt sich ein Besuch im Louvre in Paris?

Die Ursprünge des Louvre-Palasts reichen zurück bis auf die Zeit um 1200. Zunächst war es ein Zweckbau zum Schutz des rechten Seine-Ufers, als Paris jedoch wuchs, wurde das Gebäude zu einer königlichen Residenz. 1682 zog der Königshof unter Ludwig XIV nach Versailles um. In der Zeit der Französischen Revolution wurde das Gebäude in ein Museum verwandelt. 1989 wurde die Glaspyramide im Innenhof des Louvre eröffnet, die Ieoh Ming Pei entworfen hatte. Die Kunstsammlungen befinden sich heute in drei miteinander verbundenen Flügeln des Louvre und sind dort auf fünf Ebenen verteilt.

Fototipp: Ein Selfie mit der Mona Lisa ist der Touristen-Klassiker, aber wer sie sieht, merkt: Das Bild ist ziemlich klein. Eindrucksvoller ist tatsächlich ein Foto draußen. Es ist aber gar nicht so einfach, den Palast und die Glaspyramide auf ein Bild zu bekommen. Dazu solltet ihr schon ein Weitwinkel dabei haben.

Anreise zum Louvre

Lage:Rue de Rivoli
Anreise:Metro-Linien 1 oder 7
Must-See:Mona Lisa
Dauer:Kurzbesuch zwei Stunden
Besonderheit:Vorher Tickets kaufen

Paris-Reisende können den Besuch im Louvre entweder in den Innenstadtspaziergang an der Seine eingliedern oder sie kommen mit der Metro: Die Linien 1 und 7 (Station Palais-Royal / Musée du Louvre) und 14 (Pyramides) haben direkten Zugang zum Louvre. Ebenfalls angesteuert wird der Palast von den Buslinien 21, 27, 39, 67, 68, 69, 72, 74, 85 und 95.

Es gibt vier Eingänge in den Louvre: den Haupteingang in der Glaspyramide vor dem Gebäude, den unterirdischen Passagen-Eingang bei der Metro-Station Palais Royal – Musée du Louvre, einen Seiteneingang in er Passage Richelieu (ausschließlich für Gruppenreisen) und einen Eingang bei der Porte des Lions. Hier gibt es keine Schließfächer, weshalb nur Besucher ohne oder mit kleinen Taschen eingelassen werden. An den anderen Eingängen gibt es Schließfächer, Audioguides und Lagepläne – zumindest letztere unbedingt mitnehmen!

Tickets für das Louvre-Museum vorher buchen

Der Louvre ist extrem beliebt, deshalb sollte man die Tickets vorher buchen. Dabei kann man im Menü auswählen, ob man den vollen Eintritt von 17 Euro bezahlt, oder ein kostenloses Ticket bekommt. Kostenlose Tickets gibt es für alle unter 18 und für EU-Bewohner bis einschließlich 25. Geöffnet ist das Museum von 9 bis 18 Uhr, freitags sogar bis 21:45 Uhr. Dienstags hat der Louvre geschlossen.

Wichtig ist außerdem, sich vorher Gedanken zu machen, was man gerne sehen möchte. Im Louvre gibt es etwa 38.000 Objekte. Wer sich jedes einzelne nur 30 Sekunden anschauen möchte, braucht dafür bereits 13 volle Tage. Unter Berücksichtigung der Öffnungszeiten müsste man mehr als einen Monat im Louvre verbringen.

Wegen der potenziell langen Wartezeiten (besser nicht am Sonntagnachmittag gehen! Ruhiger ist es morgens und unter der Woche) nimmt man sich am besten vier Stunden Zeit und beginnt mit dem Wichtigsten: die Mona Lisa. Sie ist ausgeschildert. Zunächst geht es über Treppen in den ersten Stock, dann hält man sich nach rechts Richtung Südflügel. Zwangsläufig kommt man dabei auch an der Nike von Samothrake vorbei. Die griechische Skulptur ist vermutlich um 190 vor Christus entstanden. Es ist eine Darstellung der geflügelten griechischen Siegesgöttin. Kopf und Arme fehlen. Beeindruckend ist die Präzision, mit der die Federn der Flügel und die Falten des Rockes ausgearbeitet wurden.

Die Mona Lisa – kleiner als erwartet

Wohl jeder, der das Bild der Mona Lisa zum ersten Mal sieht, ist von ihrer Größe überrascht. Das größte Kunstwerk der Welt ist nur 77 × 53 cm groß. Das weltberühmte Ölgemälde von Leonardo da Vinci entstand zwischen 1502 und 1506. Es zeigt vermutlich die Florentinerin Lisa del Giocondo, die Ehefrau des Auftraggebers Francesco del Giocondo. Es wurde nie an diesen ausgeliefert. Leonardo verkaufte es kurz vor seinem Tod an König Franz den I. von Frankreich. Es bekam nach der Französischen Revolution seinen Platz im Louvre.

Um das mysteriöse Lächeln der Italienerin aus der Nähe betrachten zu können, muss man anstehen. Oder man schaut von der Seite zur Mona Lisa herüber, und nutzt die gewonnene Zeit für die anderen Hochkaräter im Raum 711. Gegenüber der Mona Lisa hängt „Die Hochzeit zu Kana“ von Veronese – das größte Bild im gesamten Museum.

Zu den „Nachbarn“ der Mona Lisa

Ein weiteres Highlight wartet unweit davon. Durchschreitet man den Raum 711 und dann einen weiteren gelangt man im Raum 700 zu „Die Freiheit führt das Volk“ von Eugène Delacroix. Das 2,6 mal 3,25 Meter große Bild aus dem Jahre 1830 zeigt die Pariser Julirevolution. Auf dem Bild sieht man die Barrikadenkämpfe in der Stadt, geführt der französischen Kulturikone Marianne als Symbol der Freiheit. Im Raum befinden sich noch weitere Gemälde des berühmten Malers, wie zum Beispiel das farbenfrohe Bild „Die Frauen von Algier“. Es ist weniger bekannt, deswegen gibt es davor auch keine Schlange.

Im gleichen Stockwerk befinden sich ferner die Gemächer von Napoléon III. Die wunderschön goldene Apollon Galerie, weitere Gemälde, vor allem aus Italien, Spanien (z. B. „Der Klumpfuß“), Großbritannien, Frankreich und den USA sowie griechische, römische und ägyptische Altertümer (wie etwa „Der Sitzende Schreiber“). Wie gesagt – im Louvre muss man Entscheidungen treffen. Wer sich für Gemälde interessiert, wird auch im dritten Stock fündig, wo vor allem Bilder aus Frankreich und Nordeuropa zu sehen sind.

Vier weitere Stockwerke voller Kunst

Im Erdgeschoss hingegen ist Kunst aus Afrika, Asien, Ozeanien und Amerika zu sehen („Der Mann von der Insel Malo“), Skulpturen aus Europa (Der „sterbende Sklave“) und Kunst aus dem Nahen Osten („Plast des Darius), Ägypten und Griechenland. Auch andere Highlights sind ausgeschildert, etwa die Venus von Milo. Sie gehört mit der Nike von Samothrake zu den bekanntesten Beispiele der hellenistischen Kunst.

Im ersten Untergeschoss kann man sich Zeichnungen und Druckgrafiken ansehen, außerdem islamische Kunst, weitere Skulpturen und wechselnde Ausstellungen. Eine weitere Fläche für wechselnde Ausstellungen befindet sich im zweiten Untergeschoss, direkt neben dem Infopoint und den Garderoben.

Fazit

Der Louvre ist wahnsinnig spannend. Sei es die Geschichte des Bauwerks, die kleinen Anekdoten drumherum (etwa, dass die Mona Lisa mal bei Napoleon im Schlafzimmer hing) und natürlich die vielfältige Sammlung. Egal ob es der erste Paris-Besuch ist, oder man den Louvre schon kennt. Der Besuch lohnt sich immer, denn es gibt mehr als nur die Mona Lisa zu entdecken. Auf dem Weg zu ihr kommt man an Gemälden von Botticelli und Ghirlandaio vorbei. Üblicherweise ist es vor allem in dieser Ecke des Louvre sehr voll. In den anderen Flügeln und Stockwerken warten aber noch viele weitere Hochkaräter. Meine Empfehlung deshalb: unbedingt am Eingang einen Lageplan mitnehmen.

Lage

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